Gespräche über Parkplätze am Bahnhof rechts

Hersbruck: Bahn trifft sich mit Stadt und Politik

Klaus Wagmann, Tanja Haferkorn, Martin Burkert, Robert Ilg, Klaus-Dieter Josel, Norbert Dünkel, Angelika Weikert und Lothar Grimm am Bahnhof.
Klaus Wagmann, Tanja Haferkorn, Martin Burkert, Robert Ilg, Klaus-Dieter Josel, Norbert Dünkel, Angelika Weikert und Lothar Grimm am Bahnhof.2015/11/6846445.jpg

HERSBRUCK – Deutet sich ein Ende der Querelen um die Parkplätze am Bahnhof rechts der Pegnitz an? So weit will ein sichtlich besser gelaunter Bürgermeister Robert Ilg am Tag nach dem „Runden Tisch mit der Bahn noch nicht gehen. Er sagt aber: „Es hat konstruktive Gesprächsansätze gegeben.“ Immerhin. Bis dato waren die Fronten verhärtet.

Hier die Bahn, die den Schotterplatz kurzerhand sperrte und seit November Parkgebühren erhebt, dort die Stadt und die Pendler, die von dieser Nacht- und Nebelaktion alles andere als begeistert gewesen sind (HZ berichtete).
Schon seit längerem war deshalb ein Runder Tisch geplant, am Montag trafen sich Politik und Bahn-Beauftragte in Hersbruck.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Weikert, ihr Parteikollege und Bundestagsmitglied Martin Burkert, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, sowie Norbert Dünkel, CSU-Landtagsabgeordneter und Hersbrucker Stadtratsmitglied, trafen am Montag vor Ort auf Klaus Wagmann vom Eisenbahnbundesamt,  Tanja Haferkorn (Bayern-Chefin der DB Services Immobilien GmbH) sowie Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutsche Bahn in Bayern. An der Seite der Politiker: Bürgermeister Robert Ilg und Stadtbaumeister Lothar Grimm. Gemeinsam erklärten sie den DB-lern, um was es geht: Dass die Bahn die eigenen Kunden zur Kasse bittet, kann so recht niemand verstehen. Und durch die kostenpflichtigen Parkplätze verstopfen die Pendler die Gratis-Parkplätze in den Wohngebieten.

Dann ging es im Bürgerbüro im neuen Konferenzraum zur Sache. Details will Ilg nicht öffentlich machen, bevor nichts in trockenen Tüchern ist. Aber: Er wertet die Gespräche positiv. „Am Ende wurde mir in Aussicht gestellt, dass wir uns einem marktgerechten Grundstückswert nähern, damit wir es eventuell kaufen und dann weiter entwickeln können.“ Marktgerecht heißt eben nicht die 2005 vorgeschlagenen 85 Euro pro Quadratmeter, da sollen sogar die Bahner die Augenbraue ungläubig hochgezogen haben.

Ilg kann sich ein „geordnetes Parken“ und auch Gewerbe auf dem Schotterplatz vorstellen. In diese Gespräche will Josel einsteigen, „doch dazu gehört auch“, so Ilg, „dass wir einen Einblick ins Bodengutachten erhalten“.

Rückblick: Es existiert seit längerem ein solches Gutachten, nur wurde der Stadt bislang der Einblick verwehrt. „Bevor wir verhandeln, muss ich wissen, wie der Boden beschaffen ist.“ Ilg wertet es bereits jetzt als ein gutes Signal, dass sich der oberste Bahnbeauftragte Bayerns auf den Weg nach Hersbruck gemacht hat.

Und er hat noch einen Grund, vorsichtig hoffnungsfroh zu sein: Es gibt Bundes- und Landesmittel für ein Sonderprogramm zum barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen. Die aktuelle Phase läuft zwar 2018 aus, doch es wird ein Folgeprogramm bis 2023 geben. „Ich habe von allen drei Politikern die Zusage bekommen, dass sie sich stark machen, dass Hersbruck dort aufgenommen wird. Und auch Herr Josel will helfen.“

N-Land Susanne Will
Susanne Will