Aktion am Oberen Markt in Hersbruck

Hand in Hand für Flüchtlinge

Hand in Hand 3
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HERSBRUCK (us) – Eine Hand reihte sich an die andere – bis zur Mittagszeit hatten an die 200 Menschen auf einer langen Papierbahn auf dem Oberen Markt ihren Handabdruck hinterlassen, mit Namen versehen und bunt ausgemalt. Damit bekundeten Bürger aus Hersbruck und Umgebung ihre Solidarität mit der Arbeit der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe.

Der Aktionstag „Hand in Hand gegen Rassismus“, der am Samstag in ganz Deutschland stattfand, richtete sich grundsätzlich gegen Diskriminierung in jeglicher Form, sei es gegen Menschen anderen Glaubens, anderer Hautfarbe, anderer Herkunft oder anderer sexueller Identität.

Die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer von „Hand in Hand in Hersbruck“ und vom „Unterstützerkreis Happurg“ legten den Fokus in Hersbruck aber auf die von ihnen initiierten Aktionen, mit denen Flüchtlinge willkommen geheißen und nach und nach in die deutsche Gesellschaft integriert werden sollen: Behördengänge, Sprachkurse, Arztbesuche, Freizeitaktionen und ganz praktisch die Ausstattung der Unterkünfte, für die es jeweils zuständige Hauspaten gibt.

In Zusammenarbeit mit Caritas, Diakonie und dem Ökumenischen Verein für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migration leisten in Hersbruck derzeit etwa 60 Ehrenamtliche erste und auch zweite Hilfe. Dabei fühlen sich die Helfer oft selbst beschenkt. Eine nicht gekannte Gastfreundschaft der Geflohenen, die das wenige Vorhandene großzügig teilen, beeindruckt die deutschen Ehrenamtlichen. Beim gemeinsamen Singen werden die vielen Sorgen der Geflüchteten für einige Augenblicke vergessen und die Deutschen polieren ihr eigenes Liedgut wieder auf, um auch etwas beitragen zu können.

Gemeinsam stehen Helfer und Flüchtlinge am Samstag am Oberen Markt. Sie sprechen Passanten an, kredenzen das köstliche, von syrischen Frauen in Happurg hergestellte Gebäck und fordern dazu auf, den Umriss der eigenen Hand auf einem langen Banner zu hinterlassen. Manche haben ihre Hand auf dem Papier nicht nur ausgemalt, sondern auch Mut machende Sprüche hinterlassen: „Willkommen!“ steht da oder „Ich bin auf der Sonnenseite geboren, komm zu mir rüber!“ oder „Miteinander-Füreinander“.

Martina Löhner hat den Anstoß für die Aktion gegeben: „Wir möchten den Menschen, denen die Flüchtlinge nicht egal sind, ein Gesicht geben, Mut machen, sich einzubringen.“ Denn im Moment sind es gar nicht so sehr Geld- oder Sachspenden, an denen es fehlt, sondern noch mehr helfende Hände – und Wohnraum. Wohnungen für anerkannte Asylanten sind Mangelware. Dabei wäre die Finanzierung dieser Wohnungen durch den Staat sogar gesichert.

Doch auch für Sprachkurse und zur Begleitung bei Arztbesuchen werden Freiwillige gesucht. Sie können sich entsprechend eigener Fähigkeiten und vorhandener Zeit engagieren.

Kontakt: Hand in Hand in Hersbruck: www.hand-in-hand-in-hersbruck.de, Treffen jeden ersten Dienstag im Monat um 18 Uhr im Selneckerhaus in Hersbruck. Unterstützerkreis Happurg, E-Mail: happurg@gmx.de, Treffen jeden ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr im Pfarrhaus der katholischen Kirche in Happurg.

N-Land Ute Scharrer
Ute Scharrer