Sicherheitskonzept erarbeitet

Altstadtfest: „Hausordnung“ für die Partyzone

„Hausordnung“ fürs Altstadtfest: Innerhalb der schraffierten Zone gelten ab Freitag dank einer Allgemeinverfügung erstmals besondere Spielregeln.2016/08/7309418.jpeg

HERSBRUCK – Am Wochenende verwandelt sich die Hersbrucker Innenstadt wieder in eine große Partyzone. Damit die Besucher ein fröhliches und sicheres Altstadtfest feiern können, hat die Stadtverwaltung in Absprache mit der Polizei, den Rettungsorganisationen und dem Altstadtfestverein ein Sicherheitskonzept erarbeitet.

Der Altstadtfestverein hat für die drei Tage (Freitag, 5. August, bis Sonntag, 7. August) ein abwechslungsreiches Programm mit viel Musik auf den insgesamt sieben Bühnen und jeder Menge kulinarischer Köstlichkeiten aus aller Welt zusammengestellt. Daneben haben sich die Veranstalter gemeinsam mit der Stadt, Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz auch viele Gedanken um die Sicherheit gemacht. „Das ist das Wichtigste auf so einem Fest“, sagt Bürgerbüro-Leiter Christof Rothkegel.

Anderswo längst die Regel
Herausgekommen ist die so genannte Allgemeinverfügung für das Altstadtfest. Vom Bayerischen Innenministerium seit langem empfohlen und in anderen Städten und Gemeinden mit vergleichbaren Festen längst Usus, ist diese „Hausordnung“ für Hersbruck eine Premiere.

Sie gibt klare Verhaltensregeln für den Besuch der großen Sause in der Innenstadt vor – und macht den Ordnungskräften, ob Polizei oder den vom Festverein engagierten Securityleuten, das Eingreifen wesentlich leichter. „Beim Altstadtfest gibt es keinen abgesperrten Bereich, auf dem wir ein Hausrecht haben – wie zum Beispiel beim Sommerfest“, erklärt Rothkegel.

Da kommen selbst Polizisten mal an ihre rechtlichen Grenzen, wenn es beispielsweise darum geht, einem Gast einen Platzverweis zu erteilen, weil er andere mit Bier bespritzt. Die Verordnung gibt auch vor, dass keine alkoholischen Getränke in die Partyzone in der Innenstadt zwischen Grabenstraße, Lohweg, Untermühlweg und Mühlstraße mitgebracht werden dürfen. Wenn im Rucksack also die Wodkaflaschen verdächtig klimpern, dürfen die Securityleute oder die Polizei einen Blick in die Tasche werfen und den Alkohol sicherstellen. Gleiches gilt für Pyrotechnik, Waffen und Wurfgeschosse.

Verboten ist auch, sich außerhalb der zugewiesenen Schankflächen mit seinem Bier oder Cocktail hinzusetzen, wenn „dadurch die öffentliche Sicherheit oder Ordnung beeinträchtigt werden kann“ oder mit seinem Bier-, Wein- oder Colaglas außerhalb der genehmigten Bewirtungsbereiche herumzulaufen. Und: „Wir haben mit der Verfügung nun auch eine Handhabe gegen Wildpinkler“, sagt Rothkegel. Denen droht nun eine Geldbuße.

Gleichzeitig hat sich der Altstadtfestverein mit den Behörden auch auf ein neues Sicherheitskonzept verständigt. Darin ist festgehalten, wer was bei einer Unwetterwarnung (im Vorjahr ja am Samstag ein größeres Thema) oder einem Stromausfall zu tun hat, wo die Rettungswege verlaufen oder dass an den Ständen ein Feuerlöscher vorhanden sein muss.

Zudem sind darin die Schlusszeiten geregelt: Am Freitag und Samstag müssen die Musiker um 0.30 Uhr ihre Instrumente einpacken (Sonntag: 22 Uhr), um 1 Uhr ist Schankschluss (Sonntag: 22.30 Uhr) und um 1.30 Uhr (Sonntag: 23 Uhr) endgültig Zapfenstreich. „Das Einzige, was wir nicht regeln konnten ist das Wetter“, sagt Rothkegel, „aber hoffentlich haben wir da ja auch so Glück.“

Aufgebaut wird übrigens am Donnerstag, 4. August, ab 18 Uhr. Am Montag, 8. August, um 8 Uhr müssen in der Innenstadt die letzten Spuren des großen Fests beseitigt sein. Stadtverwaltung und Altstadtfestverein danken schon jetzt den Anwohnern, Geschäftsleuten und Kunden für ihr Verständnis. „Wir sind uns absolut bewusst, dass das Fest für sie alle eine Belastung ist“, sagen Christof Rothkegel und die Vereinsvorsitzenden Jürgen Wild und Roland Winkler unisono.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta