Wirbel um illegale Tiertransporte

Kleine Hunde sind krank

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FEUCHT – Die von der Polizei sichergestellten Welpen sorgen für erheblichen Wirbel. Nachdem der Deutsche Tierschutzband zwischenzeitlich den Rücktritt der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf gefordert hat, weil diese nach Angaben der Tierschützer offenbar den Rücktransport der kleinen Hunde nach Osteuropa organisieren will, melden sich nun auch Susann Biedefeld, die tierschutzpolitische Sprecher der Landtags-SPD in Bayern, und MdB Dagmar Wöhrl zu Wort.

Biedefeld fordert die Bestrafung der Tierhändler, die die Welpen illegal transportieren: „Hier braucht es mehr Kontrollen und drakonische Strafen für Personen, die die oft viel zu jungen Tiere der Mutter entreißen.“ Es könne keine Lösung sein, die in den bayerischen Tierheimen aufgenommenen Welpen „genau diesen Kriminellen“ zurückzugeben. Ministerin Scharf solle jetzt eine Entscheidung treffen, die die Welpen nicht in den sicheren Tod schickt.

Dagmar Wöhrl vertritt im Parlamentskreis Tierschutz die CDU/CSU-Fraktion und ist Präsidentin des Nürnberger Tierheims. In dieser Position will sie nicht zulassen, dass die Welpen an die Händler zurückgegeben werden. Als „verantworungslos“ und „verbrecherisch“ bezeichnet sie die osteuropäischen Tierhändler. „Wir werden alles daran setzten, die bei uns aufgenommenen Tiere wieder aufzupäppeln und sie tierärztlich so zu versorgen, dass sie eine Chance zum Überleben haben“, kündigt Wöhrl an. Ein Rücktransport wäre aus ihrer Sicht das „absolut falsche Signal“.

Die 217 in Bad Reichenhall bei Kontrollen von zwei Transportern sichergestellten Welpen wurden in Tierheimen in ganz Bayern untergebracht, unter anderem auch in Einrichtungen in Feucht, Hersbruck und Nürnberg. Die Tiere wurden inzwischen tierärztlich untersucht, dabei stellte sich heraus, dass die Welpen ausnahmslos von Dünndarm-Parasiten befallen sind und bei vielen der Verdacht auf eine Infektion mit dem gefährlichen Parvovirus besteht. Keine Tierschutzministerin dürfe auch nur in Erwägung ziehen, solch malträtierte Tiere wieder in den Transport zu geben, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf wollte den Rücktransport der Welpen organisieren, um die bayerischen Tierheime zu entlasten. Man müsse sicherstellen, dass die Heime auch weiterhin Tiere aufnehmen können, teilte sie mit. Herbert Sauerer, der Leiter des Feuchter Tierheims, weist darauf hin, dass mit der Aufnahme der 217 Welpen am Wochenende in verschiedenen bayerischen Tierheimen die Kapazität der Quarantäne-Stationen in Heimen im Freistaat erschöpft ist. Am Mittwochnachmittag lenkte das Bayerische Umweltministerium dann ein, die Tiere werden nicht zurückgeführt, erfuhren die betroffenen Tierheime in einer Mitteilung aus München.

In einem illegalen Tiertransport aus der Slowakei fand die Polizei neben 184 Welpen, die in Kaninchenkäfige gepfercht waren, auch 20 Landschildkröten und 50 Zebrafinken.

Die Reptilien und Vögel wurden ebenfalls bayernweit in verschiedenen Tierheimen untergebracht.

 

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten
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