Staatsstraße 2239 nach einer Rekordbauzeit von knapp sieben Monaten der Bestimmung übergeben

„Dieser Ausbau war dringend erforderlich“

Durchschnitten das Band zur Freigabe der neu ausgebaut Staatsstraße (v.l.): Bürgermeister Konrad Rupprecht, Bürgermeister Michael Schmidt, Landrat Armin Kroder, Baudirektor Rainer Popp, Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, MdL Norbert Dünkel, der Feuchter Polizeichef Reimund Mihatsch, MdL Angelika Weikert, der Vertreter der ausführenden Baufirma, Pfarrer Jörg Petschat, Bürgermeister Bernd Ernstberger und Pfarrer Edwin Grötzner.
Durchschnitten das Band zur Freigabe der neu ausgebaut Staatsstraße (v.l.): Bürgermeister Konrad Rupprecht, Bürgermeister Michael Schmidt, Landrat Armin Kroder, Baudirektor Rainer Popp, Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, MdL Norbert Dünkel, der Feuchter Polizeichef Reimund Mihatsch, MdL Angelika Weikert, der Vertreter der ausführenden Baufirma, Pfarrer Jörg Petschat, Bürgermeister Bernd Ernstberger und Pfarrer Edwin Grötzner. | Foto: L. Märtl2015/11/staatsstraße_1.jpg

FEUCHT/PENZENHOFEN – Daran, dass der Ausbau der Staatstraße 2239 zwischen Feucht und Penzenhofen dringend erforderlich war, gab es wohl zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel. Dass es rund acht Jahre dauerte, bis die Planung „reif“ für die Verwirklichung war, zeigte auf, wie kompliziert der Weg zum Ziel war. Was nun aber alle versöhnlich stimmte war die rekordverdächtig kurze Bauzeit von knapp sieben Monaten (der ursprüngliche Zeitplan wurde halbiert) für das rund fünf Kilometer lange Straßenstück, das nun offiziell für den Verkehr freigegeben wurde.

Baudirektor Rainer Popp, Bereichsleiter Straßenbau des Staatlichen Bauamtes Nürnberg, sprach von einem echten Gemeinschaftswerk, das in enger Abstimmung mit insgesamt zwölf Fachdienststellen verwirklicht wurde.

Er erinnerte an die Gründe, die einen Ausbau dringend erforderlich machten: erhöhtes Unfallaufkommen, fehlende Sichtweiten, zu schmale Fahrbahn, enorme Schattenwirkung und erschwerter Winterdienst, substanzielle Schädigung der Fahrbahn, ungenügender Ausbaustandrad sowie die dringend erforderliche Schließung der Radweglücke zwischen Weiherhaus und Penzenhofen.

Zwar mussten rund zehn Hektar, einschließlich der zu stabilisiserenden Seitenräume an den Waldrändern gerodet werden, aber als Ausgleich erfolgt der Wiederaufbau der Waldränder auf rund 9,5 Kilometer Länge und ein landschaftspflegerischer Ausgleich auf rund fünf Hektar.

Der Kostenaufwand für die Gesamtmaßnahme blieb mit rund 5,7 Millionen im gesteckten Rahmen. Erste Maßnahme war der Ausbau des Ortsbeginns in Penzenhofen im September 2014. Ab Oktober wurden dann die umfangreichen Rodungsarbeiten abgewickelt und im April 2015 der Ausbau in Angriff genommen.

Insgesamt wurden 40.000 Kubikmeter Boden bewegt und rund 20.000 Kubikmeter Frostschutz und Schottermaterial sowie 22.000 Tonnen Asphalt verbaut. Notwendig waren auch umfangreiche Verlegearbeiten für Gas, Wasser und Strom sowie Telekommunikation sowie Glasfaserkabel für die Feuchter Gemeindewerke, Telekom und N-Ergie. Auf rund 400 Metern musste der gemeindliche Kanal verlegt werden.

Umfangreich waren auch die Umleitungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen, u. a. durch den Aufbau von zwei Mobil-Signalanlagen in Feucht und Schwarzenbruck zur baustellezeitlichen Regelung des Umleitungs- und Anliegerverkehrs. Was erschwerend hinzu kam war die gleichzeitige Baumaßnahme des Marktes Feucht zum Neubau des Kreisverkehrs in der Altdorfer Straße, der am gleichen Tag (siehe Seite 1) freigegeben wurde.

Angesichts der Bedeutung der Staatsstraße als wichtige West-Ost-Verbindung und Zubringerfunktion für die Autobahnen sprach Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer „von einem Tag der Freude und der Erleichterung für die gesamte Region.“ Mit einem täglichen durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von über 6000 Pkw und einem Schwerlastverkehr von über 400 Lkw sei die Belastung beinahe doppelt so hoch wie für eine Staatsstraße im bayerischen Durchschnitt. Ohne Einschränkungen könne man deshalb sagen: „Dieser Ausbau war dringend erforderlich.“

Planerisches Fingerspitzengefühl

Angesichts der Lage im Bannwald und der damit notwendigen umfangreichen naturschutzfachlichen Untersuchungen sei ein besonderes planerisches Fingerspitzengefühl notwendig gewesen, um einen sinnvollen Ausbau zu planen und die Bannwaldverluste möglichst gering zu halten. Die Vorbereitungs- und Planungsphase habe acht Jahre gedauert, der eigentliche Ausbau aber sei in rekordverdächtig schneller Zeit über die Bühne gegangen.

Dr. Bauer nutzte die Gelegenheit, all denen Dank zu sagen, die zum Gelingen dieser Maßnahme beigetragen haben, den Menschen, die in vielfacher Weise von der Baumaßnahme betroffen waren, den Grundeigentümern, die ihre Flächen abtraten, Anwohnern und Verkehrsteilnehmern für Geduld und Verständnis, den beteiligten Planern und Fachstellen, den Gemeinden Feucht und Winkelhaid für die Unterstützung, dem Bauunternehmen Rädlinger aus Selbitz und den weiteren Firmen für die schnelle und qualitativ gute Arbeit und den Fachstellen der Regierung.

Seinen abschließenden Wunsch an alle Verkehrsteilnehmer für eine allzeit unfallfreie und entspannte Fahrt, teilten auch die beiden Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel und Angelika Weikert. Dünkel unterstrich die Tatsache, dass der alte Zustand und die Gesamtsituation den Ausbau notwendig machten.

„Gute Arbeit, gute Leistung, Zeit- und Kostenrahmen eingehalten“, resümierte Angelika Weikert. Dass die Planungsphase so lang war, sei der Beweis, dass vieles unter einen Hut gebracht werden musste.

Daran knüpfte Landrat Armin Kroder an, der die Arbeit der „Zetteldreher“ an den Schreibtischen und die der Leute, die das Werk umsetzen, gegenüberstellte. Beide wären notwendig, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Sein Wunsch war es, das die Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindikeit so anpassen, dass allzeit unfallfrei auf der neuen Straße gefahren werde.

Der Segen dazu kam dann von den beiden Geistlichen Jörg Petschat und Edwin Grötzner, der allen, die diese Straße benützen, zurief, immer sicher zu reisen aber dabei das ewige Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl