Thomas Cervenka wird nach Ernst Klier Gemeindediakon in Oberferrieden

Neuer Teamplayer in der Marienkirche

Thomas Cervenka wird der neue Gemeindediakon in der evangelischen Kirchengemeinde Oberferrieden. Foto: Spandler2014/10/cervenka.jpg

OBERFERRIEDEN – Stabwechsel im Diakonenbüro im evangelischen Gemeindehaus der Kirchengemeinde Oberferrieden: Seit ein paar Tagen ist der gebürtige Erlanger Thomas Cervenka dabei, die Gemeinde zu erkunden, die er in wenigen Wochen übernehmen soll. Derzeit ist er der „Schatten“ von Pfarrer Volker Dörrich und Diakon Ernst Klier, der demnächst in Ruhestand geht. Ihnen beiden folgt er bei ihren Terminen in der Gemeinde, um die Örtlichkeiten, vor allem aber die Menschen, die dort leben, kennenzulernen. Am Sonntag, 5. September, um 9.30 Uhr, wird er in der Marienkirche in Oberferrieden in sein Amt eingeführt.

1978 begann Cervenka mit seiner Diakonenausbildung in Rummelsberg. Nach dem Zivildienst am Klinikum Nürnberg trat er seine erste Stelle als Gemeindediakon in St. Jobst in Nürnberg an, bevor er sich nach dreieinhalb Jahren ein Sabbatjahr für seine Reiseleidenschaft genehmigte.

Die führte ihn nach Nepal, weiter über Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und schließlich China, ausgerechnet zu jener Zeit, als das Massaker am Tiananmen-Platz im Juni 1989 stattfand. Zurück in der Heimat übernahm er als Gemeindediakon das ökumenische Gemeindezentrum St. Andreas, ein Modellprojekt, bei dem er schließlich die Geschäftsführung des Pfarramts innehatte – eine Stelle, auf der er ungewöhnliche lange 18 Jahre blieb. Bevor er nach Oberferrieden kam, arbeitete er in der Kinder- und Jugendarbeit und als
Geschäftsführer der Kindergärten und Diakoniestation in Schwabach-Limbach.

Vielfältiges Aufgabengebiet

Die Aufgaben, die nun auf ihn zukommen, sind vielfältig. Neben Gottesdiensten und den sogenannten Kasualien, das sind Hochzeiten oder Beerdigungen, wird er Geburtstags- und weitere Jubiläumsbesuche machen, zuständig sein für die Kindergartenandachten in Ezelsdorf, Ober- und Unterferrieden, die Seniorenkreise und die Schäfchenkirche, die Gottesdienste für die allerjüngsten Gemeindemitglieder. Auch in der Nachbargemeinde in Postbauer-Heng wird er im Schauerholz Gottesdienste abhalten und die Vertretung für die dortige Pfarrerin übernehmen.

Auch Jugendgottesdienste wird er durchführen, mit der kirchlichen Jugendarbeit ist er allerdings nicht befasst. Spätestens zum 1. Dezember wird er dann komplett in Eigenverantwortlichkeit die Gemeindearbeit übernehmen. Dass er vor seinem Vorgänger Klier so lange eingearbeitet werden kann, hält er für einen großen Vorteil: „Das ist eher die Ausnahme.“

So hatte er seit Mitte September schon Kontakte mit dem Kirchenvorstand, mit den Mitarbeitern im Konfirmanden-Unterricht und der Schäfchenkirche, außerdem war er bei einer Aussegnung dabei. Wie er seine künftige Gemeinde bisher erlebt hat? „Offen“, urteilt der 54-Jährige sofort und spricht von einer „Kultur des Willkommenseins“. Dass es auf dem Land noch traditioneller zugeht als in der Stadt, wo er bisher seine beruflichen Erfahrungen gesammelt hat, kann er jetzt schon feststellen und nennt als Beispiel die Beteiligung und Rituale der Vereine bei Beerdigungen. Diese Gegebenheit empfindet er durchaus als positiv: „Der Kontakt zur Kirche wird eher gelebt.“

Gemeindeleben kennenlernen

Als Ziel hat er sich vorgenommen, in seinem ersten Dienstjahr die Eckpunkte des Gemeindelebens kennenzulernen, bevor er dann darangehen wird, zusammen mit den Menschen vor Ort zu überlegen, welche Schwerpunkte zu setzen sind und welche Angebote man noch aufnehmen sollte, damit gute Erfahrungen mit Kirche und Glauben gemacht werden. „Zusammen mit den Menschen“ ist bei ihm keine Floskel. Er legt großen Wert darauf, die Gemeindemitglieder in den Arbeits- und Entscheidungsprozess einzubeziehen, denn er sieht sich eher als Teamplayer denn als Alleinunterhalter.

Thomas Cervenka ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und liebt das Gitarrespielen, das Laufen und als bekennender Griechenland-Fan natürlich das Reisen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler