800.000 Euro Schaden durch Brand

Das zerstörte Haus am Eisenhüttlein gestern Nachmittag, die Dachziegel sind weitgehend abgetragen. Links im Bild das Hirtenmuseum
Das zerstörte Haus am Eisenhüttlein gestern Nachmittag, die Dachziegel sind weitgehend abgetragen. Links im Bild das Hirtenmuseum2010/02/kb3.jpg

HERSBRUCK (jr) – Über 150 heimische Feuerwehrleute haben in den frühen Morgenstunden einen Großbrand bekämpft: Ein Wohnhaus in der Hersbrucker Altstadt stand in Flammen und wurde weitgehend zerstört, der angrenzende Gänsturm ist stark beschädigt. Verletzte gab es nicht. Der Sachschaden beträgt 800.000 Euro.

Es war ein plötzliches Erwachen für die Anwohner des Hersbrucker Eisenhüttleins und des Oberen Marktes am Mittwochmorgen. Der Schneefall war in der Nacht in Regen übergegangen, und plötzlich gesellten sich heiße Flammen und beißender Rauch dazu.

Das Feuer war kurz nach 5.30 Uhr im unteren Dachgeschoss eines Gebäudes drei Häuser neben dem Hirtenmuseum ausgebrochen. Ein Nachbar bemerkte den Brand und schlug Alarm. Ihm ist es vermutlich zu verdanken, dass niemand zu Schaden kam. Denn die beiden türkischen Familien in dem brennenden Gebäude hatten noch geschlafen. Sie konnten sich dann dank der Aufmerksamkeit des Anwohners noch rechtzeitig übers Treppenhaus in Sicherheit bringen.

Zwei Personen schafften es allerdings nicht mehr durch die Tür ins Freie. Die Hersbrucker Feuerwehr fuhr ihre Drehleiter in den Hof der Schlosserei Bock und rettete die beiden über die Fenster.

In rascher Folge trafen Einsatzkräfte aus Altensittenbach, Ellenbach, Happurg, Henfenfeld, Hohenstadt und Reichenschwand ein. Da der Unglücksort in der Hersbrucker Altstadt lag, war zeitgleich die Laufer Feuerwehr alarmiert worden.
Kreisbrandrat Norbert Thiel leitete bei Schneeregen die Löscharbeiten. Die für die Einsatzkräfte ungemütliche Witterung hatte die positive Wirkung, dass sich der Brand in dem engen Ensemble denkmalgeschützter Häuser nicht so schnell ausbreiten konnte. Teams auf zwei Drehleitern und etliche Trupps vom Boden aus brachten die Flammen rasch unter Kontrolle. Wärmebildkameras lieferten wertvolle Hinweise auf Glutnester. Das Nachbarhaus wurde dank des Einsatzes lediglich durch herabfallende Dachziegel leicht beschädigt.

Den vereinten Kräften gelang es zudem, den historischen Gänsturm vor dem Untergang zu bewahren. Dessen Fachwerkfassade zum brennenden Nachbarhaus hin und eine Zimmerdecke hatten bereits Feuer gefangen. Vor allem die 36 Atemschutzträger vor Ort verhinderten Schlimmeres. Trotzdem erlitt das denkmalgeschützte Kleinod — einst Hersbrucks Wasserturm und jetzt das Domizil der Altstadtfreunde — Schäden, die Norbert Thiel auf mindestens 100000 Euro schätzt.

Die Flammen hatten sich auch auf das Gebälk des alten Wehrgangs im dortigen Bereich ausgebreitet und verursachten Zerstörungen von etwa 25000 Euro. Weitere umliegende Gebäude wie zum Beispiel die Metzgerei Hartmann und die Schlosserei Bock wurden von den Wehren erfolgreich gesichert.

Die Kripo Schwabach hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Wie in solchen Fällen üblich, ist mit Ergebnissen erst in einigen Tagen zu rechnen. Fest steht, dass das Feuer im Dachgeschoss ausbrach.

Das betroffene Wohnhaus muss höchstwahrscheinlich wegen Einsturzgefahr in den nächsten Tagen abgebrochen werden. Kreisbrandrat Norbert Thiel bedauert, dass in dem Gebäude keine Rauchmelder installiert waren. Diese hätten Bewohner gewarnt, was wiederum zu einer schnelleren Alarmierung der Feuerwehr geführt hätte.

Neben den 150 Feuerwehrleuten mit zwei Drehleitern und acht Löschfahrzeugen war auch das BRK mit seiner Schnelleingreifgruppe (SEG) vor Ort und versorgte die Retter bei ihrem mehrstündigen Einsatz. Eine Brandwache war die ganze letzte Nacht noch im Einsatz.

Das Unglück brachte starke Einschränkungen im morgendlichen Berufsverkehr mit sich. Die Grabenstraße und große Teile der Innenstadt waren teils über mehrere Stunden hinweg gesperrt. Die heimische Polizei unter Leitung von Hans Meixner und später Feuerwehrleute sorgten für die notwendigen Absperrungen.

Bürgermeister Wolfgang Plattmeier war ebenso wie Stadtrat Robert Ilg noch während der Löscharbeiten am Brandort und machte sich ein Bild von der Lage.

N-Land Jürgen Ruppert (Hersbrucker Zeitung)
Jürgen Ruppert (Hersbrucker Zeitung)