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Lokales DB
11.05.10 14:30 Uhr

Windräder nahe Weißenbrunn?

Von: Martina Rüsing

WEISSENBRUNN – „Windräder sorgen für Wind und auch für Schlagzeilen“, meinte Leinburgs 1. Bürgermeister Joachim Lang und wies damit auf die aktuelle Diskussion über solche Anlagen in gleich mehreren Gemeinden im Nürnberger Land hin. Anlass ist die Änderung des Regionalplans Mittelfranken, in dem Vorranggebiete unter anderem für Windräder vorgesehen sind, so auch östlich von Weißenbrunn. Die Gemeinde Leinburg kann dazu eine Stellungnahme abgeben, über die der Gemeinderat diskutierte.
Das Vorranggebiet WK 33 betrifft die Gemeinden Leinburg, Offenhausen und die Stadt Altdorf. Auf den vorgesehenen derzeit landwirtschaftlichen Flächen könnten laut Regionalplan vier bis fünf Windkraftanlagen errichtet werden. Die Hochfläche befindet sich etwa 750 Meter von Weißenbrunn sowie etwa je 500 Meter von Klingenhof und Raschbach entfernt.
Georg Kohl (FWG) berichtete von einem Treffen mit den betroffenen Grundstückseigentümern. Ein Betreiber stellte dabei sein Konzept vor, das Zwei-Megawatt-Anlagen mit einer Masthöhe von 125 Metern und Drei-Megawatt-Anlagen mit 140 Meter hohen Masten vorsehe. Den zu erwartenden Lärmpegel in Klingenhof habe der Betreiber mit 40 Dezibel angegeben. Die Eigentümer hätten etwa zur Hälfte das Projekt befürwortet oder abgelehnt, schilderte Kohl seine Eindrücke.
Hin- und hergerissen zeigte sich Margit Dickas (FWG). Einerseits müsse man regenerative Energien unterstützen, andererseits befinde man sich hier auch in einem Tourismusgebiet. Sie zitierte aus dem Regionalplan, nach dem Windkraftanlagen für Lärm, Unruhe und Beeinträchtigungen im Landschaftsbild sorgen würden. „Im Hinblick auf die beabsichtigte Entwicklung des Landkreises Nürnberger Land zu einer ,Gesundheitsregion‘ (…) ist daher ein äußerst sensibler Umgang mit der Nutzung der Windkraft in diesen Bereichen dringend geboten.“
Dickas schlug vor diesem Hintergrund vor, mit den betroffenen Bürgern über diese Projekte zu sprechen – wohl auch in Erinnerung der Diskussion um einen Sendemast bei Winn. Damals hatten betroffene Bürger den Gemeinderäten vorgeworfen, sich der Brisanz des Themas nicht bewusst gewesen zu sein und vorschnell mehrheitlich eine positive Stellungnahme abgegeben zu haben.
Eine Ortsbegehung auch mit Anliegern unterstützte Matthias Hummel (SPD). Er warnte allerdings davor, nach dem „Sankt-Floriansprinzip“ vorzugehen, also Windräder grundsätzlich gutzuheißen, aber eben nicht vor der eigenen Haustür. Einen Ortstermin kann es aus zeitlichen Gründen nicht mehr geben, teilte die Verwaltung mit, weil die Gemeinde bereits bis zum 11. Juni ihre Stellungnahme zum Regionalplan abgeben muss.
Helmut Schmidt (CSU) wies darauf hin, dass sich die Gemeinde zwar gegen das Vorranggebiet aussprechen könne. „Aber wenn ein Eigentümer verkauft, können wir nichts tun.“
2. Bürgermeisterin Anni Bierlein (CSU) erläuterte das Ziel des Regionalplans. Mit den Vorranggebieten wolle man verhindern, dass Anlagen wild in der Landschaft gestreut werden. Ihre Haltung zur Windkraft: „Man verlangt überall erneuerbare Energien, warum sollten wir also dagegen sein?“
In Deutschland sei dies mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor geworden, meinte 1. Bürgermeister Joachim Lang. Es gelte, sich von der Abhängigkeit von anderen Energiequellen zu lösen. Allerdings sehe er auch die Bedenken vieler Bürger. „Über die optischen Auswirkungen auf die Natur kann man geteilter Meinung sein.“
Eine klare Position bezog Richard Kohler (FWG): „Ich sehe keine Alternativen und bin ein klarer Befürworter. Windkraft ist eine gute Sache, schließlich wollen wir weg von anderen Energiequellen.“
Mit 12:9-Stimmen sprach sich der Gemeinderat schließlich für eine positive Stellungnahme zum Regionalplan aus.




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