Windkraft: Vorrangflächen statt Wildwuchs

SCHNAITTACH — Bei der Kreistagssitzung im Schnaittacher Badsaal legte Thomas Müller, Regionsbeauftragter der Regierung Mittelfranken, noch einmal die Fakten zum Regionalplan und damit zum Thema Windkraft dar.
Er betonte, dass es 2002 der ausdrückliche Wunsch im Nürnberger Land gewesen sei, einen Regionalplan zu erstellen, um eine Steuerungsmöglichkeit in Sachen Windkraft zu haben. Die Idee war, Vorrangflächen auszuweisen, um andere Standorte für Windräder im Landkreis ausschließen zu können und einen freien „Wildwuchs“ zu verhindern. Der Entwurf sei in ein öffentliches Beteiligungsverfahren gegangen, in dem Kommunen, Ämter und Bürger Stellung nehmen konnten. „Wo keine Akzeptanz da war, wurden auch keine Flächen in den Regionalplan mit aufgenommen“, erklärte Müller.
Bei der nun geplanten Änderung des Regionalplanes geht es aber darum, die damals ausgewiesenen Vorbehaltsflächen und einige neu dazu gekommene Standorte in Vorrangflächen umzuwandeln. Das heißt konkret: Wo bisher zunächst hätte geprüft werden müssen, ob außer Windkraft auch andere Nutzungsmöglichkeiten für den Bereich bestehen, würde dann die Windkraft nutzung immer vorgezogen.
Der Regionalplan, so Müller, solle eine „Planung für die Region und nicht gegen sie sein“. Deshalb sei auch keine „Zwangsbeglückung“ angedacht. Man werde nicht gegen den Landkreis und die Kommunen entscheiden. Jederzeit könnten auch alternative Standorte als Vorrangflächen vorschlagen werden. Drei weitere Stellen seien schon angesprochen, inzwischen jedoch wieder verworfen worden.
Er riet eindringlich davon ab, gar keine Gebiete auszuweisen, weil das vom Verwaltungsgericht als „Verhinderungspolitik“ angesehen werden könnte. Besser sei es, Vorrangflächen auszuweisen, denn sonst könnten überall Windräder entstehen.
Wie die Kreisräte entschieden haben, finden Sie hier.
Für eine Übersichtskarte der geplanten Windkraftflächen klicken Sie bitte hier.



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