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Lokales PZ
24.02.10 19:00 Uhr

Windkraft ist in Lauf wieder Thema

Von: Pegnitz-Zeitung

Blick vom Neunhofer Wohngebiet Richtung Bullach. Auf der Kuppe im Hintergrund könnten bald Windräder stehen. Foto: Scholz

BULLACH/NEUNHOF (mz) - Lauf will Windkraft. Das ist grundsätzlich nicht neu, auch die dafür vorbestimmten Flächen sind bekannt: drei bei Weigenhofen, eine süd-östlich von Bullach und eine auf der Höhe zwischen Bullach und Neunhof. Für Letztere gibt es aktuell eine erste Voranfrage – wohl für eine Anlage. Die Stadt möchte dort zudem ein Bürgerkraftwerk anregen.

Anderslautenden Gerüchten zum Trotz, in denen von fünf geplanten Anlagen die Rede ist, hat bisher im Laufer Rathaus nur ein Bullacher vorgefühlt. Er möchte ein bis zwei Windräder errichten, teilte Bürgermeister Benedikt Bisping auf Anfrage der PZ mit. Stadtrat Björn Breuer aus dem Laufer Ortsteil bestätigt, dass ein Windkraftbetreiber bei einem örtlichen Landwirt ernsthaft sein Interesse angemeldet hat. Bisher liegt allerdings noch kein Antrag beim zuständigen Landratsamt vor. Der Privatmann, der gestern tagsüber nicht zu erreichen war, ist noch dabei, die Lage zu sondieren.

Anders als noch 2005, als der Laufer Bauausschuss schon einmal über ein Windkraftrad auf Laufer Grund zwischen Bullach und Neunhof abstimmte und ablehnte, sind diesmal kaum größere Proteste aus den Ortsteilen zu vernehmen. Eine Bullacherin sagte lediglich, dass sie sich aber auch nicht darüber freuen würde. Stadtrat Breuer hat den Eindruck, dass die Bullacher «dem relativ neutral gegenüberstehen». Bürgermeister Bisping berichtet von den Bullacher und Neunhofer Bürgerversammlungen dasselbe. Er habe die vorbestimmten Flächen extra gezeigt und erklärt, ohne dabei auf Ablehnung zu stoßen.

Der «grüne» Bürgermeister war schon als Stadtrat ein klarer Befürworter dieser ökologischen Kraftwerksart. So hatte er bereits die «Potenzialstudie Erneuerbare Energien» für Lauf angestoßen, die 2001 fertig war und mögliche alternative Märkte für die Städtischen Werke aufzeigen sollte. «Eine geeignete Fläche für einen Windpark steht aufgrund geografischer Gegebenheiten im Stadtgebiet nicht zur Verfügung», hieß es darin allerdings. Grund: die zu geringe Windstärke.

Bisping hält dies aber für überholt, es gebe inzwischen Räder mit einem deutlich verbesserten Wirkungsgrad, ideal für Mittelgebirgslandschaften. Deshalb müssten die Anlagen auch nicht mehr möglichst hoch gebaut werden. Sein Hauptargument: Ein Rad könne heutzutage 1500 Haushalte mit Strom versorgen.

Bisping möchte jetzt so wie bei Photovoltaikanlagen Bürger animieren, in Windkrafträder zu investieren. Zum Beispiel auf der Höhe zwischen Bullach und Neunhof. Diese Idee stellt er am 9. März im Laufer Bauausschuss vor.

Ob dort tatsächlich eine oder mehrere Anlagen entstehen, darüber entscheidet letztlich nicht der Stadtrat. Anträge gehen ans Landratsamt, das ein sogenanntes emissionsschutzrechtliches Verfahren durchführen muss. Dabei geht es bei Windrädern vor allem um Lärm und Schatten.

Die Gemeinde muss dazu gehört werden als eine von mehreren Stellen. Grundsätzlich hat Lauf aber Flächen für Windkraft vorbestimmt, sogenannte Vorbehaltsflächen, und zuletzt 2008 im aktuellen Landschaftsplan bestätigt. Rechtlich sind damit die Hürden bereits niedrig, zumal diese Alternativenergie bundesweit privilegiert ist.




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