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Lokales PZ
19.07.10 16:56 Uhr

Initiative pro Windkraft

Von: Freie Wähler Schnaittach

Der Saal im Gasthaus Schuster war voll beim Thema Windkraft. Foto: Privat

SCHNAITTACH — „Endlich mal eine sachliche Informationsveranstaltung, bei der Gegner und Befürworter der Windkraft anständig miteinander geredet haben“. So lautete das Credo vieler Besu­cher der Veranstaltung, die die Schnaittacher Freien Wähler zusammen mit den Grü­nen durchgeführt haben. Der Titel des Informationsabends mit Tomi Engel vom Bundesverband Windenergie lautete „Windkraft – Fluch oder Segen“.

Fast 100 Besucher aus Schnaittach und Umgebung füllten das Gasthaus Schuster bis auf den letzten Platz unter ihnen auch viele Mandatsträger und der Schnaittacher Bür­germeister Georg Brandmüller. Der Referent Tomi Engel, der im Landkreis Neustadt/ Aisch lebt, erklärte die großen Chancen der regenerativen Energien für Deutschland und die Menschen. Engel machte dabei anschaulich deutlich, dass keine einzelne regenerative Energie eine Lösung darstellt. Nur der intelli­gente Verbund von Biomasse, Blockheizkraftwerken, Biogasanlagen, Photovoltaik und eben Wind­energie sei in der Lage eine gesicherte Stromversorgung zu bieten.

Erstaunt waren viele Zuhörer als der Referent aufzeigte, dass der Landkreis Nürnber­ger Land und auch Schnaittach in Bayern und Deutschland nur einen Abstiegsplatz bei der Nutzung von grüner Energie einnehmen. Mit nur zwei Prozent ist man hier weit abge­schlagen. Andere Landkreise, auch in Bayern, versorgen sich längst mit zweistelligen Anteilen aus regenerativer Energie. Und Engel machte deutlich: „Wenn hier der Landkreis und die Kommunen nicht aufholen, fließt das Geld der Firmen und Bürger für Stromkosten und die Gewinne der Anlagen in andere Regionen, die konsequent grüne Energien nutzen“.

Und gerade hier wurden viele Skeptiker hellhörig. Was ist, wenn wir die „Spargel“ in unserer Landschaft nicht verhindern können und fremde Investoren, ohne Rücksicht auf gewünschte Abstandsflächen uns die Türme vor die Nase setzen. Hier wurde deutlich, dass der Regionalplanentwurf vielleicht auch eine Chance ist, die man nicht leichtfertig verpassen darf. 

Im zweiten Teil der Veranstaltung, der Diskussion, die von Achim Dobbert von den Grü­nen und Stephan Tralau von den Freien Wählern geleitet wurde, ging es dann um kon­krete Maßnahmen in Schnaittach. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass auch in der Marktgemeinde endlich der Startschuss für die Nutzung von regenerativer Energie fallen müsse. Ein Blockheizkraftwerk auf Hackschnitzelbasis mit Stromproduktion und die Inves­tition in Biogasanlagen war der Bürger-Wunsch.

Das Thema Windenergie und die Suche nach geeigneten Standorten im Ortsgebiet, angesprochen wurden unter anderem die Bondorfer Höhen,  blieb umstritten. Die betroffenen Bürger aus Haidling und Osternohe brachten ihre Ängste und Befürchtungen zur Sprache. Aber man merkte bereits während und nach der Veranstaltung, dass viele Betroffene noch weiteren Dis­kussionsbedarf haben.

So wird sich aus dieser Veranstaltung eine „Initiative regenerative Energien für Schnaittach“ gründen. Und auch Windkraftskeptiker haben zugesagt hier mitzuarbeiten. Denn gar nichts zu tun für die Umwelt und die Kassen in Schnaittach, das wollte kaum einer der Besucher.




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