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Lokales DB
20.05.10 14:44 Uhr

„Im Turbinenfeld möchte keiner leben“

Von: Alex Blinten

ALTDORF – Auf der Tagesordnung des Stadtrats stand das Thema Windkraftanlagen bei Eismannsberg. Im Vorfeld hat sich die Bürgerinitiative Gegenwind, die sich gegen den Bau weiterer Anlagen auf der Jura-Höhe wehrt, schriftlich an Bürgermeister Erich Odörfer gewandt und auf einen Umstand hingewiesen, der in der Diskussion bislang offenbar wenig Beachtung fand.
Im Zuge der Flurneuordnung in Eismannsberg und Wappeltshofen wurde für die Grundstücke an der A 6 vom Amt für ländliche Entwicklung und der Teilnehmergemeinschaft Eismannsberg/Wappeltshofen beantragt, hier keine Windkraftanlagen zuzulassen. Der Altdorfer Stadtrat hat das dann auch so beschlossen. „Die Bürger von Eismannsberg und Wappeltshofen vertrauen nun auf diesen Beschluss, der ihnen die Rechtssicherheit gegeben hat, ohne Benachteiligungen die bisher besessenen Grundstücke in diesem Areal für den Flächentausch an anderer Stelle zur Verfügung zu stellen und somit die Flurneuordnung zu ermöglichen“, schreibt Dieter Wild von der Bürgerinitiative Gegenwind  an Odörfer. Ohne den Stadtratsbeschluss hätten die Grundstücke an der A 6 viel höher bewertet werden müssen. Ihr Wert würde sich aus dem erzielbaren Pachtpreis für die Verpachtung an einen Windkraftanlagen-Betreiber errechnen. 13.100 Euro pro Hektar könnte ein Grundstücksbesitzer damit erzielen gegenüber nur rund 200 Euro, die er für den Hektar Ackerland als Pacht bekommt.
Die jetzige Rechtssicherheit müsse auch in Zukunft Bestand haben, fordert deshalb die Bürgerinitiative. „Ansonsten würde die derzeit insgesamt relativ gute Akzeptanz der Flurneuordnung drastisch gestört“, so Wild, der mit einer Prozessflut rechnet, sollte der Stadtratsbeschluss für die Flächen an der A 6 gekippt werden. Die Bürgerinitiative weist auch auf die Gefahr hin, dass es zu einer „Vergiftung der dörflichen Harmonie und Gemeinschaft“ kommt. 
Die Bürgerinitiative erinnert auch an die Infoveranstaltung über Windkraftanalgen im Februar in Eismannsberg. Damals sprachen sich 92 von 101 Anwesenden gegen den Bau weiterer Anlagen auf der Gemarkung Eismannsberg/Wappeltshofen aus.
Auf der Jurahöhe gibt es bereits fünf Windkraftanlagen. Nun befürchten die Mitglieder der BI, dass in näherer und weiterer Entfernung zu Eismannberg weitere 20 Anlagen hinzukommen, wenn die Möglichkeiten realisiert werden, die der Regionalplan eröffnet. „In einem solchen Turbinenfeld möchte doch kein Mensch mehr wohnen“, so Wild.
Wie berichtet gibt es im Landkreisnorden ebenfalls massive Widerstände gegen den Bau von Windkraftanalgen. In der Bürgerinitiative Gegenwind vermutet man deshalb, dass möglicherweise der Norden des Nürnberger Landes geschont und weitere Anlagen ganz im Süden an der Grenze zur Oberpfalz konzentriert werden sollen.




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