Gespräche über Windkraft
OFFENHAUSEN — Der Gemeinderat vertagte die Entscheidung über einen neuen Strom-Konzessionsvertrag und beschloss weitere Schritte zur Erstellung eines Energiekonzeptes. Der Arbeitskreis zu Energiefragen hat zudem seine Arbeit aufgenommen.
Horst Hien vom Energieversorgungsunternehmen N-Ergie warb im Gemeinderat um den Abschluss eines neuen Konzessionsvertrages zwischen der Gemeinde und seinem Auftraggeber. Die Laufzeit des bisherigen Vertrages endet am 4. April 2011. Nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen handelt es sich dabei nur noch um einen Vertrag über die Nutzung öffentlicher Verkehrswege und die Bereitstellung eines Stromnetzes, unabhängig von der eigentlichen Stromversorgung. Bei einem Wechsel der Gemeinde zu einem anderen Konzessionsnehmer müsste der von der N-Ergie das örtliche Stromnetz kaufen und Messgeräte zwischen dem regionalen Netz der N-Ergie und dem örtlichen Netz einbauen.
Hien wies auf die dabei entstehenden Kosten und Komplikationen hin. Er warb außerdem mit dem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst und der hohen Versorgungssicherheit der N-Ergie. Bei notwendigen Veränderungen an den Stromversorgungsanlagen gibt es in den neuen Konzessionsverträgen zwei Alternativen. Im ersten Fall übernimmt die Kommune die Lasten der Tiefbaumaßnahmen und das Energieversorgungsunternehmen die erforderlichen Arbeiten an den Anlagen. Die Alternative wäre eine Aufteilung der Kosten zwischen beiden Vertragspartnern im Verhältnis 50 zu 50 oder nach zehn Jahren im Verhältnis 40 (Gemeinde) zu 60 (Unternehmen). Die Laufzeit der Verträge beträgt zehn oder 20 Jahre.
Reinhard Endres wollte wissen, wie die N-Ergie die steigende Einspeisung von Strom aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen bewältigen will. Laut Hien würden zukünftig alle Anlagen eingespeist, allerdings nur am technisch nächst möglichen Anschlusspunkt. Der muss nicht immer das Ortsnetz sein, sondern kann unter Umständen weiter entfernt liegen, etwa in Happurg. Engpässe sind in einzelnen Fällen durchaus vorhersehbar. Eventuell sind irgendwann auch neue Umspannwerke nötig.
Bürgermeister Georg Rauh will nun das Jahr bis zum Auslaufen des bestehenden Vertrages nutzen, um am Energiekonzept der Gemeinde weiterzuarbeiten und die Entwicklung im Energiesektor zu beobachten. Er erhofft sich eine gute Kooperation mit einem Netzbetreiber bei der Einspeisung der selbst produzierten Energie. Falls die Bedingungen zum Energiekonzept der Gemeinde passen, könne er sich auch einen Vertragsabschluss über 20 Jahre vorstellen.
Für die Energienutzungsplanung der Gemeinde sollen das Angebot eines Ingenieurbüros eingeholt und Unterlagen eingereicht werden, um eine Förderung durch den Bezirk zu erhalten. Für den Flächennutzungsplan wird die Gemeinde Anzahl, Standorte und Höhe möglicher Windkraftanlagen festlegen. Im Energie-Arbeitskreis wurden zwei Gruppen gebildet. Eine führt Gespräche mit Betreibern von Windkraftanlagen über Kosten und Nutzen der Anlagen. Die andere erarbeitet einen Fragebogen, um den Ist-Zustand in der Gemeinde rund ums Thema Energie zu ermitteln.
Die Grundstücke, auf denen in Breitenbrunn die Fernwärmeanlage entstehen wird, sollen in den Innenbereich des Ortsteils einbezogen werden. Dazu wird eine Einbeziehungssatzung aufgestellt. Die Gemeinde wird bei der Agentur für Arbeit vier Anträge für sogenannte 1-Euro-Jobs stellen.
Norbert Rauner



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