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12.05.10 18:47 Uhr

Bullacher setzen Signal gegen Windräder

Von: Clemens Fischer

Jürgen Körber von der Bullacher Bürgerinitiative überreicht Bürgermeister Bisping vor dem Rathaus über 1000 Unterschriften gegen die geplanten Windräder. Im Hintergrund die große Abordnung von Bullacher Bürgern. Foto: Fischer

LAUF/BULLACH — Exakt 1089 Unterschriften haben die Bullacher in den letzten Wochen gegen die geplanten Windräder in ihrem Gebiet gesammelt. Mit einem eindrucksvollen Auftritt von fast 100 Bürgern vor dem Laufer Rathaus hat die Bürgerinitiative diese Unterschriften an Bürgermeister Benedikt Bisping überreicht.

Dieser bedankte sich zwar für das Engagement, sprach aber auch von einem schwierigen Abwägungsprozess und davon, dass es weder in der Bürgerversammlung in Bullach noch in der ersten Entscheidung im Stadtrat im März grundsätzliche Gegenstimmen gegen den Standort gegeben habe. Bisping kündigte außerdem eine Sonderbürgerversammlung für den 7. oder 8. Juni an.

Jürgen Körber, Bullacher Bürger und einer der Sprecher der Bürgerinitiative ILL, erinnerte bei der Unterschriftenübergabe an jüngste Äußerungen verschiedener Stadträte, wonach gegen den Widerstand der Bevölkerung auf dem Bullacher Berg kein Windrad aufgestellt würde. Tatsächlich hatten in den letzten Tagen sowohl die SPD- als auch die CSU-Fraktion Anträge an den Stadtrat gestellt mit dem Ziel, Windkraftanlagen in diesem Gebiet zu verhindern. Damit wäre ein breite Mehrheit gegen den Standort Bullach sicher.

Jürgen Körber betonte bei der Unterschriftenübergabe, dass sich Bürger aus sämtlichen umliegenden Orten gegen die Windräder ausgesprochen haben. Unterzeichnet haben 235 Bürger aus Bullach, 125 aus Neunhof, 80 aus Simonshofen, 131 aus Eckental, 158 aus dem übrigen Lauf, aus Nürnberg 89 und aus anderen Orten 271. Dabei, so betonter Körber,  habe man keineswegs am Nürnberger Hauptmarkt Unterschriften gesammelt, sondern beispielsweise Gäste in Neunhof oder Bullach angesprochen und um eine Unterschrift gebeten. Und eine Sprecherin ergänzte, dass die Initiative weder gegen die Stadt oder einzelne Personen sei, noch eine politische Richtung unterstütze.

Bürgermeister Bisping sprach von einem schwierigen Abwägungsprozess und von einem Spagat zwischen Bürgerinteresse vor Ort und der grundsätzlichen Förderung regenerativer Energien. Fast wöchentlich gingen beispielsweise im Landtag Petitionen ein, in denen Bürger gegen Windkraftwerke klagen.

Wobei die Laufer Stadtwerke schon auf einem guten Weg seien, diese regenerativen Energien weiter auszubauen. Bisping zitierte in diesem Zusammenhang den bayerischen Umweltminister Söder, der der Windkraft in Bayern künftig mehr Bedeutung zukommen lassen möchte. Außerdem, so Bisping, wisse er derzeit von keinerlei Bestrebungen in der bayerischen Regierung, die Abstände zum Windrädern zu vergrößern. Ganz aktuell, so Bisping wisse er außerdem, das beispielsweise erst diese Woche der Leinburger Gemeinderat mit Mehrheit für Windräder auf dem Gebiet bei Weißenbrunn gestimmt habe.

Weil man aber natürlich das Signal der Bürgerproteste ernst nehmen müsse, so der grüne Bürgermeister ohne weiter konkret zu werden, habe die Allianz aus FW, Grünen und SPD einen Geschäftsordnungsantrag eingebracht, die geplanten Informationen über die Windkraftanlagen bei Bullach, für die im Landratsamt Bauanträge vorliegen, von der aktuellen Tagesordnung des Bauausschusses zu nehmen.

Dafür solle jetzt erst mal ein „Bürgerdialog“ gestartet werden. „Ich lade sie alle ein nachzudenken, wie wir energetisch weiter kommen“. Und dann betonte Bisping noch mehrmals, das die Stadt ja gar nicht Genehmigungsbehörde eines Windrades sei. Was ist, wenn Lauf sein Grundstück bei Bullach nicht für ein Windrad verpachtet, fragte Bisping zum Schluss. „Wir haben keinen Einfluss auf die Verwendung andere Flächen.

Die Bullacher Initiative lädt diesen Samstag zu einer Informationsveranstaltung (13 bis 18 Uhr) auf die Fläche der geplanten Windräder zwischen Bullach und Lauf. „Bei Kaffee und Kuchen soll sich jeder selbst ein Bild von der Situation machen.




Kommentare

Franziska Huber, Lauf, 15.05.2010 15:56:
Windkraft mit weitreichenden Folgen
Also wenn ich mir die Kommentare zur Windkraftanlage Bullach so durchlese, frage ich mich ernsthaft, in wie weit sich die Leute informieren, bevor sie einen Leserbrief in die Zeitung bzw. ihre Unterschrift auf eine Liste setzen. Bei Kommentaren, wie dem der
Kirwaboum Bullach finde ich es durchaus interessant, wie hier Horrorszenarien konstruiert werden, die mit der Realität wenig gemeinsam haben. Denn einen Zusammenhang zwischen dem befürchteten Niedergang der Kirchweih und dem Bau eines Windrads sehe ich absolut nicht. Hier schätze ich die Gefahr, das die Kirchweih nur noch als Grund für einen guten Rausch und weniger dem beschriebenen Aufrechterhalten der Traditionen diehnt, als eine deutlich größere.
Claudius Knötzinger, Simmelsdorf, 15.05.2010 06:38:
Das Ding ist doch schön.
Man weiß jederzeit ob draussen Wind ist und woher er weht.
Ich freue mich schon wenn die beiden auf dem Hinberg stehen.
Stefan Schmitz, Leinburg, 12.05.2010 22:41:
Was der Bauer nicht kennt... könnte man da fast meinen. Was bitte ist an einer solchen Anlage störend? Ich kenne die Windkraftanlagen von vielen Urlauben an der Nordsee und kann nichts störendes daran finden. Wäre den Menschen die auf der Unterschriftenliste stehen ein AKW bei Bullach lieber?

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