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Lokales PZ
11.03.10 11:22 Uhr

Bürger-Wind aus Lauf

 

Ganz neu ist die Windkraft im Landkreis nicht mehr. Im Bild eine Anlage bei Eismannsberg. Foto: PZ-Archiv

LAUF/BULLACH/ NEUNHOF (fi) — Die Stadt Lauf wird ihr eigenes Grundstück zwischen Bullach und Neunhof für ein Windkraftwerk, vorrangig für einen Betreiber mit Sitz in Lauf, zur Verfügung stellen. Diesen einstimmigen Beschluss fasste der Laufer Bauausschuss am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung. Stadtrat Felßner von der CSU hatte vorher  in der öffentlichen Bauausschusssitzung heftig die „mangelnde Informationspolitik“ der Stadt beklagt und die Gründung einer eigenen Betreibergesellschaft, vielleicht in Form einer Genossenschaft, für Windräder gefordert. „Damit die, die den Spargel anschauen, auch was davon haben.“

Vorausgegangen war in dieser  öffentlichen Sitzung, zu der viele Bürger aus Neunhof und Bullach gekommen waren, eine grundsätzliche Information des Stadtbauamtes zu den Vorrangflächen für Windräder bei Neunhof und bei Weigenhofen Dabei teilte Bauamtsleiter Zenger mit, dass konkret für die Flächen zwischen Bullach und Neunhof „schon seit einiger Zeit verschiedene Anfragen“ von Betreibern vorliegen.

Ein Vorhaben ist dabei offensichtlich schon ganz konkret. Die Firma „WindInvest“ hat beim Landratsamt bereits eine sogenannte immissionschutzrechtliche Genehmigung, wie sie für Anlagen für über 50 Meter Höhe notwendig sind, für zwei Windräder beantragt. Weil aber auf so einer Vorrangfläche grundsätzlich ein Windrad gebaut werden darf, wird  die Stadt nur noch als einer von mehreren Trägern öffentlicher Belange um ihre Meinung gefragt.

Die Errichtung hänge dann letztlich von den Grundstücksbesitzern ab. Der Verwaltung sei dabei bekannt, dass potenzielle Betreiber bereits Gespräche mit Eigentümern geführt hätten, so  Zenger. Er erinnerte daran, dass zwar schon 2003 die Weichen für Windkraft bei Neunhof gestellt worden seien, heute die Technik aber besser „und die Anlagen effektiver sind“. „In der heutigen Zeit sind Windräder energiepolitisch  eine gute Sache“, so seine Einschätzung.

Und Bürgermeister Bisping ergänzte, dass er in Lauf zwar Windkraftanlagen unbedingt befürworte, große Windparks, beispielsweise auf der Tauchersreuther Höhe, aber kein Thema seien. „Maßvolles Engagement“,  nennt Bisping dies. Und versprach nach einer entsprechenden Frage von SPD-Stadtrat Breuer, „jeder der noch Fragen oder Bedenken hat, kann gerne zur Stadt kommen, wir sind hier ganz offen ...“

Allein dies wollte CSU-Stadtrat Felßner so nicht glauben. Im Gegenteil. Die Stadt setze mit dem Thema Windkraft, worüber er aus der Zeitung erfahren habe, ihre Desinformationspolitik fort. Alle Stadträte und vor allem die Bullacher und Neunhofer hätten längst das erfahren sollen, was die Stadt schon weiß. Die CSU sei doch überhaupt nicht mehr gegen Windkraft, auch weil die Technik viel besser und effektiver geworden sei. Allerdings sei der von Bürgermeister Bisping geplante Weg mit einem Investor der völlig falsche Weg, weil hier nur die „Restrendite“ von fünf Prozent für die Teilhaber bleibe.

Besser wäre doch ein Bürgerwindrad, betrieben von einer Genossenschaft im Stadtgebiet, geplant von der Stadt, sodass die Gesamtrendite von 15 Prozent bei den Eigentümern, in Bullach oder Neunhof, bleibe. Außerdem, wenn man doch so wenig wisse, warum wurde dann der Pachtvertrag für das städtische Grundstück gekündigt, fragte Felßner noch. „Ohne Grund, nur vorsorglich“, so  die Antwort der Verwaltung.

Außerdem, „wer sagt denn, dass der Investor nicht aus Lauf kommt“, meinte Bisping dazu in der Sitzung nur. Natürlich wäre ein Betreiber aus Lauf ideal. Gegenüber der PZ wurde der Bürgermeister dann konkreter. Er dürfe zwar keine Namen nennen, wisse aber von der geplanten Gründung einer Betreibergesellschaft. Eine Genossenschaft sei wohl nicht das richtige Modell, eher schon eine GmbH und Co. KG, so wie sie es in anderen Regionen schon gebe. Wichtig jedenfalls sei der Unternehmenssitz in Lauf, damit die Wertschöpfung auch in der Stadt bleibe.




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