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Lokales DB
20.04.10 15:49 Uhr

Arbeitsgruppe angeregt

Von: Der Bote

Hohe Heizölkosten fallen für die Gemeinde Leinburg unter anderem bei der Sporthalle in Diepersdorf an. Eine Arbeitsgruppe soll den genauen Energieverbrauch unter die Lupe nehmen und Einsparmöglichkeiten erarbeiten.

LEINBURG – Was kann die Gemeinde Leinburg tun, um Energiekosten zu sparen? Dazu sprach Georg Hofrichter von der Unabhängigen Energieberatung des Landkreises Nürnberg Land (ENA) im Gemeinderat. Er gab einige Anregungen, die eine noch zu gründende Arbeitsgruppe vertiefen und daraus geeignete Projekte entwickeln soll.
Fast jeder kümmere sich derzeit noch um seine Energie, stellte Hofrichter fest. Dabei müsse man sich fragen, was man miteinander machen könne. Der Energieberater plädierte für die Kooperation zum Beispiel mehrerer Kommunen, der Gemeinde mit örtlichen Industriebetrieben oder einer ganzen Gruppe von Bürgern. So könne man größere Wärmelasten oder einen größeren Abnehmerkreis erhalten, die den Bau von Anlagen mit höherer Leistung finanziell sinnvoll machen.
Hofrichter streifte in seinem Vortrag mehrere Themengebiete, mit denen man sich in der Moritzberggemeinde genauer befassen könnte. So sollte man über den Einsatz von LED-Lampen bei der Straßenbeleuchtung nachdenken. Sie haben eine viel längere Haltbarkeit als Standardbirnen. Bei Hackschnitzelanlagen und Fernwärme bleibe die Wertschöpfung vor Ort, nannte er den Vorteil eines anderen umweltfreundlichen Projekts. Auch eine Windkraftanlage könne für die Gemeinde interessant sein.
Der Energieberater verdeutlichte mit Grafiken die Preisentwicklung bei Erdgas und Heizöl. In den Jahren 1991 bis 2009 verteuerten sich diese Heizstoffe um 100 bzw. 140 Prozent. Generell müsse der Weg weg vom Öl führen, denn es werde immer knapper und teurer werden. „Daher muss man rechtzeitig die Weichen stellen“, appellierte er.
Großes Einsparpotenzial
Generell werden Häuser immer älter. „Im Gebäudebestand ist ein hohes Einsparpotenzial vorhanden“, weiß Hofrichter und wies auf die Wirkung von guter Dämmung hin. Daher sollte man in Leinburg darüber diskutieren, wie der Zustand der kommunalen Immobilien ist, riet er.
Kurz ging er auf Projekte anderer Kommunen und Förderprogramme ein. Er empfahl dem Beispiel anderer Gemeinden zu folgen und in Leinburg eine Arbeitsgruppe zu gründen, die er fachlich unterstützen würde.
Diesen Vorschlag befürwortete 1. Bürgermeister Joachim Lang. Bei Neubauten wie der Kinderkrippe in Leinburg achte man bereits auf einen sparsamen Energieverbrauch, bei bestehenden Gebäuden habe man allerdings Nachholbedarf. Daher sollte man sich die kommunalen Liegenschaften genauer ansehen. „Das wurde zwar vor zehn Jahren schon einmal gemacht. Inzwischen hat sich aber vieles verändert.“
Jutta Helmreich (SPD) berichtete aus dem Rechnungsprüfungsausschuss. Dort fiel der hohe Heizölverbrauch allein für die alte Schule in Leinburg und die Turnhalle in Diepersdorf auf. Von März 2008 verbrauchte man allein für diese beiden Gebäude in eineinhalb Jahren Öl für 85.000 Euro. Sie sieht deshalb hier dringenden Handlungsbedarf. „Vielleicht kann man hier die Dämmung verbessern?“ Margit Dickas (FWG) könnte sich vorstellen, dass man das Wasser zum Duschen über Sonnenkollektoren erwärmt. Da die Gemeinde selbst größere Waldflächen besitzt, käme auch eine Hackschnitzelanlage in Frage, plädierte sie für die Prüfung eines weiteren Themenbereichs.
„Wir müssen dringend etwas tun, um von den Fördermitteln zu profitieren“, appellierte Matthias Hummel (SPD). Seine Fraktion hatte den Vortrag des ENA-Vertreters angeregt, damit man in der Gemeinde Leinburg beim Umweltschutz und Energieeinsparungen aktiver wird.
Auch Konrad Ringel (CSU) möchte, dass der Energieverbrauch der gemeindlichen Gebäude unter die Lupe genommen wird. Er erkundigte sich, wie die Unterstützung von Georg Hofrichter für die Arbeitsgruppe aussehen würde.
Er helfe, soweit es geht, versprach der Energieberater. Darüber hinaus könne die ENA auch Fachleute für weitergehende Informationen vermitteln. In anderen Kommunen habe sich gezeigt, dass die Gemeinderäte „kompetente Leute auch in den eigenen Reihen“ haben.
Generell müsse man verstärkt eine Eigennutzung von umweltfreundlichen Anlagen anstreben. Ziel solle es sein, von den großen Energiekonzernen wegzukommen. Die Kleinen sollten sich zusammentun, um hier gegenzuhalten. „Ideologiefrei und offen sollte man an das ganze Thema herangehen“, plädierte Georg Hofrichter. Klar machte er allerdings ebenfalls: „Auch Sparen muss man sich etwas kosten lassen.“




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