„Der gute Geist von Hersbruck“

HERSBRUCK - Gerade als die BN-Ortsgruppe Hersbrucker Land mit ihrer 25-Jahr-Feier am Fuchsau-Weiher beginnen wollte, zeigte sich die Natur in voller Pracht - in Form von Regen. Das tat dem Fest aber keinen Abbruch. Denn Organisatorin Heide Frobel ließ die rund 30 geladenen Gäste kurzerhand in eine kleine Hütte des benachbarten Gasthauses umziehen.
Schließlich hatte sich hochkarätiger Besuch angekündigt: Hubert Weiger, BUND- und BN-Vorsitzender, machte zwischen seinen Terminen in Berlin und Brüssel einen Abstecher nach Hersbruck, um der Ortsgruppe und seinen langjährigen Mitgliedern persönlich zu gratulieren. „Das Ehrenamt im Naturschutz - wenn auch nicht immer geliebt - hat große Bedeutung“, sagte er zu den Geburtstagsgästen. Tiere, Pflanzen und Ungeborene säßen bei politischen Entscheidungen nicht mit am Verhandlungstisch - doch deren „Anliegen“ zu vertreten sei wichtig - für langfristig tragbare und verantwortungsvolle Lösungen, im Naturschutz und der gesamten Gesellschaft.
Für ihren über 35 Jahre langen ehrenamtlichen Einsatz im BN ehrten Hubert Weiger, die Ortsgruppen-Vorsitzende Heide Frobel und BN-Landesbeauftragter Richard Mergner denn auch die Hersbrucker „Urgesteine“ des Naturschutzes, Heinz Heinlein und Gerhard Schütz. Beide hätten maßgeblich den Schutz der Hutanger - also die Weideflächen für Tiere in der Region - vorangetrieben und „Generationen von Schülern“ in ihrem Umweltbewusstsein geprägt.
Die Erkenntnis der Hersbrucker Umweltschützer über den kulturhistorischen Wert der Hutanger und der Aufbau des Wengleinparks gaben laut Weiger „neue Impulse in ganz Bayern“. Viele Kreisgruppen nahmen sich die Arbeit der hiesigen BN-Mitglieder als Vorbild. Insofern habe „der gute Geist von Hersbruck viel bewirkt“, so Weiger auf der Feier.
Von der Arbeit der BN-Ortsgruppe können sich Interessierte ab sofort ein Bild auch am Fuchsau-Weiher machen. Dort weihten die Vereinsmitglieder mit Gästen die neue Infotafel zu naturnahen Feuchtbiotopen ein. Anschaulich ist darin beschrieben, wie sich ein alter Zuchtteich innerhalb kurzer Zeit in einen Weiher mit vielen Tieren und Pflanzen verwandelte.
Landrat Armin Kroder und Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg überbrachten ebenfalls ihre Glückwünsche. Kroder lobte, dass der BN „handelt, nicht nur redet“. Bei der Energiewende sei es nun wichtig, die richtigen Kompromisse zu finden. „Frühen Input von außen“ werde er in die politischen Entscheidungen mit aufnehmen. Robert Ilg nannte den BN „einen kompetenten Partner“ etwa bei Empfehlungen für Bebauungspläne. Bei der Kindergruppenarbeit leiste die Ortsgruppe in der „technisierten und digitalisierten Welt“ einen wichtigen Beitrag.
Auch Ortsgruppen-Vorsitzende Heide Frobel dankte allen Anwesenden - von Mitgliedern des BN über Vertreter der Streuobstinitiative, des Wengleinparks, des Landschaftspflegevereins Nürnberger Land und der Politik sowie den vielen Kooperationspartnern - wie dem Sigmund-Faber-Heim, dem Förderverein der Grundschule und dem Gymnasium - für die gute Zusammenarbeit und zeigte sich „hochachtungsvoll“, was sie dabei selbst alles gelernt habe.

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