Kneipen sollen schon um 3 Uhr schließen
HERSBRUCK (jr) - Vor allem die Kneipen um das Scharfe Eck haben sich zu einem Treff für Nachtschwärmer entwickelt, allerdings mit Begleiterscheinungen wie Lärm bis in die Morgenstunden und Vandalismus. Der Hersbrucker Stadtrat will dem entgegensteuern. Dessen Hauptverwaltungsausschuss befürwortete einstimmig den Erlass einer längeren Sperrzeit, das letzte Wort hat nun der Gesamtstadtrat.
Bislang gibt es in Hersbruck keine Regelung, wann die „Schank- und Speisewirtschaften“ schließen müssen. Die Betriebe haben lediglich die in Bayern vorgeschriebene Putzstunde zwischen 5 und 6 Uhr einzuhalten. In dieser Spanne dürfen keine Gäste in den Gasträumen sein. Für das Altstadtfest wurde auf Anregung des Altstadtfestvereins im letzten November vom Kulturausschuss eine Sperrzeit ab 3 Uhr beschlossen.
Hersbruck hat offenbar ein interessantes Angebot für die Nächte, hob Bürgermeister Robert Ilg hervor. Allerdings bringt dies auch Negatives mit sich. Die Stadt biete Sonntag Früh an manchen Stellen ein unerfreuliches Bild, Glasscherben seien da noch das Angenehmste.
Deshalb soll die für das Altstadtfest getroffene Regelung nun ganzjährig gelten. Im Klartext: Sperrzeit in Hersbruck von 3 bis 6 Uhr. „Dadurch können wir den Zeitraum für spannende Erlebnisse zumindest eindämmen“, sagte Robert Ilg. Denn nach Darstellung der Polizei traten „Störungen“ meist erst zu fortgeschrittener Nachtzeit auf. 3 Uhr soll aber auch den Interessen der Wirte und der Kneipenbesucher gerecht werden.
Die Thematik veranlasste manchen Stadtrat zu einem kurzen Ausflug in die eigene Jugend, als die Sperrzeit noch um 1 Uhr nachts begann und nur die Diskothek Flowers auf der Hersbrucker Sartoriusinsel länger geöffnet war.
„Das Weggehverhalten der jungen Leute hat sich verändert, viele ziehen erst um 22 oder 23 Uhr los“, sagte Götz Reichel. Er bedauerte, dass die kürzeren Öffnungszeiten auch die vorbildlichen Betriebe trifft und nicht nur die „schwarzen Schafe“. Robert Ilg antwortete, dass die Stadt vergeblich andere Maßnahmen versucht hat. Zum Beispiel bekamen Wirte Ordnungsgelder, weil der Bereich vor ihren Kneipen mehrfach stark verschmutzt war.
Armin Steinbauer hakte bei den in der neuen Sperrzeitverordnung vorgesehenen Sperrzeitverkürzungen nach. Denn bei Vorliegen eines öffentlichen Bedürfnisses oder besonderer öffentlicher Verhältnisse kann für einzelne Betriebe die nächtliche Öffnungszeit verlängert werden. Armin Seinbauer nannte das Hersbrucker Sommerfest. Robert Ilg bestätigte, dass Ausnahmen möglich sind.
„Es ist traurig, dass durch die Unvernunft weniger die Verordnung notwendig ist“, sagte Alexander Pollmer. Gleichwohl müssen zwei Seiten, die schwer unter einen Hut zu bringen sind, berücksichtigt werden: die Nachtschwärmer und Gastwirte auf der einen, die Anwohner mit ihrem Bedürfnis nach Sicherheit und Ruhe auf der anderen.
Der Ausschuss stimmte mit 10:0 Stimmen für die neue Sperrzeitverordnung. Holger Hermann erkundigte sich, wann die 3-Uhr-Regelung gilt. Zunächst muss der Stadtrat endgültig entscheiden, kurz danach tritt die Verkürzung in Kraft.
Von den Wirten lag zur Sitzung nur eine Stellungnahme vor. Die Betreiber eines Restaurants am Nürnberger Tor protestierten gegen die Verkürzung. Sie befürchten ein Abwandern der Gäste in andere Orte und als Folge mehr leere Geschäfte in der Citta Slow. Außerdem fordern sie eine größere Präsenz der Polizei im nächtlichen Hersbruck. Dann wäre manch Gruppe, die grölend durch die Gassen zieht und Sachen beschädigt, „nicht mehr so mutig“.


Denken Sie doch auch an ihre jungen Bürger. Sie wollen doch sicher auch den jüngeren Menschen etwas bieten und Hersbruck für diese attrakiv gestalten.
Die ganze Woche ist es in der Stadt (relativ) ruhig abends,
da muss es doch am Wochenende möglich sein, mal zu feiern?
Wobei natürlich ganz besonders die Polizei gefordert ist,
da sich einige Leute nicht an die Regeln halten können oder wollen und keinen Anstand haben.
Aber durch solche Beschlüsse (10:0 Stimmen für die Verkürzung) verprellen sie die jüngeren Leute nur, das können sie mir glauben!!!!
Was denken sie denn, wer unter solchen Bedingungen noch eine Kneipe in Hersbruck eröffnen wird, wenn die jetzigen Betreiber genug haben???
Die Einstimmigkeit der Abstimmung ist ein deutliches Indiz dafür, dass über das Thema schon im Vorfeld zumindest Fraktionsintern beraten wurde, mir selbst ist das Thema von einem unserer letzten Stammtische des FRB bekannt. Auch die Wirte schienen über die Überlegungen einer Sperrstundenänderung informiert gewesen zu sein.
Die Interessen von Kneipengängern, Wirten und Anwohnern müssen gleichermaßen berücksichtigt werden – und das Totschlagargument der aussterbenden Innenstadt bringt hier Niemanden weiter. Ob die verlängerte Sperrstunde wirklich für eine Entlastung der Anwohner sorgt, ist meiner Meinung nach aber durchaus fraglich, man Verlagert das Problem nur zwei Stunden vor. Vielleicht sollte doch über eine andere Lösung nachgedacht werden. Unsere Stadträte sind für sachliche und zielführende Ideen sicherlich jederzeit offen.
ihre widerliche Politik die sich durch ganz Hersbruck zieht, zeigt wieder einmal mehr den Charakter eines völlig falschverstadenen Verstädnis von miteinander. Von Lauf braucht man gar nicht erst reden! Gerade die Kneipen rund um die Altstadt finden an den Wochenenden auch großen Zustrom aus Lauf. Anscheinend versucht man hier wieder gewissen Bevölkerungsgruppen wohlwollend entgegen zu kommen damit bei der nächsten Wahl ja nichts schief geht! (Schließlich sind nächstes Jahr wieder Kommunalwahlen) Würde die Stadt lieber in Familienpolitik sowie Soziale Aspekte investieren anstatt irgendwelche dämlichen Brunnen in die Stadt zu pflastern wäre das garantiert sinnvoller.
In den Kneipen Hersbrucks war ja schon vor Ausweitung der Sperrzeiten nichts los, von daher finde ich das Argument, dass man die Stadt hiermit kaputt macht, recht unsauber. Die Jugend hat sich ja von der "späten" Sperrstunde auch nicht aus den Diskotheken in Nürnberg nach Hersbruck locken lassen.
Im Gegensatz zu den Diskotheken in Nürnberg liegen die meisten Kneipen Hersbrucks nun einmal im Wohn- und nicht im Industriegebiet. Auf die Interessen der Anwohner zu achten, sollte für die Kneipenbesucher daher selbstverständlich sein, auch wenn das wohl, oft alkoholbedingt, problematisch ist.
Für den Jugendschutz wird durch eine solche Maßnahme natürlich nichts erreicht, solange man immer noch mit 14 an Schnaps kommen kann, weil sich gefühlte 2/3 der Verkaufsstellen zu schade sind, Ausweise zu kontrollieren, wird man hier nichts erreichen. Ich habe allerdings, bei meinen wenigen Besuchen im Nachtleben von Hersbruck, durchaus den Eindruck, dass, zumindest in den Kneipen, die ich besuche, recht deutlich auf die Zutrittsregelungen geachtet wird.
Lieber sollten die Wirte endlich drauf schauen, dass sich die Kinder nimmer so sinnlos besaufen! Strenge Ausweiskontrolle und ab 0 Uhr fliegt der Kinergarten halt raus aus den Kneipen! Und dann müssen halt auch Mama und Papa ihrer Aufsiuchtspflicht nachkommen und die Bälger heimfahren!
Dann kann Hersbruck entlich nachts die ganzen Lichter ausmachen und die Anwohner können vieleicht doch einschlafen. Armes Hersbruck, weiter so!!
Gegen Kneipen hat kein älterer was, wenn sie sauber nach
dem Gaststättengesetz geführt werden und die Gäste sich ordentlich und gesittet benehmen und ihren Abfall nicht kulturlos einfach
auf die Straße schmeißen und glauben sie könnten gröhlend
und kotzend um die Häuser ziehen....wo bleibt denn da die Intelligenz ... da soll dann ruhig der Gesetzgeber einschreiten und hart durchgreifen....
Anmerkung hinzufügen