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Lokales HZ
27.07.12 16:59 Uhr
Freisprechung in Hersbruck

Acht Schreiner zeigen, was sie drauf haben

Von: Katja Bub

Die frischgebackenen Schreinergesellen mit Obermeister Heinz Oppel und Landrat Armin Kroder (von links) sowie Lehrlingswart Martin Wölfel (rechts). Auf dem Bild zu sehen ist auch das Siegerstück beim Wettbewerb „Die gute Form", das Sebastian Nieradzik anfertigte. Foto: K. Bub
Die frischgebackenen Schreinergesellen mit Obermeister Heinz Oppel und Landrat Armin Kroder (von links) sowie Lehrlingswart Martin Wölfel (rechts). Auf dem Bild zu sehen ist auch das Siegerstück beim Wettbewerb „Die gute Form", das Sebastian Nieradzik anfertigte. Foto: K. Bub

HERSBRUCK — Noch bis 15. August zieren einige besondere Möbel die Kundenhalle der Hersbrucker Sparkasse: die Gesellenstücke der frischgebackenen Schreiner aus dem Nürnberger Land. Die durften hier kürzlich auch ihre Zeugnisse bei ihrer Freisprechung in Empfang nehmen. Außerdem kürte die Schreiner-Innung ihre besten Prüflinge und den Gewinner des Wettbewerbs „Die gute Form“.

Was ist gutes Design? Vereinfacht gesagt: Das, was sich gut verkauft. Denn laut Professor Ingo Klöcker hängt der Erfolg eines Produkts nicht in erster Linie von seiner Technik oder seiner Wirtschaftlichkeit ab, sondern zu 80 Prozent von seinem Design. Und da überzeugte vor allem einer die Jury: Sebastian Nieradzik von der Schreinerei Pickelmann aus Henfenfeld.

Ein Turm zum Aufklappen

Er entwarf einen raffinierten Turm mit auffälliger Holzmaserung, dessen Türen sich aufklappen lassen. Im Innern befinden sich Schubladen, Ablagefächer und überdies noch ausreichend Platz für ein Saxophon. Ein kleines Raumwunder also. Auf Platz zwei beim Wettbewerb „Die gute Form“ landete Michael Stammler von Engelhardt Holztechnik aus Speikern mit seinem Hängeboard in klassischer Form.

An dem Abend im Sparkassen-Foyer ging es allerdings nicht nur ums Design, auch wenn Landrat Armin Kroder sich von seiner modischen Seite zeigte und eigens für den Termin mit einer Krawatte in der Farbe der Schreiner-Innung auftauchte. Im Mittelpunkt standen vielmehr die acht jungen Leute, die ihre Gesellenprüfung bestanden hatten. Sie bekamen allesamt ihr Zeugnis überreicht und natürlich noch jede Menge guter Ratschläge mit auf den Weg. Lebenslang zu lernen, empfahl ihnen beispielsweise Landrat Kroder. Auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, riet Reinhard Knörl von der Laufer Berufsschule. Lernen, sich gut zu präsentieren, Michael Adamczewski von der Berufsschule Nürnberg. Und Siegmund Legat von der Sparkasse erklärte schließlich begeistert: „Sie haben einen der schönsten Berufe gewählt.“

Beste der acht Azubis war Christiane Suttner von den Möbelmachern aus Unterkrumbach mit einem Notendurchschnitt von 1,9, was der tatkräftigen Dame einen Akku-Bohrschrauber als Geschenk einbrachte. „Den kann ich wirklich gut gebrauchen“, freute sie sich. Zweitbester Absolvent war Simon Schnellinger von der Schreinerei Heinz Ultsch aus Ottensoos mit 2,0. Auf Platz drei landete Lukas Seyfferth von der Schreinerei Albatros aus Förrenbach mit 2,15.

Neben den Innungsbesten und den Platzierten beim Wettbewerb „Die gute Form“, Sebastian Nieradzik und Michael Stammler, durften auch Alexander Legrand (Schreinerei Holzwurm, Röthenbach), Tobias Loos (Schreinerei Knodt, Hersbruck) und Thomas Spanhauer (Schreinerei Friedrich Maiß, Alfeld) ihr Abschlusszeugnis aus den Händen von Innungs-Obermeister Heinz Oppel und Lehrlingswart Martin Wölfel entgegennehmen. Für zehn Jahre Betriebszugehörigkeit wurde Nina Brunner von den Möbelmachern geehrt.

Wenn heuer auch so wenige Azubis wie schon seit Jahren nicht mehr ihren Abschluss machten, wie Obermeister Oppel das Publikum wissen ließ, verstecken müsse sich niemand von ihnen.

„Wir sind wer. Wir sind Handwerker. Und ohne die geht gar nichts“, verkündete Thomas Pirner, Vizepräsident der Handwerkskammer für Mittelfranken. Denn die 830.000 Handwerker, die es in Bayern gebe, erwirtschafteten immerhin einen Jahresumsatz von 93 Milliarden Euro.




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