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Lokales DB
06.07.12 14:45 Uhr

Angriff auf Geschwisterpaar

Von: Alex Blinten

FEUCHT – Es ist sicher die Horrorvorstellung jeder Frau: von einem Unbekannten abends auf dem Heimweg verfolgt und dann angegriffen zu werden. Genau das stieß einer 20-jährigen Feuchterin und deren 12-jähriger Schwester zu, als sie sich am 23. Juni gegen 22 Uhr vom Restaurant „Schwarzer Adler“ auf den Heimweg in die Schlesierstraße machten. Bis heute leiden die Geschwister unter dem schrecklichen Erlebnis. Möglicherweise hätte alles noch viel schlimmer ausgehen können, wenn die Ältere der Schwestern nicht geistesgegenwärtig zu einer Dose Pfefferspray gegriffen hätte.

Als die Schwestern am Abend des 23. Juni nach Hause gehen, bemerken sie plötzlich einen ungepflegt wirkenden Mann mit schulterlangen blonden Haaren, der sie ganz offensichtlich verfolgt. Sie drehen sich um und werden von dem ihnen unbekannten Verfolger mehrfach wüst beleidigt. Dabei kommt der Mann dem Mädchen und der jungen Frau immer näher und wird immer aggressiver, weshalb die 20-jährige Feuchterin ihm droht, sie habe Pfefferspray dabei. Das werde sie doch wohl nicht benutzen, höhnt daraufhin der Unbekannte und bleibt den Geschwistern auf den Fersen.In der Schlesierstraße, kurz vor dem Eingang zur elterlichen Wohnung schickt die 20-Jährige ihre jüngere Schwester los: „Lauf und hole Papa!“ Als ihr Verfolger dann auf einmal unmittelbar vor ihr steht, greift die 20-Jährige zum Pfefferspray und sprüht dem Mann ins Gesicht, woraufhin der auf die junge Frau zustürzt und versucht, sie festzuhalten. Als dann der Vater der Mädchen in der Haustür erscheint, ergreift der Mann die Flucht. Der Vater verfolgt ihn, kann ihn aber nicht stellen.

Täter war betrunken

Kurze Zeit später trifft eine Polizeistreife in der Schlesierstraße ein – und eine zunächst unbekannte Frau, die sich als Schwester des Täters zu erkennen gibt und sich für dessen Verhalten entschuldigt. Als Minuten später ihr Bruder ebenfalls wieder auftaucht, nehmen die Beamten den 30-jährigen mit auf die Wache. Es stellt sich heraus, dass der Mann hochgradig alkoholisiert ist.

In der Vergangenheit soll der Täter mit Wohnsitz in Schwaig schon mehrfach Passanten angepöbelt und angegriffen haben. So auch am 23. Juni, bevor er das Geschwisterpaar verfolgte. An jenem Samstag betrat er am früheren Abend den Schwarzen Adler und beschimpfte und beleidigte mehrere Gäste, woraufhin ihn die Wirtin kurzerhand vor die Tür setzte.

Demnächst wird der Mann sich wegen Beleidigung und Bedrohung vor Gericht verantworten müssen. Der Feuchter Polizeichef Johann Diepold bestätigte auf Nachfrage, dass gegen ihn entsprechende Ermittlungen laufen. Geschockt reagierten die beiden Schwestern, als der 30-jährige vor wenigen Tagen in der Schlesierstraße in der Nähe der elterlichen Wohnung auftauchte. „Der ist hinter uns her“, so ihre panische Reaktion. Ihre Mutter wandte sich deshalb an die Polizeiinspektion, wo man allerdings keine Handhabe hat, den Mann aus der Schlesierstraße zu verbannen oder gar festzusetzen. Einziger Rat, den die Beamten der Familie geben konnten: Solange sich der 30-Jährige irgendwo in der Nähe herum treibt, sollten die Schwestern das Haus nicht verlassen. Für die Mutter des Geschwisterpaars steht allerdings fest: Der 30-Jährige ist eine Gefahr auch für andere Kinder und Jugendliche, eine Gefahr für die Allgemeinheit.




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