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01.07.12 18:22 Uhr

Wandernder Protest

Von: Jürgen Ruppert

Bahnbrücken im Pegnitztal

Mit einer originellen Form des Protests hat die Bürgerinitiative zum Erhalt der Bahnbrücken ihr Anliegen untermauert. Foto: J. Ruppert
Mit einer originellen Form des Protests hat die Bürgerinitiative zum Erhalt der Bahnbrücken ihr Anliegen untermauert. Foto: J. Ruppert

OBERES PEGNITZTAL - „Erhalt der Bahnbrücken“ hieß es gestern auf den Spruchbändern von rund 80 Teilnehmern einer „Demo“, die gestern als wandernde Plakate von Rupprechtstegen nach Lungsdorf gezogen sind.

Mit der Aktion hat eine Bürgerinitiative auf die drohende Zerstörung der Stahlfachbrücken im Pegnitztal aufmerksam gemacht. Bekanntlich will die Bahn die Bauwerke austauschen. Hauptrednerin war Christine Stahl, Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags.

Der Erhalt der alten Pegnitztalbrücken betrifft uns alle, auch die, die in Nürnberg wohnen“, sagte Christine Stahl. Die Abgeordnete der Grünen hat sich ohne Wenn und Aber auf die Seite der Bürgerinitiative gestellt, die den drohenden Austausch der denkmalgeschützten Bahnüberquerungen gegen Betonbauwerke verhindern will.

Der Start des Demonstrationszuges am Bahnhof Rupprechtstegen hatte allerdings unter keinem guten Stern gestanden. Ein Gewitter verzögerte den Aufbruch, danach regnete es sich ein. Mehrere Teams des Bayerischen Fernsehens begleiteten die wandernde Menschenkette.

Für den nötigen „O-Ton“ seitens der Bahnbrückenverteidiger wurde zum Beispiel Ina Jennewein interviewt. Sie durfte bekannte Argumente wie „Schönheit des Pegnitztales bewahren“ und „Die Brücken bedeuten sehr viel für den Tourismus“ vortragen.

Als wandernde Plakate trugen die Aktionsteilnehmer Spruchbänder den Wanderweg entlang des Flusses nach Lungsdorf. Ein Farbtupfer waren sechs Oldtimer, darunter ein DKW3-6 und ein Jaguar Mark 10 mit einem HEB-Kennzeichen, die die Menschenkette auf der Pegnitztalstraße begleitete.

Georg Buchfelder von der Bahnbrücken-BI beklagte die geringe Unterstützung seitens der Politiker für den Erhalt der Bauwerke. Beim „Demozug“ machte nur Kreisrat Bernd Müller mit. Christine Stahl zeigte sich dagegen „stolz auf die BI im Gäu“, deren Mitglieder sie nicht zu „Nostalgikern“ zählt. Die Nürnbergerin hinterfragte kritisch die Position der Bahn, die dank des Protests ihre Gutachten gegen eine Modernisierung der Brücken offener darlegen muss.




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