Ein klares Bekenntnis zum Standort Schwaig

SCHWAIG — Es ist ein klares Bekenntnis zum Standort Schwaig: Die japanische Muttergesellschaft Sumitomo Heavy Industries investiert 20 Millionen Euro in ihr Demag-Werk. Grundstück und Gebäude in der Altdorfer Straße wurden von einer Immobiliengesellschaft zurückgekauft, neue moderne Maschinen sollen die Wettbewerbsfähigkeit garantieren. Damit ist die Zukunft des Herstellers von Spritzgießmaschinen, der in Schwaig rund 650 Menschen beschäftigt, bis auf Weiteres gesichert.
Als der Vorsitzende der Geschäftsführung, Tetsuya Okamura, und der operative Geschäftsführer, Shaun Dean, den Mitarbeitern in Schwaig mitteilten, dass Sumitomo weiter in den Standort investieren werde, brach spontaner Applaus unter den Beschäftigten aus. „Es war ein sehr emotionaler Moment“, erinnert sich Dean. Denn der Rückkauf von Gebäude und Gelände für 13,5 Millionen Euro von Segro Immobilien sowie die Investitionen in die Modernisierung des Werks und der technischen Anlagen zeigen, dass der japanische Mutterkonzern fest auf seine deutsche Tochter baut.
„Unsere Philosophie sind langfristige Investitionen in unsere Produktionsstätten“, erklärt Okamura diesen Schritt. Man sei nicht an kurzfristigen Käufen und Verkäufen interessiert, um Gewinne abzuschöpfen. Viel mehr wolle man das, was man einnimmt, wieder in die Werke stecken. Dabei müsse sich der jeweilige Standort zunächst als rentabel erweisen: „Jeder muss sich sein Recht verdienen, dass investiert wird“, sagt Dean. Bei der Demag sei dies der Fall.
Im Schwaiger Werk weiß man diese Philosophie sehr zu schätzen. Schließlich hat man in der Vergangenheit ganz andere Erfahrungen mit fremden Investoren gemacht. 2005 kaufte die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft, Madison Capital Partners, die Demag auf. Doch anstatt zu investieren, wurden Gewinne abgeschöpft, Betriebsgelände und -gebäude verkauft und wieder angemietet. Die Übernahme durch die Japaner 2008 war für das Schwaiger Werk wie eine Erlösung.
„Wir haben in dieser schwierigen Zeit viel gelernt und versuchen das jetzt in etwas Positives umzusetzen“, sagt der Leiter der Abteilung Controlling und Finanzen, Andreas Mehmel, der seit über 30 Jahren bei der Demag arbeitet. „Die Kollegen in Japan schauen auch genau hin, was wir hier tun, aber sie lassen uns auch einfach machen und reden nicht so viel rein.“
Der Erfolg gibt diesem Konzept recht. Seit 2008 geht es aufwärts. Dabei hilft es auch, dass Sumitomo, anders als der frühere Investor, aus der selben Branche stammt und sich auf dem Markt auskennt. Für den weltweit agierenden Konzern war die Demag die Eintrittskarte in den europäischen Markt. „Die Demag war das fehlende Stück, das unser Konzern gesucht hat“, erklärt Dean. Die Schwaiger Firma habe einen guten Ruf in der Branche genossen und sei bereits vorher einer der weltweit führenden Hersteller von Spritzgießmaschinen gewesen.
Doch einfach war es auch nach der Übernahme nicht. „Wir wollten das Werk zunächst auf den neuesten Stand bringen“, sagt Dean. Doch dann brachte die weltweite Wirtschaftskrise dieses Vorhaben ins Stocken. Inzwischen habe sich der Markt stabilisiert und die Demag ist zu ihrer früheren Produktivität zurückgekehrt. „Wir boomen nicht, aber die Resultate sind gut“, sagt Dean. Und sie sollen noch besser werden – was auch nötig sei bei ständig steigenden Rohstoff- und Energiepreisen.
Investition sichert Innovation
Die neuen Produktionsmaschinen sind ein weiterer wichtiger Schritt, um innovativ zu bleiben und die Vorreiterrolle auf dem Markt zu behaupten. „Solche Maschinen werden auf 15 bis 20 Jahre gekauft“, erklärt Thomas Kroha, Bereichsleiter Fertigung und Vormontage bei Sumitomo Demag, und deutet auf die erste von mehreren neuen Maschinen, die bereits in der Halle aufgebaut ist und diese Woche in Betrieb geht. Das Bearbeitungszentrum hat zwei Millionen Euro gekostet und stellt mit einer Schließkraft von 450 bis 800 Tonnen Formschlussteile und Endplatten her.
Während in Schwaig und dem zweiten deutschen Werk im thüringischen Wiehe hydraulische und hybrid angetriebene Maschinen produziert werden, sind die drei weiteren Werke in Japan und China auf elektrische Spritzgießmaschinen spezialisiert. Insgesamt beschäftigt Sumitomo in diesem Feld über 3000 Mitarbeiter und verkauft jährlich rund 5000 Maschinen – zum Beispiel an den Automobilzulieferer Bolta in Diepersdorf. Weltweit laufen in Unternehmen über 100 000 Geräte von Sumitomo.
Viele positive Nachrichten also für die Belegschaft – und auch für junge Arbeitssuchende. Denn die Demag sieht sich auch als Ausbildungsbetrieb in der Region. Ab September kommen 16 Azubis hinzu, insgesamt sind es in Schwaig dann 52.

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