Zukunftsorientierter und innovativer Haushalt

ALTDORF – „Der strikte Kurs von solider Wirtschaftspolitik hat sich für unsere Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt.“ Dies bekräftigte Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer in seiner Haushaltsrede. Man habe bereits im sechsten Jahr keine Neuverschuldung mehr, aber nicht durch einem harten Sparkurs, sondern trotz enormer Investitionen wie z.B. Marktplatz, Neubau Rathaus usw. in den vergangenen Jahren.„ Wir haben in den guten Jahren Rücklagen angesammelt, um für schlechte Zeiten gewappnet zu sein, und das zahlt sich nun aus“, betonte Odörfer. Angesichts steigender Steuereinnahmen habe man weiterhin Gestaltungsspielraum.
Die Gewerbesteuereinnahmen würden zeigen, dass die Altdorfer Betriebe ganz gute Auftragsbücher haben. Deshalb sei es wichtig, die Rahmenbedingungenzu verbessern und weitere Betriebe anzusiedeln. Es gelte den Standortvorteil zu nutzen. „Unser Gewerbe-Mix passt, und unser aller Unterstützung muss weiterhin dem Gewerbe und dem Handel gelten“, erklärte der Bürgermeister. Dies bringe weitere Arbeitsplätze und vielleicht wieder mehr Zuzug von qualifizierten Fachkräften mit ihren Familien nach Altdorf, was dann auch die Einkommensteuereinnahmen erhöhe.
Die allgemeine Rücklage als Sparstrumpf für Zukunftsprojekte sei ein ganz wichtiger Aspekt. Die Rücklage sei noch immer beträchtlich, aber sie dürfe nicht geplündert werden, sondern müsse immer einen beträchtlichen Notgroschen aufweisen. Derzeit wären es noch fast neun Millionen Euro, und dies solle auch so bleiben.
Haushalt entwickelt Chancen
Dies alles sei Grund für Freude und Optimismus. „Dieser Haushalt entwickelt für uns Chancen,bleibt trotzdem solide und setzt die richtigen Prioritäten, ohne der Bevölkerung Luftschlösser vorzugaukeln. Wir setzen hier Zeichen für die weitere Entwicklung unserer Stadt Altdorf“, bekräftigte der Bürgermeister.
Für das Jahr 2012 habe man sich viel vorgenommen. Odörfer: „Wir werden erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, mit größtmöglicher Gemeinsamkeit auf diese Leitprojekte zu verständigen und zu konzentrieren. Dann werden wir auch im Jahr 2012 erfolgreich eine Stadtentwicklung schaffen, zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger.“
Zielsetzung des Stadtrats war die Aufstellung eineszukunftsorientierten und innovativen Haushalts.
Odörfer zeigte sich zuversichtlich, dass die in diesem Jahr vorgesehenen Investitionsmaßnahmen dazu beitragen werden, dass Altdorf ein attraktiver Wohnort bleibt und langfristig auch zu einem viel versprechenden Gewerbestandort wird: „Wir brauchen bei allem Sparbemühen gute Angebote für alle Lebenssituationen unserer Bürgerinnen und Bürger sowie für Industrie, Handel und Gewerbe.“
Auch die freiwilligen Leistungen für kulturelle, soziale und sportliche Organisationen habe mannicht nur beibehalten, sondern sogar noch erhöht. So könne man den Bürgerinnen und Bürgern nachhaltig mehr bieten als viele andere Kommunen.
Mit dem Haushalt 2012 setze die Stadt den Weg einer vorausschauenden Finanzpolitik fort. Die Planung sei darauf ausgerichtet, auch 2012 ohne neue Schulden auszukommen.
Man verabschiede heute einen ausgeglichenen Rekordhaushalt, der im Verwaltungshaushalt mit 28.590.000 Euro und im Vermögenshaushalt mit 5.639.050 Euro abschließe. Er lobte die Haushaltsberatungen, die in einer sehr harmonischen und konstruktiven Atmosphäre stattfanden. Dies zeige, dass der Stadtrat entschlossen Verantwortung trage und gemeinsam vieles bewegen könne.
Als Bürgermeister stehe er weiterhin hundertprozentig dafür, dass man mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger stets so pfleglich umgehen werde wie bisher.
Drei wichtige Leitthemen
In seinen weiteren Ausführungen streifte er die drei wichtigsten Leitthemen der Zukunft: Kinder, Stadtentwicklung und Energiewende.
Trotz abnehmender Kinderzahl hätten die jährlichen Kosten für Kindergärten und Horte heuer eine Rekordhöhe von ca. 1,35 Millionen Euro erreicht, weil man bei den freiwilligen Leistungen an diese Einrichtungen noch einmal eine Erhöhung vorgenommen habe. Auch die Mittags-und Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenüberwachung sei heuer auf insgesamt neun Betreuungspersonen aufgestockt worden und erfreue sich immer größerer Beliebtheit, so dass man mittlerweile an die Grenzen der Raumkapazität stoße. Ganztagesklassen in der Grund- und Mittelschule wären mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Weiter habe man bei der Vereinsbezuschussung die Beträge bei den Jugendlichen um 25 Prozent angehoben. Auch in den Schulen würden weitere Verbesserungen erfolgen.
Den Bau des Schulschwimmbades zusammen mit dem Landkreis könne man nach der langen Zeit als Meilenstein betrachten. Immerhin werde Altdorf dafür in den nächsten beiden Jahren je eine Million investieren.
Zur Stadtentwicklung merkte Odörfer an, dass man für Projekte und sonstige Vorhaben, die den Wirtschaftsstandortund Wohnort Altdorf stärken, Belastungen und Risiken in Kauf nehmen müsse.
Er nannte die neuen Baugebiete an der Rascher und der Riedener Straße, die Ansiedlung eines Vollsortimenters für den Bereich Fürstenschlag an der Riedener Straße, den Kreisverkehr an der Fuchs-Kreuzung mit Ausbau der Schießhausstraße, diverse Fußgängerüberwege, Querungshilfen in den Außenorten, Ausbau des Radwegenetzes, des Kulturrathauses, öffentliche WC`s im Bereich des Schlossplatzes und am Marktplatz, Dorfplatzgestaltungen in Rasch und Hagenhausen und Sanierung der Lederersmühle („eine echte städtebauliche Verbesserung“).
Beträchtliche Summen plane man für die Feuerwehren. Neben neuen Fahrzeugen in Altdorf und Röthenbach stünden Verbesserungen für die Feuerwehrhäuser in Ludersheim, Rasch und Unterrieden an.
Neben Planungskosten für die Konzentrationsflächen für Windräder, Blockheizkraftwerke, Klimaschutzkonzepte und einen Energieplan habe man auch Finanzmittel für Umstellung der Straßenlampen auf stromsparende LED-Leuchten, Photovoltaikanlagen u.a. eingestellt
Zum Anstieg der Personalausgaben auf nunmehr 5,15 Millionen Euro merkte er an, dass fast jedes Jahr weitere Aufgaben hinzu kommen und man könne gar nicht anders entscheiden. Anders sei es bei den freiwilligen Leistungen aus. Hier könne die Kommune selbst entscheiden, wofür Gelder aufgewendet und welche Prioritäten gesetzt werden. Diese freiwilligen Leistungen wären es, über die sich letztendlich in vielerlei Hinsicht die Lebensqualität und der Standortvorteil einer Kommune entscheide.
Genug Gestaltungsraum
Gott sei Dank bleibe bei all den Pflichtausgaben noch genug Gestaltungsraum, „denn wir müssen weiterhin alles dafür tun, damit die Menschen in Altdorf am wirtschaftlichen und sozialen Leben unserer Stadt teilnehmen können, um so Zukunft zu ermöglichen.“ Deshalb habe man auch heuer wieder viel Geld für Vereine, Musikschule, Bücherei, Kultur usw. eingestellt.
Das Thema Bau einer neuen Stadthalle und vor allen Dingen wohin werde den Stadtrat in diesem Jahr weiter beschäftigen. „Auch hier sollten wir zusammen mit der Bevölkerung eine zukunftsträchtige Lösung finden, die auch zu finanzieren ist.“ L.M.



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