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Lokales PZ
30.01.12 17:31 Uhr

Glückliche Grantler

Von: Thomas Kohl

Was macht die Franken aus? Ihre Sprache, ihr ganz spezielles Verhältnis zu Arbeit und Fröhlichkeit, ihre Essensvorlieben? Antworten darauf gab der Liedermacher und Wortklauber Wolfgang Buck bei seinem Auftritt in der vollen Aula des Blindeninstituts Rückersdorf.

„Ohne mei Ärberd – ich glaab ich schderberd“: Der Franke ist fleißig, arbeitet am liebsten allein, und wenn er dabei granteln kann, dass ihm wieder mal niemand hilft, ist er glücklich. Das ist eins der Wesensmerkmale, die Wolfgang Buck an seinen Mitfranken und sich selbst studiert hat.

Sein aktuelles Programm „Ihr redd eich leichd“, das er den über 120 Besuchern am Dachsberg bot, enthält viel Bewährtes. Wäre ja auch schade, wenn die Leute vergeblich auf Hits aus einem Vierteljahrhundert niveauvoller Lästerei warten würden.

„Mir gefällt allein schon die Sprache“, meinte eine Zuhörerin, die vor einigen Jahren aus Niedersachsen nach Nürnberg gezogen ist. Sie versteht nicht alles, was Buck singt und sagt. Kein Wunder, man muss schon tief in Franken verwurzelt sein, um alle Begriffe dieses sonderbaren Arbeiter- und Bauernvolkes zu kennen.

Buck, der als liedermachender evangelischer Pfarrer bekannt geworden ist und sich mittlerweile voll der Kunst widmet, seine Landsleute in aller Deutlichkeit zu charakterisieren ohne sie zu beleidigen, kennt das Leben zwischen Altmühl und Frankenwald.

Der 53-Jährige hat gelernt, mit Redensarten umzugehen, die hilfreich klingen, aber ein gerüttelt Maß an Selbstbeherrschung verlangen, wenn man sie in Stress-Situationen hört. Auf „A su werd des fei nix“ denkt er sich mittlerweile nur noch „Ihr redd eich leichd“.

Seine nächste CD soll auch einen Song enthalten, der an dem Abend im „Blindi“ besonders viel Beifall erntete: ein Loblied auf das Schäuferla. Sinnlich, köstlich, ein klingender Gaumenwässerer.

Der sympathisch-verschmitzte Songpoet wurde vom SPD-Ortsverein Rückersdorf präsentiert. Zeitweise hatte Vorsitzende Claudia Amm rote Zahlen befürchtet. Dann wurde der Saal aber doch voll. „Es war unsere erste Kulturveranstaltung, zu der weit mehr Auswärtige als Rückersdorfer gekommen sind“, sagt sie. T. Kohl

Liedermacher und Wortklauber: Wolfgang Buck bei seinem Auftritt im Rückersdorfer Blindeninstitut.Foto: Kohl




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