26 Flüchtlinge in Gersdorf untergebracht
GERSDORF – Seit Donnerstag sind 26 Asylbewerber in der Gaststätte „Schwarzer Adler“ untergebracht. Der Grund: Das Erstaufnahmelager in Zirndorf ist so überfüllt, dass Flüchtlinge in umliegenden Städten und Landkreises untergebracht werden müssen.
Das Nürnberger Land bekam damit nach November zum zweiten Mal Asylsuchende zugewiesen. Aktuell sind in der Gaststätte K3 am Laufer Kunigundenberg 20 Personen untergebracht. Das war das erste Mal seit 2006, dass sich der Landkreis wieder mit diesem Thema befassen musste.
Jetzt ging es um 26 Asylbewerber, die nach Gersdorf gebracht wurden. Sie kommen aus dem Iran (zehn Personen, darunter eine vierköpfige Familie), Pakistan (acht), Russland (vier), Ukraine (zwei) sowie zwei Vietnamesinnen, die hoch schwanger sind.
Die Gaststättenbetreiber übernehmen wie in Lauf die Verpflegung, so dass nicht mit Essenspaketen gearbeitet werden muss. Die Flüchtlinge bekommen frisch Zubereitetes auf den Tisch kommt, wobei das Essen auch – soweit möglich – auf die Vorlieben abgestellt wird, wie Rolf List, der Pressereferent des Landkreises, informierte.
Ehrenamtlich kümmert sich Marianne Ermann vom ökumenischen Verein für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migration um diese Ausländer. Die Unterbringung sei gut und der Wirt sehr verständnisvoll, schildert sie ihre ersten Eindrücke nach einem zweistündigen Besuch am Freitag.
Sie weiß, dass es für den Landkreis schwierig ist, geeignete Unterkünfte zu finden. Der Standort in Gersdorf hat für die Betroffenen aber ein paar Nachteile: Die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist nicht allzu gut, die Flüchtlinge sind auf den Bus angewiesen und müssen teilweise umsteigen, um zu Beispiel zu Behörden oder Ärzten zu kommen. „Das ist gerade am Anfang nicht leicht zu erklären“, so Ermann.
Außerdem kosten die Busfahrten Geld, was bei 40 Euro Taschengeld im Monat nicht so leicht zu verkraften ist. Vermisst werden auch Einkaufsmöglichkeiten im Ort. Um das Nötigste zu besorgen, müssen die Asylbewerber dafür ebenfalls wieder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen oder eine längere Strecke laufen. „Das macht sie insgesamt unbeweglich“, so Ermann.
Deutsch sprechen kann niemand aus der Gruppe, einzelne können sich zumindest in Englisch verständigen, erzählt sie. Da ist Unterstützung von Ehrenamtlichen unverzichtbar. Gemeinsam mit einem weiteren Mitglied aus ihrem Verein und einem Mitarbeiter von amnesty international fuhr Ermann sie mit den Asylsuchenden zur Anmeldung ins Leinburger Rathaus.
In der kommenden Woche geht sie mit den beiden Schwangeren zum Arzt. Auch andere brauchen medizinische Betreuung, weil sie krank sind. Außerdem geht es für alle zum Landratsamt nach Lauf. Für diesen Behördengang muss noch ein Fahrdienst organisiert werden.
Weitere Unterstützung von Ehrenamtlichen wäre deshalb sehr wichtig. Ermann hofft, dass sich Freiwillige zum Beispiel aus der Gemeinde Leinburg melden.
Die Hersbruckerin wird ihre Tätigkeit ab 1. Februar stark einschränken. Sie engagiert sich in einem anderen Sozialprojekt und wird daher künftig bei der Flüchtlingsbetreuung nur noch beraten.
Im Landkreis macht man sich nun Gedanken, wie die Betreuung künftig geregelt werden kann. Es seien noch Gespräche zu führen, so List. „Ziel ist eine gute Regelung im Sinne aller, eventuell eine Pool-Lösung aus Ehrenamtlichen, die in diesem Bereich gerne mitwirken möchten.“ Eine solche Lösung würde die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. „Das Landratsamt wird aus humanitären Gründen entsprechende Gespräche nochmals anstoßen, obwohl wir laut Gesetz für eine Betreuung weder aufkommen müssen noch zuständig sind.“ M.R.
Wer sich ehrenamtlich um Asylsuchende kümmern möchte, kann sich an den evangelischen Pfarrer Friedhelm Beck in Lauf wenden, Telefon 09123/2201, E-Mail beck@lauf-evangelisch.de .



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