Weg frei für Windrad

BULLACH/LAUF/ANSBACH (fi) Die erste Windkraftanlage im Stadtgebiet Lauf, das Windrad auf dem Galgenberg zwischen Bullach und Neunhof, rückt näher. Das Verwaltungsgericht Ansbach lehnte gestern die Klage der Stadt Lauf gegen die Windradgenehmigung durch das Landratsamt ab. Abgelehnt wurden auch die gleichlautende Klage des Marktes Eckental - hier sieht man sich bei der Entwicklung eines Neubaugebietes bei Eckenhaid eingeschränkt - und einer Betreiberin einer Pferdepension in Neunhof. Ob die Stadt nun versuchen wird, in Berufung zu gehen, wusste gestern im Laufer Rathaus noch niemand.
Tief enttäuscht ob des Urteils jedenfalls waren die Vertretern der Bullacher und Neunhofer Bürgerinitiativen. Über ein Dutzend Bürger aus den Ortsteilen war zur Verhandlung gekommen. In der Sitzung selbst gab es allerdings keine Plädoyers mehr, es wurde ausschließlich vor dem Hintergrund der vorliegenden Schriftsätze entschieden. Erst am Nachmittag teilte das Gericht sein Urteil mit.
Direkt nach der Sitzung waren die Besucher noch ganz guter Dinge, dass das Gericht der Argumentation der Stadt folgen könnte. Umso enttäuschter reagierten Vertreter der Bürgerinitiativen dann am Nachmittag. „Ich bin enttäuscht und erschüttert“, sagt etwa Peter Weidner aus Neunhof. „Die Bürger werden einfach nicht gehört. Schlimm, dass ein Bürgermeister hinter dem Rücken von Bevölkerung und Stadtrat solche Vorhaben anzetteln kann“. Stephanie Tiebe-Fett aus Bullach immerhin blickt ein wenig nach vorne und meint: „Nach A muss die Stadt nun auch B sagen und in die zweite Instanz gehen. Erst wenn auch diese Chance vertan ist, kann man sagen, wir haben alles unternommen was möglich war und dann muss auch Bürgermeister Bisping sich das nicht mehr vorwerfen lassen“.
Der Laufer Bürgermeister war gestern selbst nicht zur Verhandlung erschienen, anders als sein Eckentaler Kollege Wilfried Glässer. Bisping hatte Bauamtsleiter Gerhard Zenger mit dem Anwalt der Stadt, Armin Brauns, nach Ansbach geschickt. Auch eine Stellungnahme gegenüber der PZ wollte der Laufer Rathauschef gestern nach Bekanntwerden der Niederlage der Stadt noch nicht abgeben. Über das Bauamt ließ er ausrichten, dass er in der heutigen Stadtratssitzung (19.30 Uhr) etwas zum Verwaltungsgerichtsurteil sagen werde.
Mit dem konkreten Bau des Windrades ist allerdings trotz des Urteils nicht so schnell zu rechnen. „Vermutlich nicht mehr in diesem Jahr, weil ja die Nachfrage sehr hoch ist, und erst bestellt werden kann, wenn alle Probleme wirklich beseitigt sind“. Dies sagt der Investor Oliver Keßler aus Billerbeck, der über die „Bürgerwind Lauf GmbH“, ebenfalls mit Sitz in Nordrhein-Westfalen, das Windrad errichten will. Über seinen Rechtsanwalt Franz-Josef Tigges war der Investor bei der Verhandlung als sogenannter Beigeladener vertreten.
Oliver Keßler jedenfalls will jetzt die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann „mit Partnern und der Stadt wieder Kontakt aufnehmen“. Das 150 Meter hohe „Bürgerwindrad“ mit einer Leistung von zwei Megawatt möchte er auf jeden Fall „in Ruhe und Schritt für Schritt“ voranbringen, wie er im Telefonat mit der PZ sagt. Er hoffe, dass man in Lauf nun Wege finde, „damit auch die Bürger über die Brücke Richtung erneuerbarer Energien gehen können.“ Sein Wunsch wäre nach wie vor eine große regionale Beteiligung an der Windkraftanlage - „dafür gibt es verschiedenen Modelle“- damit die Wertschöpfung in Lauf bleibe.
Die Verhandlung in Ansbach fand im großen Saal des Verwaltungsgerichtes statt. Im ausgeschmückten Prunksaal des ehemaligen Jagdschlosses der Markgrafen. Ein Raum, der immer gewählt werde, wenn man eine große Zahl von Zuhörern erwartet, wie VG-Pressesprecher Peter Burgdorf sagt. Tatsächlich waren über 20 Interessierte gekommen. Neben Bürgern auch die Laufer Stadträte Felßner (CSU), Kern und Rduch (beide Grüne) und der Laufer Verwaltungsanwalt Max Döbler. Insgesamt befassten sich fünf Richter mit der „Causa“ Lauf. Den Vorsitz führte Gerhard Kohler, Berichterstatter war Richter Lothar Klink, der sich ausführlich mit dem Thema befasste und die Örtlichkeit Galgenberg gut kennt.
Zunächst war die Privatklage der Pferdestallbetreiberin verhandelt worden. Sie hatte geklagt, weil sie schädliche Auswirkungen (Lärm, Schattenschlag) auf die bei ihr eingestellten Tiere und damit auch auf ihr Geschäft befürchtet. Das Gericht folgte allerdings der Einschätzung des Landrats- und des Veterinäramtes, die keine Probleme sahen.
Der Laufer Stadtrat hatte vor einem Jahr mehrheitlich dem Windrad das gemeindliche Einvernehmen versagt. Weil die Erschließung nicht gesichert sei, weil zu wenig Wind gehe und die Anlage deshalb unwirtschaftlich sei, und weil die Belange des Natur-, Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutzes nicht berücksichtigt seien. Die zuständigen Stellen im Landratsamt sahen allerdings alle rechtlichen Voraussetzungen für den Bau erfülltoder hielten die Einschränkungen zumindest für zumutbar und genehmigten das Windrad. Und dagegen klagte nun die Stadt. Das Gericht folgte allerdings ohne Einschränkungen der Ansicht des Landratsamtes. Nicht ohne noch darauf hinzuweisen, dass ja die Stadt Lauf selbst schon im Jahr 2003 den Standort am Galgenberg als Windkraftvorbehaltsfläche in den Regionalplan eingestellt habe.



Danke schonmal im vorraus,
mfg
Deswegen werde ich mich weiterhin daran beteiligen.
Die Gewinnerwartung lag tatsächlich bei 6-8 %, die aber nur in windstarken Regionen eingehalten werden kann.
Die Fa. Windinvest hat die bisherigen Anlagen eher in Gegenden gebaut, in denen das Windaukommen eher mäßig ist.
Liegt wahrscheinlich an der großen Konkurrenz, die guten Standorte sind längst belegt oder für andere Investoren reserviert.
Die Tatsache, dass er in Lauf auftaucht, liegt offensichtlich daran, dass sich Hr. Bisping und Hr. kessler schon länger kennen. Bispings Familie stammt ja auch aus dem Münsterland. Nur so kam Hr. Kessler nach Lauf.
Hr. Kessler ist aber beileibe nicht der Gutmensch, den er immer vorgibt.
Er ist ein knallharter Geschäftsmann, deshalb wird er auch im windschwachen Mittelfranken ein Bürgerwindrad bauen wollen.
Er lässt sich die Projektierung und das Windrad gut bezahlen, und die Bürger vor Ort finanzieren diese Industrieruine, die wirtschaftlich wenig Sinn macht.
Es gibt mittlerweile eine Interessenvertretung, die daten über Betreiber wie Windinvest sammelt und bewertet.
Und der Strom kommt aus der Steckdose.
Su werd des niggs mit der Energiewende.
Wieviel % Rednite versprechen die Leut? 8%?
@ Herr Schmid: Was kommt tätsächlich dabei raus Herr Schmid?
Ich wäre mit einer Investition sehr vorsichtig, die Gewinnerwartungen von Hr. Kessler sind weit überzogen.
Von einer ordentlichen Rendite bin ich leider weit entfernt.
Diese Investoren ziehen durch die Lande, nur um ihren eigenen Profit willen.
Die ökologischen Aspekte sind nur vorgeschoben, Lokalpolitiker, welche die Genehmigung unterstützen bekommen satte Rabatte, der normale Anleger guckt in die Röhre.
Mei Olle meckert mich auch an schalte die untere Beleuchtung der Küche aus. Mich interessierts eigentlich nicht.
Ich schreibs mal so, überall wo wir Strom sinnvoll verbraucht kostet es uns mehr
Wenn jeder sparen würde, wirds noch teurer. Nicht billiger.
Eoon oder Enegie wird deswegen keine Mitarbeiter entlassen.
Ihr und ich zahlen die Zeche. Als beugt Euch.
Meine Poolheizung lass ich laufen 1000 Watt Scheinwerfer im Garten. Ich mache Euch nur etwas gutes. Die Stromrießen müssen die Preise nicht erhöhen.
Ach ja die Mitarbeiter von den Firmen bekommen den Strom für ein sehr günstiges Angebot.
So ein Windrad ist doch schön anzuschauen.
Bringen tuts zwar nichts aber ich finds schön.
So haben Mitarbeiter von den Firmen die jenes herstellen wenigstens ein Arbeitsplatz.
Man sollte es positiv sehen.
Ich würde es auch als Dipl. Ing. Kunst begrüssen wenn diese Windräder so augerichtet würden dass dies die warme Luft aus Afrika hierher blasen könnten.
Mei Badehose ist schon zu lange im Schrank.
Jou werkli
wie wäre es wenn sich jeder an der eigenen Nasen fassen würde und erstmal den eigenen Stromverbrauch reduziert?
Einsparmöglichkeiten gibt es viele! Standby abschalten, A+++ Geräte ...
Klar für Zeiten in denen keine Wind weht, oder die Sonne nicht scheint, muß der Strom halt gespeichert werden. Punpkraftwerke? Umwandeln in Wasserstoff??
Möglichkeiten gibt es genug.
Das ist halt noch eine Herausforderung an die deutsche Ingenieurskunst!!
Das Auto und der Fernseher wurde auch nicht an einem Tag erfunden!!!
Nur jammern und stänkern bringt nichts.
Aber ein Windrad sollte schon an einem Ort stehen wo es auch rentabel betrieben werden kann!
Ob dies in Bullach der Fall ist kann ich nicht beurteilen.
Ich frage mich nur, wieviel Öko es wohl ist wenn dass gleich an Energie die Ihr Windrad liefert durch andere Kraftwerke vorgehalten werden muss.Wer verzichtet denn auf Strom wenn kein Wind geht?
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