Wird Kinderhaus zu teuer?

BEHRINGERSDORF – Vielen Baustellen kommt der bislang recht milde Winter zugute. Auch beim „Haus für Kinder und Jugendliche“ in Behringersdorf laufen Arbeiten, die normalerweise in dieser Jahreszeit nicht möglich sind. Das ist aber auch nötig. Die Insolvenz einer Baufirma, die für wesentliche Bereiche zuständig war, und die schwierige Suche nach Ersatz belasten den zeitlichen und finanziellen Fahrplan des Schwaiger Millionenprojektes.
Bürgermeisterin Ruth Thurner hält die Inbetriebnahme im kommenden Mai weiterhin für realistisch; die Krippe soll ohnehin erst im September starten. Innen waren jüngst Estrichleger am Werk. Wenn die Böden ausgehärtet sind, soll der Gebäudekomplex stufenweise aufgeheizt werden. „Dann kann der Innenausbau weitergehen“, sagt Thurner. Die Möbel seien schon ausgesucht und in den Gesamtkosten enthalten – ebenso wie die Außenanlagen.
Der Preis ist heiß — gerade in Zeiten des Bürgermeisterwahlkampfs. Die CSU hat Zahlen in den Raum gestellt, die dramatisch klingen. Im Bericht über die jüngste Regionalkonferenz des CSU-Kreisverbandes Nürnberger Land in Osternohe heißt es: „Schwaig befindet sich finanziell weiter auf der Sonnenseite.
Durch die sprudelnde Gewerbesteuer ergebe sich im Haushalt ein Plus von zwei Millionen, teilte CSU-Fraktionsvorsitzende Petra Oberhäuser mit. ‚Dies versetzt uns in die komfortable Lage, dass wir uns einiges leisten können‘, so Oberhäuser. Nicht hinnehmbar sei jedoch, dass sich das Haus für Kinder und Jugendliche in Behringersdorf wegen gravierender Planungsfehler immer mehr als Kostenfalle erweist. Der ursprüngliche Kostenrahmen von 2,5 Millionen Euro hat sich auf bis jetzt fünf Millionen Euro verdoppelt.“
„Diese Zahlen verstehe ich nicht. Es stimmt weder die eine noch die andere“, sagt Bürgermeisterin Thurner. Zwar seien die Kosten stark gestiegen, das ursprüngliche Konzept sei aber auch deutlich erweitert worden - stets mit einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen. Die Bürgermeisterin schildert den Werdegang so:
Demnach kam 2006 der Stein ins Rollen. Pfarrer Ackermann hatte damals auf den schlechten Zustand des „Pfiffikus“-Kindergartens hingewiesen. Die Sanierung wäre sehr teuer geworden, für einen zeitgemäßen Neubau an der Tuchergartenstraße fehlte der Platz. Der Saal der evangelischen Kirchengemeinde an der Günthersbühler Straße war abgelegen und entsprach nicht mehr den Bedürfnissen, es gab Bedarf an Jugendräumen.
Auf der anderen Seite war der 1971/72 gebaute kommunale Kindergarten mit Gemeindesaal energetisch veraltet, problematisch waren nicht zuletzt die Nachtspeicherheizungen. Krippenplätze gab es gar keine. So wurde ein neuer dreigruppiger Kindergarten geplant, mit zusätzlichen Krippengruppen. Ein Saal stand bis auf weiteres an der Günthersbühler Straße zur Verfügung.
„Das erste Konzept war anfangs mit 2,4 Millionen Euro angesetzt – allerdings netto, ohne Nebenkosten und Außenanlagen“, sagt die Bürgermeisterin. Doch der Gemeinderat wollte Nägel mit Köpfen machen: ein Bauwerk mit Kindergarten, Krippe, Jugendräumen und Gemeindesaal. Ein beschränkter Architektenwettbewerb fand statt. „Dann hat man überlegt, eine dritte Krippengruppe und einen Werkraum für den Kindergarten in die Planung aufzunehmen“, sagt Thurner. Die ursprünglich am Dach vorgesehene Technik sollte eigene Räume bekommen. „So ist man im September 2009 auf rund 3,9 Millionen Euro gekommen.“ Die neuen Zahlen seien jedoch brutto, mit allen Nebenkosten und Außenanlagen, betont die Bürgermeisterin.
Im vorigen Sommer kamen plötzlich etwa 800 000 Euro dazu, „die man nicht nachvollziehen konnte“, sagt Thurner. Unterm Strich stehen jetzt etwa 4,8 Millionen Euro. Die Gemeinde hat einen Fachanwalt beauftragt, die unerwartete Kostenmehrung zu prüfen. Sie betreffen vor allem Rohbauarbeiten, Haustechnik, aber auch den Außenbereich mit schwierigen Hangabsicherungen. Die Juristen müssen klären, in wie weit die Forderungen der Firma berechtigt sind, weil die Maßnahmen nötig waren und ein entsprechender Gegenwert geschaffen wurde. Das zieht sich hin.
Der Bund der Steuerzahler – der offenbar von einem Teilnehmer einer internen Baubesprechung mit der Sache konfrontiert wurde - habe Informationen aus dem Rathaus angefordert, ansonsten aber bisher keine Stellungnahme abgegeben, sagt Thurner. Sie hofft, dass sich die Wogen spätestens nach der Bürgermeisterwahl am 11. März glätten und das Bauwerk dann als das gewürdigt wird, was es von Anfang an sein sollte: eine zeitgemäße, attraktive Einrichtung für kleine und größere Kinder, für Jugendliche und auch Erwachsene inklusive Seniorenarbeit.
Bürgersaal mit 100 Sitzplätzen
Über Kindergarten und Krippe entsteht neben den Jugendräumen auch ein Bürgersaal mit rund 100 Sitzplätzen und einer kleinen Galerie (weitere 15 Plätze). Bei Bedarf kann der angrenzende Bewegungsraum des Kindergartens einbezogen werden, so dass insgesamt 170 Plätze zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: Im Schwaiger Schloss sind es 120.
Ob die Gesamtkosten doch auf fünf Millionen (oder sogar mehr) steigen, ist momentan nicht absehbar. Nach dem Ausfall des Rohbauunternehmens war es schwierig, kurzfristig Ersatz zu finden, so Thurner. Mehrere Firmen teilen sich jetzt die verbliebenen Aufgaben. Die Gemeinde will ein waches Auge auf die Kostenentwicklung haben, doch die Erfahrung hat gezeigt: Vor Überraschungen ist man nie sicher – erst recht nicht, wenn man wie hier auf Sand baut.



Plant weiter.
Die Bürgermeisterin kanns ja aus eigener Tasche bezahlen,
wenn die Gewerbesteuer nicht mehr reicht.
In Schwaig gibt es doch genügend Reiche und Firmen die sponsoren es bestimmt.
Aber bitte auch einplanen das die Bürgermeisterin ein Parkplatz bekommt und nett auf der Strasse parken muss wenn Sie des Häusle besucht. Die Polizei schreibt in Schwaig jeden auf der vor seinem Haus parkt Falschparkerchefin hats ja so angeordnet.
Erst den Fluglärm, Falschparker und etzertle noch ein zu teures Haus. Schee muss sein bei Euch in Schwaig.
Ach und ein Swinngerclub habt Ihr auch noch.
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