Altbayern aufgespürt

BURGTHANN – Diese bequeme Wanderung im Grenzgebiet dreier Landkreise ist für Wanderer, die erholsame stille Waldwege und Pfade lieben. Die Route führt vorbei an einem einsamen Weiher und an einer malerisch verschlafenen Forst- Siedlung.
Start und Ziel: Schulstraße in Lindelburg - Weg und Zeit: zirka 3 Stunden, 10 km - Einkehren: in Lindelburg und Oberhembach - Parken: Schul-, Linden- oder Hembacher Straße - Bahnlinie: R 5 Nürnberg-Neumarkt bis Burgthann - Vom Bahnhof Burgthann dem Kanal bis Pfeifferhütte folgen. Am Ortsanfang die B 8 kreuzen, den Kanal überqueren und am Feuerwehrhaus vorbei den Tannenweg aufwärts bis Lindelburg (insgesamt 2 km).
Pfeifferhütte ist aus der Bettelhütte des blinden Michael Götz entstanden, der Tabakpfeifen herstellte um seine sechsköpfige Familie zu ernähren. Er beschäftigte sich auch mit der Herstellung von Wagenschmiere und so taucht anstatt „Pfeifferhütte“ auch oft der Name „Pechhütte“ auf.
Mit dem blauen Punkt geht es von der Schulstraße in Lindelburg aus in die Hembacher Straße (Wegweiser Hembach). Nach dem Rechtsbogen biegen die Wanderer links in die Brunnenstraße ab und laufen am Bolzplatz und Kinderspielplatz vorbei bergaufwärts nach Oberlindelburg. An den ersten Häusern gehen wir links zur Wegtafel nahe dem älteren Bauernhaus. Der mit Blaupunkt markierte Wildmeistersteig führt uns bis kurz vor Pyrbaum.
Der Weg verläuft rechts leicht aufwärts, im Wald angekommen macht der Forstfahrweg ebenfalls eine rechte Drehung und führt dann fast eben durch den Nadelwald. Es geht über einen Quellbach des Hembaches und zirka 400 Meter später stehen wir an der Wolfslach, die hier die Grenze zur Oberpfalz bildet. Keiner kommt daran vorbei die Furt zu durchqueren, bei hohem Wasserstand kann es nasse Füße geben.
An der nächsten Kreuzung ist wieder eine Wegtafel zu sehen. Dort verlassen wir den Wildmeistersteig und wandern mit dem blauem Strich und rotem Ring rechts in Richtung Oberhembach. Der Wald zur Rechten endet bald und es geht um den großen Acker, vorbei an einer Feldscheune mit landwirtschaftlichen Geräten auf Oberhembach zu. Links über dem Wald spitzen die Türme der beiden Pyrbaumer Kirchen durch. Nun stehen wir an der Infotafel am Ortsrand und folgen der Straße rechts in den alten Ortskern hinein.
Der zu Pyrbaum gehörende Grenzort lag an einer alten Handelsstraße, am westlichen Ortsende stehen noch drei mittelalterliche Steinkreuze. Der blauweiße Pfahl, der das historische Ortschild bis heute trägt, verrät, dass wir uns im altbayerischen Gebiet befinden. Der Dachreiter mit Uhr und Glocke auf dem Gasthaus stand einst als Uhrturm in Pyrbaum. Die Glocke ist eine Stiftung des Bleistiftfabrikanten Graf von Faber-Castell. Sie trägt die Namen der im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus der einstigen Gemeinde Oberhembach, zu der Dürrenhembach und Neumühle gehörten.
Am Gasthaus geht es links mit der Zwingerstraße weiter über den Hembach und beim Feuerwehrhaus rechts in den Dürrenhembacher Weg. Bei der Weggabel verlässt uns der rote Ring und wir gehen mit dem blauen Strich geradeaus zum Wald. Nun erwartet die Ausflügler eine abwechslungsreiche Waldwanderung auf zunächst breitem Wege. Nach etwa 15 Minuten kreuzen wir einen Fahrweg, rechts liegt ein Weiher mit einer kleinen Insel. Uns trennt ein Waldstreifen vom großen Neumühlweiher, wir gehen rechts auf das Haus und die Fachwerkscheune zu. Vor dem eingezäunten Anwesen laufen wir links auf grasigem Weg in eine Mulde und über einen Holzsteg: Jetzt sind wieder in Franken.
Im Wald geht es nun gleich links weiter, der Bach weicht bald nach links aus. Wir folgen dem breiten Weg bis zur Wegteilung. Dort verlassen wir die Markierung und gehen ohne Zeichen geradeaus. Nach zirka 200 Metern kreuzen wir einen Waldweg, nähern uns wieder dem Hembach und wandern zwischen dem Wald (rechts) und dem Bach weiter. Die alten Bäume, darunter viele Fichten breiten schützend ihre Zweige über uns.
Der Hembach plätschert neben zwei großen Weihern, dann geht es auf einem morschen Holzsteg über den Dürrenbach, der sich hier mit dem Hembach vereinigt. Wir stehen an einer großen Lichtung und fühlen uns in eine ruhigere Zeit zurück versetzt. In unmittelbarer Nähe steht rechts ein niedriges Haus mit Fachwerkgiebel und gegenüber Scheunen, Stallgebäude und schöne Häuser mit Fachwerk inmitten der Waldeinsamkeit.
Dürrenhembach wird 1325 an der Fraischgrenze Schwabach-Wendelstein erwähnt. Zunächst stand hier nur ein Gut, später wurden dort zwei Höfe gebaut. Zwischen 1874 und 1890 erwarb Lothar von Faber aus Stein diese Grundstücke und es entstand ein Forstgut mit dem gräflich Faber´schen Jagdhaus. Im Jahr 1875 wurde es erbaut. Der Doppelname Faber-Castell entstand erst 1898 mit Genehmigung des Prinzregenten Luitpold von Bayern.
Wir können alles in Ruhe betrachten, müssen aber dann gut aufpassen. Denn der weitere Weg ist vorerst nicht als solcher gekennzeichnet und 100 Meter nicht markiert. Vom Herweg aus gesehen geht es nach 20 Metern nach der Eiche rechts in den Wald. Auf dem Grasstreifen laufen wir geradeaus, hinter uns liegt die Ortschaft.
Schon nach zirka 100 Metern stoßen wir die Blaustrichmarkierung, der wir geradeaus in Richtung Neumühle folgen. Es geht noch kurz geradeaus, dann rechts herum parallel zur links verlaufenden Straße Pyrbaum-Sperberslohe.
Nach zirka 800 Metern stehen wir am Dürrenbach und betrachten dieses Rinnsal, das zeitweise zum reißenden Wildbach wird und die Wurzeln der hier stehenden Bäume tief ausgespült hat. Nun heißt es gut aufpassen. Wir gehen über die Brücke, verlassen die aufwärts führende Markierung und gehen links, auf kaum noch sichtbarem Weg, neben dem Bach zur nahe gelegenen Straße. Es ist etwas schwierig auf den Radweg hinauf zu kommen. Haben wir ihn erreicht, geht es links über den Bach.
Dann kreuzen wir vorsichtig die Straße und folgen dem Fahrweg rechts fließt der Dürrenbach von dem uns ein Waldstreifen trennt. Nach zirka 800 Metern gehen wir rechts durch den hoffentlich seichten Bach. Das hohe Durchlassrohr rechts zeigt uns, wie hoch der Weg einst gewesen sein muss und gibt eine vage Vorstellung davon, was das Wasser hier schon alles weg geschwemmt haben muss.
Nach dieser Hürde führt uns die Ziffer 3 auf grünem Grund links entlang. Wir folgen der dieser Ziffer zirka 500 Meter und gehen bei der Wegteilung kurz auf dem rechten Weg bis zur kleinen Wegtafel. Hier verlassen wir die 3 wieder und folgen jetzt der Ziffer 5 auf grünem Hintergrund links in Richtung Lindelburg.
Hier ist genau auf die Markierung zu achten. Auf teilweise nassem Weg – bei Frost ist Vorsicht auf versteckten Eisflächen geboten – geht es bald rechts, dann wieder links und in wenigen Minuten stehen wir am Waldrand vor Unterlindelburg. Ein kleiner Zulauf muss überquert werden, dann geht es links über die Bachbrücke. Danach wandern wir auf Lindelburg zu und sind dem Blaupunkt folgend wieder am Startplatz.



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