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19.01.12 16:36 Uhr

Bürger wollen Strom bald selbst erzeugen

Von: Tina Chemnitz

Wollen die Erzeugung erneuerbarer Energien im Nürnberger Land vorantreiben (v. l.): die Sprecher Werner Wolter (Hartenstein), Uwe Düker (Schwarzenbruck), Tanja Holl (Schwarzenbruck), Christiane Matern (Schwarzenbruck), Stephan Tralau (Schnaittach), Margit Kiessling (Altdorf), Ulrich Kretschmer (Winkelhaid), Eckart Paetzold (Altdorf) und Manfred Liebel (Burgthann) bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „Landkreiswind“. Foto: Archiv
Wollen die Erzeugung erneuerbarer Energien im Nürnberger Land vorantreiben (v. l.): die Sprecher Werner Wolter (Hartenstein), Uwe Düker (Schwarzenbruck), Tanja Holl (Schwarzenbruck), Christiane Matern (Schwarzenbruck), Stephan Tralau (Schnaittach), Margit Kiessling (Altdorf), Ulrich Kretschmer (Winkelhaid), Eckart Paetzold (Altdorf) und Manfred Liebel (Burgthann) bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative „Landkreiswind“. Foto: Archiv

NÜRNBERGER LAND — Energie aus erneuerbaren Quellen, wie Sonne oder Wind, wird auch im Nürnberger Land immer mehr zum Thema. Die Bürgerinitiative „Landkreiswind“ denkt über die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft nach. Der Landkreis unterstützt das Vorhaben und lud einen Experten aus dem Nachbarlandkreis Neumarkt ein, der die dortige Bürgergenossenschaft „Jurenergie“ vorstellte.

Als Vertreter der Bürgerinitative waren Manfred Liebel aus Burgthann und Tanja Holl aus Schwarzenbruck an den Landkreis herangetreten und hatten um Unterstützung für ihre Pläne gebeten. Die Zusammenarbeit mit der kommunalen Politik und den örtlichen Stadtwerken sei ein wichtiger Baustein bei der Verwirklichung einer Energiegenossenschaft auf bürgerschaftlicher Basis. Die beiden wurden daraufhin zur Sitzung des Kreisentwicklungs- und des Umweltausschusses des Kreistags eingeladen, die sich mit dem Thema befassten. 

Liebel wies ausdrücklich darauf hin, dass man sich nicht als Initiative gegen die Windkraftgegner im Nürnberger Land verstehe. Vielmehr wolle man eine „ergebnisoffene Diskussion“ mit Bürgern und Politik führen, um gemeinsam einen Weg zu finden, erneuerbare Energien im Nürnberger Land zu nutzen. Aber nur da, „wo sie vernünftigerweise erschlossen werden können“, betonte der Burgthanner. Vorbehalte gegen Standorte von Windrädern müssten mit einbezogen und ernst genommen werden. „Wenn wir mit Fantasie und gegenseitigem Respekt zusammenarbeiten, kann es gelingen“, warb er für die Idee.

Wie die praktische Umsetzung einer solchen Bürger-Energiegenossenschaft aussehen kann, zeigte Roland Hadwiger vom Bereich Kreisentwicklung des Landkreises Neumarkt am Beispiel der „Jurenergie“. Jährlich seien 500 Millionen Euro an externe Energieerzeuger aus dem Landkreis abgeflossen. Um möglichst viel davon in der Region zu halten und sich unabhängig zu machen von den großen Energieversorgern, habe man beschlossen, selbst tätig zu werden. 

Neumarkt als Vorbild

Nach Medienaufrufen und einer gut besuchten Infoveranstaltung wurde die Genossenschaft im April 2010 mit 79 Mitgliedern gegründet. 597 Geschäftsanteile á 500 Euro wurden ausgegeben, wodurch fast 300 000 Euro Gründungskapital zusammenkamen. Knapp zwei Jahre später ist die Zahl der Mitglieder auf 682 gestiegen. Das Kapital liegt bei über 5,5 Millionen Euro. Investiert wurde bisher hauptsächlich in große Photovoltaikanlagen, die im Jahr 764 Megawattstunden Strom produzieren. Das ausgesprochene Ziel für 2012 ist ein eigenes Windrad. Neben den Bürgern sind auch viele Kommunen im Landkreis Neumarkt an der Genossenschaft beteiligt. Sie haben jeweils zwischen fünf und 20 Anteile erworben. 

Etwas anders hat es der Landkreis Neustadt an der Waldnaab gelöst. Dort gibt es zwei Genossenschaften, die kooperien: eine für die Bürger, eine für die Kommunen. 831 Mitglieder haben hier 1350 Anteile zu je 500 Euro erworben. Die Einlage beträgt 6,5 Millionen Euro. Mit 970 Anteilen ist die Bürgergenossenschaft der größte Eigner. Die Landkreisverwaltung im Nürnberger Land bevorzugt diese Variante. Denn die kommunale Genossenschaft biete durch die Beteiligung der Kommunen und deren Stadtwerken Konstanz, erklärte Kreisentwickler Bernd Hölzel.

„Windräder werden kommen“ 

CSU-Kreisrat Günther Felßner hakte nach und wollte von Hadwiger wissen, wie man in Neumarkt mit dem Thema Windkraft umgehe. „Windräder kommen, ob wir es wollen oder nicht“, sagte dieser dazu. „Der Knackpunkt ist, den Bürgern klarzumachen, dass wir keine zusätzlichen Windräder bauen, aber die, die sowieso kommen, sollen wenigstens unseren Bürgern etwas bringen.“

Hartensteins Bürgermeister Werner Wolter (FWG) sprach sich dafür aus, dass Kommunen und Landkreis beim Thema regionale Energieversorgung zusammenarbeiten, um den Prozess zu beschleunigen. Auch Landrat Kroder hielt ein gemeinsames Vorgehen für sinnvoll: „Auch wenn es natürlich nicht schlimm ist, wenn ein paar Kommunen eigene Genossenschaften gründen, sollten wir am Ende nicht 27 davon haben.“ 

Günther Felßner mahnte eine strikte Trennung zwischen Bürgergenossenschaft und Landratsamt an. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass es eine Verbandelung zwischen der Energiegenossenschaft und der Genehmigungsbehörde des Landrats­amtes geben könnte.

Die Frage von Hans Kern (Grüne), ob sich die „Jurenergie“ vorstellen könne, über den eigenen Landkreis hinaus im Nürnberger Land tätig zu werden, verneinte Hadwiger. Er halte dies für sehr schwierig. Zudem sei das Nürnberger Land groß genug, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Genossenschaften sei dann aber natürlich möglich. 

„Die Energieversorgung soll sicher, sauber, bezahlbar und regionaler werden“, resümierte Landrat Armin Kroder, dadurch werde sie vor Ort aber auch sichtbarer. Funktionieren könne es trotzdem, wenn ökonomische und ökologische Aspekte gleichmäßig berücksichtigt und die Bürger beteiligt werden, glaubt er.

Und wie geht es weiter? Die Bürgerinitiative muss nun überlegen, welches Modell für den Landkreis am geeignetsten wäre. Eine wichtige Frage ist die dauerhafte Leitung der Bürgergenossenschaft. Am Anfang könne dies zwar ehrenamtlich gestemmt werden, auf Dauer müsse man aber gemeinsam mit den Kommunen über eine hauptamtliche Leitung nachdenken, sagte Liebel.




Kommentare

t. s., Lauf, 10.03.2012 21:26:
Bitte lesen Sie alle mal den Artikel
Benzin aus Sand
"Benzin aus Sand - eine Utopie? Unbemerkt von der Öffentlichkeit, findet derzeit eine chemisch-technische Revolution auf dem Gebiet der Energiegewinnung statt: die Umstellung von begrenzten fossilen (organischen) Ressourcen auf unbegrenzte synthetisch-anorganische Ausgangsstoffe. Das bedeutet das Ende des Kohle-/Erdöl-Zeitalters und den Beginn des Silizium-Wasserstoff-Zeitalters – eine neue Epoche in der Geschichte der Menschheit. Initiator ist ein einzelner Außenseiter und zugleich ein Jahrtausend-Genie. "
Weiter unter
http://www.mmnews.de/index.php/etc/7955 und vielen anderen
Links.
A Anonym, nürnberger Land, 22.01.2012 16:46:
@ margrit thom und interessierte:

Ich möchte hier ein paar Fakten aufzählen. Ich studiere derzeit Erneuerbare Energien und komme ursprünglich aus der Nähe der diskutierten Gebiete.

Die verfügbare elektrische Leistung in kW hängt stark von der Windgeschwindigkeit ab. Die elektrische Leistung ist kubisch von der Windgeschwindigkeit abhängig. Bildlich gesprochen bedeutet dass, das bei einer Windgeschwindigkeit von 1 m/s nur ein tausendstel der Leistung eingespeist wird wie bei 10 m/s. Deswegen schalten sind Windenergieanlagen meist erst bei ca. 3 m/s ein. Darunter lohnt sich der Betrieb nicht bzw. die Kosten für den Verschleiß sind größer als die Einnahmen durch den Strom. Wenn der Wind stark bläßt, also z.B. mit 15 m/s dann wir die Anlage so eingestellt, dass dem Wind nicht die volle Leistung entnommen wird. Der eingespeiste Strom wird dann bei zunehmender Windgeschwindigkeit nicht mehr. Das wird gemacht, damit die Anlage keinen Schaden nimmt.

Bisher waren Standorte wie der Hienberg relativ uninteressant, weil die mittlere Windgeschwindigkeit hier nicht so hoch ist wie z.B. in Brandenburg oder Schleswig Holstein. Der Konkurenzdruck und die sinkende Einspeisevergütung hat aber über die Jahre dafür gesorgt, dass die Kosten für die Windräder gesunken sind. Der Trend geht derzeit zu Anlagen für Schwachwindstandorte, dass bedeutet Anlagen mit großem Rotor und kleinerem Generator. Dadurch werden die Stromgestehungskosten (errechnete Kosten pro kWh) der Anlage gesenkt und Anlagen werden auch an Standorten wie dem Hienberg interessant. Letzten Endes ist es natürlich auch politische Wille, dass regional Windenergieanlagen gebaut werden.

Zum Thema Alternativen:
Es gibt schon Alternativen, wie z.B. große Solaranlagen oder Biogasanlagen. Solaranlagen haben den Nachteil, dass die Vergütung mit derzeit 24 ct/kWh ca 3 mal so hoch ist wie bei Windenergie. Für den Betreiber bleibt trotz der hohen Vergütung oft kein hoher Gewinn, weil die Anlagen teuer sind. Die Vergütung des Solarstroms steht deswegen derzeit auch scharf in der Kritik, weil dadurch die EEG Umlage, die jeder Bürger bezahlen muss, größer wird.
Für Biogas müssen große Flächen mit Mais (Mais ist für Biogas an besten) bebaut werden. Auch gegen diese einseite Änderung des Landschaftsbildes gibt es Wiederstand. Der Preis pro kWh variiert, ist aber trotzdem wesentlich höher als bei Windenergie.

Andere exotische "Alternativen" wie Solarthermische Kraftwerke in Afrika (Projekt Deserttec) werden alleine durch die langen Kabelwege sehr teuer. Es ist kein Zufall, das für das Projekt ein Zeitraum bis 2050 genannt wird.

Der günstigste grüne Strom ist Windstrom. Er wird derzeit mit ca. 9 ct/kWh für 5 Jahre vergütet. Danach mit ca. 5 ct/kWh. Die Vergütung wird regelmäßig angepasst.

Nun zum Interessanten Teil:
Von 2 Anlagen, eine im Landkreis Neumarkt und eine im Landkreis Forchheim weis ich dass die Anlagen eine Volllastkapazität(kwh pro Jahr/Nennleistung) von 1500h-2000h pro Jahr aufweisen. Die Volllastkapazität kann man sich so vorstellen, dass die Anlage theoretisch 1500h-2000h bei Nennleistung läuft und den Rest der Zeit still steht. Natürlich ist das nicht der Fall, es gibt Tage da steht die Anlage, es gibt Tage da läuft sie bei 50% Last und Tage da läuft sie mit Nennleistung.
Solaranlagen erreichen hier ca. 900h-1000h Volllastkapazität.

Damit kann man in etwa ausrechnen, wie viel Geld mit den Anlagen erwirtschaftet werden kann. Das Windangebot schwankt natürlich. Meist um +-20%.

Die Kosten für eine Windenergieanlage liegen meistens bei 1000-2000 eur/kW. Für eine Anlage mit 2 MW = 2000 kW liegen die Kosten dann bei 2-4 Millionen Euro. Die Anlagen werden billiger, wenn mehrere aufgestellt werden, weil die Infrastruktur, also Straße, Stromkabel etc. nur einmal benötigt werden.

Grundsätzlich ist es so, dass das man Anlagen im Schalloptimierten Betrieb fahren kann, dann sind sie leiser, liefern aber auch nicht so viel Leistung.

Es gibt einen Trend hin zu Bürgerwindparks. Auf diese Art bleibt der Gewinn in der Gemeinde und bei jeder Umdrehung des Rades muss man sich nicht ärgern, sonder kann sich über die gerade gewonnene Kohle freuen. Grundsätzlich gilt natürlich: Wenn ein Betreiber damit Geld machen kann, kann das eine Bürgergemeinschaft auch. Bevor aber Dollarzeichen in den Augen aufblitzen sollte unbedingt GENAU geklärt sein wie hoch der zu erwartende Ertrag ist (unabhängiger Berater) und die Kosten (incl aller Nebenkosten).

Das war jetzt eine ganze Menge an Infos und muss erst einmal verdaut werden;-)

Ich habe mich dafür entschieden diesen Artikel anonym einzustellen, da ich mir nicht ganz sicher bin, in wie weit ich die Angabe der 1500h-2000h angeben darf. Sollten Rückfragen bestehen einfach in den nächsten Tagen hier posten.

Beste Grüße,
Anonym
Schorsch Huber, Lauf, 22.01.2012 15:40:
Alles ein Gschmari,
mein Nachbar hat sich so Platten für € 7000.- aufs Dach hinaufgeflaster. Bringt überhaupt nichts.
Wenn sich die Familie mal badet wie es man ja normalerweise macht, ist das Wasser gleich kalt.
Weiß ich mit meinen 52 Jahren ob sich eine Photoanlage noch rentiert wenn ich bald ins Gras beise ?
Holzschnitzelanlge ebenfalls Blödsinn.
Wie teuer ist jetzt schon das Holz.
Da gibt es ja etzertle schon die Österreicher die sich an dem Holz eine goldene Nase verdienen.
Soviel ich weis haben die da ein Monopol drauf.
Ich kaufe mir ein großes Hamsterrad und schicke meine Frau nei wenn ich Strom brauche. Die hat 7 Kilo Übergewicht. Der schadets nicht.
Nicht Ihr Verbraucher spart, sondern nur die Investoren und Firmen werden reicher.
Aber wie heist, es der Deutsche Michel rennt ja immer nach was Ihm vorgesagt wird.
Jou werkli
margrit thom, simmelsdorf, 21.01.2012 15:24:
Wenn das kleine Wörtchen "wenn" nicht wäre. Wenn Gewinne
erzielt würden , ja wenn ??

Kein Wind - kein Gewinn
keine Sonne - kein Gewinn
Holz wird knapp - wo bleibt der Gewinn ?

Eine Frage an Herrn Linek : Können Sie mir evtl. seriöse
Informationen zukommen lassen über die bereits erzielten Gewinne durch die erneuerbaren Energien. Wo kann man das nachlesen ? Gibt es Studien ?
Evtl.Studien, die sich mit den erneuerbaren Energien in Bayern, z.B. Solarenergie, Windenergie, Biomasse usw. befassen.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.und bedanke mich vorab für Ihre Bemühungen.

Und an Frau Huber gerichtet : Waren Sie bei der Infoveranstaltung der BI Landkreiswind vor Ort. Dann dürfte Ihnen nicht entgangen sein,daß es auch dort eigentlich nur um Profit und "Wertschöpfung" (ich kann diese Wort nicht mehr hören , ohne daß mir übel wird ) ging.
Soweit ich mich erinnere, war Fukushima in dieser Veranstaltung kein Tabu, wenn Sie wissen, was ich meine.
Von wegen Umwelt !!!

Natürlich müssen wir uns nach anderen Möglichkeiten umschauen, aber wie heute u.a. zu lesen war und was wir alle wissen, Stromsparen ist das A und O. Wäre doch mal eine neue Diskussion wert oder ?
Wer fängt an ?

Margrit Thom
Peter Kraus, Osternohe, 21.01.2012 09:54:
@ Martin Linek

Erneuerbare Energien werden von mir nicht verteufelt und auch nicht im Gesamten abgelehnt. Als Mitglied der BEW Schnaittachtal gibt es für mich keinen Interessenskonflikt. Ich befürworte die 3 Ziele aus der Gründungsversammlung, nämlich Wasserkraft, Hackschnitzelheizkraftwerk und auch Photovoltaik. Windkraftanlagen waren in der Gründungsversammlung ausdrücklich ausgenommen. "Vielleicht später einmal" hat man gesagt. Windräder rund um den Hienberg und speziel auf der Bondorfer Höhe werden von mir weiterhin wegen zu geringen Abständen zur Wohnbebauung abgelehnt. Dazu stehe ich, auch innerhalb der bew-schnaittachtal.

Was die finanziellen Gewinne aus der Energieerzeugung angeht, so bin ich sicher, dass Sie den Inhalt und die Botschaft meiner Aussage ganz genau verstanden haben. Kein weiterer Kommentar notwendig.
Martin Linek, Schnaittach, 20.01.2012 16:13:
@ Peter Kraus:

da sie ja selbst mitglied der bew-schnaittachtal sind, gehe ich wohl davon aus, dass sie ihren letzen satz auch auf sich selbst beziehen. stehen sie jetzt also einem windrad in osternohe nicht mehr ablehnend gegenüber?
noch eine frage: was ist eigentlich schlecht daran, wenn gewinne, die zweifelsohne aus der energieerzeugung gezogen werden vor ort bleiben?
Peter Kraus, Osternohe, 20.01.2012 14:23:
Die Initiative „Landkreiswind“ wurde ja schon im Frühjahr 2011 gegründet. Einige Monate später, bei ihrer ersten Versammlung im Wollner Saal in Lauf war wie auch Heute, immer noch nicht klar, ob und wie man eine Genossenschaft gründet und führt. Weil man die finanziellen Mittel für ein eigenes Windrad wohl nicht aufbringen kann, solle man sich doch bei einem Großinvestor beteiligen, meinte ein Beteiligter. Er erklärte sich auch gleich bereit, mit dem Investor des geplanten Neunhofer Windrades Kontakt aufzunehmen. Die gesamte Versammlung hat diesen Vorschlag offiziell dankend angenommen. Soweit zum „ausdrücklichen“ Hinweis, dass „man sich nicht als Initiative gegen die Windkraftgegner im Nürnberger Land verstehe.“

Man hatte sich auch nicht gescheut, schon zu diesem frühen Zeitpunkt über Dividendenausschüttung zu diskutieren. Wie war das mit dem Fell des Bären?

Damals und auch Heute wird immer wieder erklärt, die „Wertschöpfung“ soll in der Region bleiben. Seit doch ehrlich, „Wertschöpfung“ ist nur Schönfärberei für das Ziel, Profite zu erwirtschaften. Das gleiche Profitstreben finden wir in jeder dieser Genossenschaften, so auch in Schnaittach. Dort soll der Profit, (Entschuldigung, die Wertschöpfung) allerdings nicht in der Region, sondern nur in der Gemeinde bleiben. Also macht ein Windrad nur Sinn, wenn es innerhalb des Gemeindegebietes gebaut wird. Wegen der Gewerbesteuern, sagt man.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass man in Schnaittach unter den Initiatoren einige Personen findet, die auch schon bei der „Landkreiswind“ aktiv sind oder waren.

Um Gottes Willen, wie viele Gemeinden wollen noch ihre eigenen Windräder? Unser Landrat befürchtet (wohl nicht ganz ernsthaft) 27. Dabei hat man uns immer versprochen, dass man die „Verspargelung“ der Landschaft vermeiden will.

Noch ein Wort an die Genossenschaftsaktivisten: Investieren und Gewinne erwirtschaften ist ja legitim, aber lasst doch bitteschön das ökologische Deckmäntelchen weg. Und wenn ihr schon unbedingt Windräder bauen wollt, dann tut dies bitteschön vor euerer eigener Haustüre.


Peter P. Kraus Osternohe
Schorsch Huber, Lauf, 20.01.2012 13:00:
Herr Franzen da sind mir mal der gleichen Meinung.
Ich sehe nur wenn ich nach Nürnberg hineinfahre den Riesigen Turm von der Nürnberger Versicherung. Wer hat den bezahlt bestimmt nicht der Vorstand aus eigener Tasche.
Auch sehe ich die Sponsoren von der Formel 1, Allianz und die Post.
Ich gebe denen mit Sicherheit keine Kohle.
Die haben alle mal klein vor langer Zeit angefangen und haben die Leute abgezockt.
Aber jeden Tag steht ein Dummer auf und schließt mit denen Verträge oder gibt dort sein Paket ab.
" Dumme Menschen braucht das Land"
Das ist halt der " Deutsche Michl"
Aber Sie brauchen es nicht lesen, sehr geehrter Herr Franzen.
Franz Franzen, Röthenbach, 20.01.2012 11:48:
Das ist immer so eine Sache. Heutzutage braucht man für alles Geld. Ohne Moos nix los! Nur wenn nicht klar definiert ist für was und wohin die Kohle geht würde ich auch nix locker machen. Aber an realistischen Projekten würde ich mich schon beteiligen. Nur um aus der Abhängigkeit dieser E-ON usw. Abzocker wegzukommen.
Man braucht heute einfach Leute die auch mal was wagen.
Franziska Huber, Lauf, 20.01.2012 09:31:
Richtig!
@Martin Linek:
Wenn ich mir bei ihrer Verlinkten Seite Vortsand und Aufsichtsrat anschaue, läufts mir kalt den Rücken runter.
Eine Truppe, wo schnell deutlich wird, dass es um nur um Geld geht.
Da ist die BI Landkreiswind einfach sympatischer.

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