Brachfläche bald Vergangenheit?
HENFENFELD - Das Ende der großen Brachfläche in der Henfenfelder Ortsmitte scheint gekommen. Die Nürnberger Dimmobau AG stellte dem Gemeinderat einen Bebauungsvorschlag vor. Auf dem ehemaligen „Kochareal“ sollen drei Doppelhäuser und drei Einzelhäuser entstehen. Die Niedrigenergiegebäude sollen für sämtliche Altersschichten attraktiv sein. Allerdings stellte sich die Frage, ob diese moderne Bauweise auch in den Kern eines fränkischen Dorfes passt.
Zur Januarsitzung des Gemeinderates hatte Bürgermeister Gerd Kubek Vertreter der Firma Dimmobau AG eingeladen. Der Geschäftsvorstand Harald Thiem und der technische Bauleiter, Günter Rieker, stellten dem Gremium einen Bebauungsvorschlag für das „Kochareal“ in der Schmiedstraße vor. Da Teile des Geländes im Hochwasserbereich des Hammerbaches liegen, hatte Kubek bereits beim Wasserwirtschaftsamt für Klärung gesorgt. Thiem erklärte das Konzept der Anlage, bei der eine „Energiewendesiedlung“ entstehen soll.
Bei den Gebäuden wird auf eine Unterkellerung wegen des nahen Hammerbaches verzichtet. Sämtliche Anwesen sind ebenerdig und somit barrierefrei angelegt, was auch eine Nutzung durch Senioren erleichtert. Im Wohnbereich sind verbreiterte Türen vorgesehen, die auch für eine Pflegestufe II geeignet seien. Als Größe sind für die Wohnungen rund 90 Quadratmeter geplant, Erweiterungen um 20 oder 40 Quadratmeter seien problemlos möglich. Auch gibt es Variationen mit separatem Eingang, der eine Verwendung als Einliegerwohnung zulässt. Als Option ist ein Drei-Generationenhaus in zweigeschossiger Form möglich. Für die Pkw stehen Unterstellmöglichkeiten direkt unter Dach oder als Carport zur Verfügung.
Nachdem bekannt wurde, dass für die Anlage schon mit Prospekten und im Internet geworben wird, wurde von den Gemeinderäten angefragt, ob nicht eine ortsübliche Bebauung mit Satteldach möglich sei, zumal sich die Anlage mitten im historisch gewachsenen Ortskern befinde. Hier wurde von den Planern das Mehrgenerationenhaus genannt, denn dieses könne mit Satteldach ausstaffiert werden. Die Einzelhäuser sind allesamt mit einem relativen Flachdach ausstaffiert. Das Hauptmaterial der Häuser ist schichtverleimtes Massivholz, mit Dämmungsmaterial und einer Verkleidung. Im Außenbereich werde echtes Basaltgestein in Form von leicht bearbeitbaren Paneelen angebracht, welche hohe Robustheit und Lebensdauer aufweisen. Die ganze Bauweise sei langlebig und pflegeleicht, zudem könne optional auch Photovoltaik zum Einsatz kommen.
Die offene Bauweise wurde seitens des Gemeindegremiums als sehr gewöhnungsbedürftig bezeichnet, zumal die Fronten sehr große Glasflächen vom Boden bis zur Decke aufweisen und auch keine Rollos vorgesehen sind.
Für einen Baubeginn sollen mindestens vier Häuser verkauft sein, sagte Thiem, sobald dies erreicht sei, ist aber mit einem schnellen Ablauf zu rechnen. Nachdem mehrere unbeantwortete Fragen und Anfragen zu alternativen Bauformen aufkamen, wurde das Thema ausgesetzt und soll nach einer Überarbeitung wieder aufgenommen werden.
Das Neubaugebiet Rohäcker wurde in der Bürgerversammlung angesprochen, hier wurde angeregt, den Bauabschnitt III voranzutreiben. Deshalb wurde in der Sitzung beschlossen, das Planungsbüro Richter aus Ottensoos mit einem Vorentwurf zu beauftragen.
Der Senioren- und Behindertenbeauftragte Werner Herzog legte anschließend seinen Jahresbericht vor. Er berichtete von den vielen Herausforderungen in seinem Tätigkeitsbereich, wobei die Begegnungen mit Demenzkranken besonders schwierig waren. „Auf der einen Seite stehen Klagen, andererseits will man keine Hilfe“, so seine ernüchternde Feststellung. Besondere Erlebnisse hatte er auch, als er Amtsgänge mit Senioren unternahm. Viele Probleme für Senioren und Behinderte gäbe es bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Eine enorme Hürde sei schon zum Auftakt allein die Bedienung des Fahrkartenautomaten, stellte er fest. Insgesamt war er sich mit Bürgermeister Kubek einig, dass es in Henfenfeld relativ viel Angebote für die Seniorenfreizeit gäbe, doch deren Nutzung setzt immer Eigeninitiative voraus.
Johann Dechant




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