Schwäne abgeschossen

FEUCHT – Aufmerksame Spaziergänger haben es bereits bemerkt: Das Schwanenpaar, das sich vor einiger Zeit an den Krugweihern niedergelassen hat, ist verschwunden. Außerdem gibt es deutlich weniger Enten und Bläßhühner auf den Weihern als noch in der Woche nach Weihnachten. Beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) vermutete man zunächst, dass die Silvesterknallerei die Vögel vertrieben hat. Jetzt steht fest: Die Tiere wurden geschossen.
An den Weihern hat der dort zuständige Jagdpächter eine Entenjagd durchgeführt und auf alles geschossen, was nach dem bayerischen Jagdgesetz abgeschossen werden darf. Laut Gesetz dürfen in den Monaten November bis Februar auch Höckerschwäne gejagt werden.Trotzdem: Welchen Grund gab es für den Waidmann, das einzige Schwanenpaar an den Krugweihern abzuschießen? Der Jäger will dazu auf telefonische Anfrage keine Auskunft geben und verweist stattdessen auf die Abschussliste der Wasservögel im Freistaat für den Monat Januar: Neben Stockenten sind darin Krick-, Pfeif- und Spießenten aufgeführt, dann Berg-, Reiher- und Tafelenten, Samt- und Trauerenten, Bläßhühner, Höckerschwäne, Graugänse, Bläß-, Saat-, Ringel- und Kanadagänse, sowie Kormorane, außerdem verschiedene Möwenarten. Nicht alle hier genannten Wasservogel-Arten leben an den Krugweihern in Feucht. Aber alle Krugweiher-Vögel, die sich in der Jagdliste finden, nahm der Jagdpächter nach eigenen Angaben aufs Korn und schoss sie ab.
Die Krugweiher gehören der Marktgemeinde Feucht. Hier hat man erstmals durch unsere Anfrage von der Entenjagd gehört und ist zuerst einmal verwundert, wird doch in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt eine Beobachtung der an den Weihern lebenden Tiere und der Entwicklung der Schilfgürtel vorgenommen. Die Weiherflächen sind nämlich Ausgleichsflächen für die nahe Feucht gebaute ICE-Trasse, hier will man ökologisch wertvolle Areale entstehen lassen und schützen.
Jagd war zulässig
Stefanie Heußler, die für die Kommune die Krugweiher beobachtet, hat noch am vergangenen Freitag Fotos von den Schwänen gemacht und sich zwischenzeitlich mit Christine Brahm von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt in Verbindung gesetzt. Deren Fazit nun: Die Entenjagd war zulässig, der Jäger hat gegen keine gesetzlichen Vorgaben verstoßen. „Entenjagd ist auch nichts ungewöhnliches“, sagt Christine Brahm, die selbst aus einer Jägerfamilie stammt. Und die Enten stehen beim Monitoring an den Krugweihern ohnehin nicht im Fokus der Naturschützer. Die interessieren sich in erster Linie für Libellen, verschiedene Amphibienarten, den Eisvogel und Schilfbrüter. Ungewöhnlich ist aber für Brahm, dass der Jäger das Schwanenpaar abgeschossen hat: „Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum er das getan hat.“
Bernd Michlist Vorsitzender der Ortsgruppe des Landesbunds für Vogelschutz in Feucht. „Das kann doch nicht wahr sein“, kommentiert er die Jagd an den Krugweihern. Er kann ebensowenig wie Christine Brahm nachvollziehen, warum der Jäger das Höckerschwanen-Paar abschoss, war es doch seit Jahrzehnten das erste Schwanenpaar, das sich an den Weihern niedergelassen hatte. Die beiden Tiere sind vor rund einem Jahr zugewandert.
Weil das Areal südwestlich von Feucht als biologisch außerordentlich interessantes Gebiet gilt, führt der LBV hier regelmäßig Vogelstimmen- und Fledermauswanderungen durch. A.B.



Unbeschreiblich traurig.
@Hans Dampf:
80% der Schreiber hier haben die gleiche ip Adresse???
Nachdem sich Diskussion ja schon mehrere Tage hinzieht, geht das ganze doch gar nicht. Mit jedem EINLOGGEN ins Netz wird doch eine neue IP-Adresse vergeben.
Oder habe ich da was falsch verstanden?
Wieso verdrehe ich und was überhaupt? Ich habe Sie wörtlich - in korrekter Reihenfolge Ihrer geistigen Ergüsse - zitiert. Sollten alle Jäger so ticken, wie Sie, sollte es niemanden verwundern, wenn die Jägerschaft mit Argusaugen betrachtet wird. Ich muss mich jedoch aufrichtig bei Ihnen entschuldigen. Meine Einschätzung, Sie seien menschlich verroht, war offenkundig falsch. Ich denke Ihre mentale Befindlichkeit wurde durch andere Mitglieder (meine "alter egos"?!) dieser "Diskussionsrunde" trefflicher erkannt und beschrieben. Für die Irritationen und die Überbeanspruchung Ihrer Aufmerksamkeit und was auch immer sonst noch ... nochmals meine Bitte um Vergebung und ... Waidmanns Dank!
Ich weiß, dies klingt sehr einfach, aber wissen wir nicht alle im Grunde genommen, daß die Dinge einfach sind!?
Kompliziert wird es doch nur dann, wenn man die Mordlust der Menschen legalisieren will!
Lassen Sie uns gemeinsam zum Einfachen zurückkehren: DU DARFST NICHT TÖTEN!
Mit freundlichen Grüßen
Monika Leimbach
Mich würde ja mal interessieren, wie Sie meinen zugriff auf die IP Adressen der Kommentatoren zu haben um irgendwelche Behauptungen von 80% gleichen Adressen aufstellen zu können.
Netter Versuch das Ganze auf IHRE sachliche Ebene ziehen zu wollen aber anscheinend gibt es doch mehr Wahrheiten als nur die der Jäger. Ein Schwanenpärchen auf einem Gebiet in dem seit langen kein Schwan mehr ansässig war abzuschießen ist schon bemerkenswert kurzsichtig - oder einfache Schießwut. Das ist in keinster Weise mit dem Argument zu vertreten Höckerschwäne wären nicht geschützt. Nur weil kein Gesetz übertreten wurde heißt das nicht das der Jäger keine gebrochen hat. Er hat sich verpflichtet die ihm anvertraute Natur zu schützen und zu pflegen - das tat er sicherlich nicht indem er in selnem kleinen Ökozentrum eine Spezies mal eben ausgerottet hat. Das war nur Dumm - oder eben Schießwut.
Das sich die Jägerschaft heute zu den großen Hegern und Behütern aufschwingt wird doch allerortens - und das wissen Sie - mit allergrößter Skepsis gesehen. Die Jägerschaft ist einzig und allein aufgrund jahrhunderte dauernden Lobbyarbeit in diese Position gekommen. Jagen war und ist teuer, insofern konnten sich fast immer nur begüterte Mitbürger eine Jagd leisten. In der Regel CDU,FDP und CSU Leute die sich gegenseitig den Rücken freigehalten haben - ich blicke auf 4 Generationen Jäger in meiner Familie zurück, ich weiß "wie der Hase läuft".
Es wird Zeit das diese Vormacht gebrochen wird und das objektivere Gremien entscheiden wer wann wo was erlegt.
Solche Schaujagden wie sie unser Herr Sander im Harz veranstalten wollte sind das letzte und haben - wie der Abschuß der Schwäne- nicht mit Schutz und dergl. zu tun.
Dass hier Rassismus ins Spiel gebracht wird, im Zusammenhang mit dem Jäger-bashing verwirrt mich allerdings ziemlich, seit wann gehören Jäger einer eigenen Rasse an?
Weil's so schön reinpasst, hier ein Zitat --->
Theodor Heuss (1. Präsident der Bundesrepublik Deutschland)
Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.
Doch häufig steht vor dem Tod der Tiere - zusätzlich furchtbar - eine langes Leiden, weil die Tiere nicht letal
getroffen wurden.
Ein grundsätzliches Jagdverbot muß dringend erlassen werden, damit das Gemetzel, das die grüne Pest täglich anrichtet, sofort gesetzlich verboten ist.
Zu den Schwänen: ihr Bestand ist europaweit bedroht, aber auch wenn es nicht so wäre: wer gibt auch nur einem Menschen
das Recht, Tiere zu quälen und zu erschießen?
Er sich selbst!
Hoffentlich geht die Erde bald unter, damit das Leid der Tiere durch die Menschen ein Ende hat. Dafür würde ich mich gern opfern. Ernst gemeint!
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