Zum Schottenloch
Vor 125 Jahren, am 12. Juli 1886, kam Johann Flierl aus Buchhof als Missionar in Papua-Neuguinea an und wurde zum Gründer der evang.-luth. Kirche von Neuguinea. Die vorgeschlagene Route führt nach steilem Aufstieg auf schönen Wald- und Feldwegen zu seinem Geburtsort und danach zu idyllisch gelegenen Kirchthalmühle.
Starten und Parken: Bushaltestelle Regelsmühle oder Parkplatz zwischen Thalheim und Claramühle — Weglänge: 10 km, knapp 3 Stunden — Einkehren: Heldmannsberg und Kirchtalmühle — Buslinie: 321 Hersbruck-Alfeld — Anfahrt: Straße Hersbruck-Lauterhofen
Von der Claramühle müssen wir 300 m am Straßenrand in Richtung Talheim bis zum Parkplatz rechts neben der Straße gehen. Nach dem Parkplatz gehen wir am Waldeck mit Rotring und Gelbkreuz rechts (Ww Heldmannsberg) ab. Das Schottental zur Rechten steigen wir mit dem Waldweg allmählich hoch auf die Albfläche. Nach dem der Wald endet geht es im Bogen durch die Felder, dann zweigt Rotring rechts ins Schottental ab. Das wäre eine Abkürzung, wir wollen uns aber noch die Heldmannsberger Kirche anschauen und deshalb folgen wir Gelbkreuz links noch kurz aufwärts an den Feldhecken entlang und geradeaus bis Heldmannsberg. Beim Feldkreuz vor dem Dorf gehen wir ohne Zeichen rechts zur nahen Kirche.
Heldmannsberg war 300 Jahre oberpfälzische Enklave inmitten des reichsstädtisch-nürnbergischen Gebietes. Es gab hier sogar Ärger wegen der Wallfahrer durch Thalheim, denn dorthin waren die Protestanten aus Heldmannsberg vertrieben worden. Die turmlose Barockkirche mit den Glocken im Dachreiter wurde in den Jahren 1673 bis 1679 errichtet. Die Jahreszahl 1674 über dem Eingangsportal weist auf die Gründung der Pfarrei hin, das Pfarrhaus im Westen wurde später angebaut. Sehenswert ist die Innenausstattung mit den drei Altären, der schönen Barockkanzel, den 14 Kreuzwegstationen und kleinen Votivtafeln, die von Wallfahrten zeugen.
Nach dem Kirchenbesuch geht es, ohne Zeichen, am kleinen Friedhof vorbei und beim Tor abwärts durch den unter Naturschutz gestellten Weißjurahang hinunter ins Schottental. Bitte unbedingt auf dem Weg bleiben! Alles hier ist typisch Juragebirge, der grasige Steilhang mit den Wacholderbüschen, lichten Kieferngehölzen und grünen Weidewiesen bis in den Talgrund.
Nach dem Fichtenwald müssen wir noch einen Graben queren, folgen dem Waldweg 100m links und steigen dann mit Rotring halbrechts den Hang hoch. Auf halber Höhe geht es bei der Kreuzung geradeaus und an der folgenden Gabel links. Oben am Waldrand müssen wir links am Acker entlang und stoßen nach dem baumbestandenen Felsberg an einen Fahrweg.
Hier kommt Grünpunkt und der „Birglandweg“ (führt bis Buchhof) links von Wüllersdorf und mit allen drei Zeichen geht es hier rechts. Immer zur Linken den Wald wandern wir aufwärts, bis zur Asphaltstraße und mit der rechts hoch zum nahen Weiler. Hofstetten war eine oberpfälzische Enklave im Landkreis Hersbruck war und gehört erst seit 1972 zur Gemeinde Pommelsbrunn im Landkreis Nürnberger Land.
Beim Haltstellenschild verlassen wir Rotring, gehen ca. 20 m links in Richtung Fürnried und dann mit dem „Birglandweg“ und Grünpunkt rechts. Im Wald nehmen wir den linken Fahrweg und wandern noch an mehreren schön gelegnen Wohnhäusern vorbei. Nach dem letzten Haus geht es kurz rechts, bei der Gabelung links (rechts Wald links Wiese) und dann geradeaus im grasigen überwiegend aus Nadelholz bestehenden Wald mit viel Unterholz aufwärts.
Oben nehmen wir den rechten Pfad durch den Wald mit einzelnen Wacholderstauden, bald geht es links abwärts auf die Ackerflur zu. Den Acker lassen wir rechts, gehen im nächsten Wald leicht links um die Höhe herum und kommen an eine Ackerlichtung mit schöner Aussicht auf viele bewaldete Bergkuppen aber keine menschliche Siedlung.
Jetzt müssen wir noch mal kurz im Wald steigen, dann geht es links hinaus und mit der fast eben Straße knapp 200m rechts. Dabei genießen wir die Aussicht rechts über die Waldberge hinüber nach See mit der neuen Siedlung“ oben und dem Dorfkern etwas rechts daneben. Im Weitergehen können wir durchs Albachtal bis zum großen Hansgörgl bei Hersbruck schauen.
Nach dem Ortsschild Troßalter, in der Straßenkurve, kommt Rot- und Blaupunkt aus dem Kirchtal herauf und mit allen drei Zeichen geht es jetzt links auf ebenem grasigem Weg oberhalb des Dorfes weiter. Blick rechts zum Leher Berg 630m und Poppberg, der mit seinen 650 m ü. NN als höchster Berg unserer Heimat in der Oberpfalz steht. Unser Weg mündet in einen Fahrweg, dem wir noch geradeaus und dann links herum zum Wald folgen.
Im Wald verlässt uns Blaupunkt und wir wandern mit den beiden anderen Zeichen und Ziffer 27 rechts auf schönem Weg leicht aufwärts durch lichten Mischwald mit versteckten Felsgebilden. An der Kreuzung (nach ca. 500 m) biegen wir mit dem „Birglandweg“ rechts ab zum Waldrand, wandern geradeaus abwärts durch die Wiese und den Fichtenhochwald mit einzelnen Buchen. Dann geht es durchs Hohe Gras zwischen den Feldern durch zum nahen Weiler Buchhof.
Buchhof, gilt als „Wiege der evang.-luth. Kirche von Papua-Neu-guinea“. Der hier am 16. April 1858 geborene Johann Flierl, fünftes Kind des Gürtlers Konrad Flierl und seiner aus Mittelreinbach (bei Etzelwang) stammenden Frau Kunigunde, ging nach seinem Theologiestudium in Neuendettelsau als Zwanzigjähriger nach Australien. Acht Jahre später, am 12. Juli 1886, kam der junge Missionar in der damals deutschen Kolonie Papua-Neuguinea an. Aus der durch ihn gegründeten Papua-Mission wurde 1956 die „Evangelische Kirche von Neuguinea“, die erste Tochterkirche der evang.-luth. Kirche in Bayern. Vor seiner Abreise pflanzte er hier den jetzt etwas kränkelnden Vogelbeerbaum. Den jüngeren daneben, pflanzte der Bischof des Hersbrucker Partnerdekanats Wantoat auf Papua-Neuguine am 12. Juli 1990.
Am Denkmal kommt Blaupunkt vom Bärnfels her und mit diesem Zeichen geht es jetzt westwärts zwischen Haus und Scheune und auf dem ebenen Fahrweg mit der Grasnabe weiter. Bei der Gabel folgen wir dem linken Weg mit der alten kaum noch sichtbaren Asphaltdecke am Wald und durch einen Waldstreifen zum Einzelgehöft Pleishof.
Dort gehen wir mit der Straße 30m rechts und dann auf dem Feldweg links, im Bogen um den großen Betonkreis und die Wiese abwärts. Im Wald kommt bald Gelbkreuz links aus Eckelshof dazu und mit diesem Zeichen geht es rechts, neben dem trockenen Bachbett weiter. Nach einem Ameisenhaufen kommen wir an eine größere Lichtungwo wir am linken Waldrand entlang wandern. Wir sind im „Kirchtal“ hier in der Nähe könnte die Kapelle gestanden sein, die dem Tal den Namen gab. Der Graben führt links herum, wir gehen geradeaus durch die Felsen, rechts abwärts und am Wald weiter. Links durch die Wiese kommt der aus mehreren Quellen gespeiste Bach.
Die Ziffer 2 auf Rot (Alfelder Rundweg) kommt von Otzenberg und es geht leicht aufwärts kurz durch Wald und wieder abwärts. Die 2 biegt wieder links ab nach Kursberg, dann kommen Rot- und Blaupunkt aus der Seitenbucht von Troßalter herunter und mit allen Zeichen folgen wir jetzt dem munter plätschernden Wasserlauf in den Wald.
Zunächst haben wir den Graben links, dann müssen wir durch und nun hüpft das Wasser rechts des Weges über moosbewachsene durcheinander geworfene Steinbrocken. Dann überqueren wir den Bachlauf wieder, kommen an einem Quellbecken vorbei in dem sich munter die Forellen tummeln. Rechts im Wald versteckt sich ein Kletterfels und dann stehen wir an der idyllisch gelegnen zur Einkehr ladenden „Kirchtalmühle“. Links der Fels bildet die Ausgangspforte zum jetzt breiter werdenden Tal.
Pfalzgraf Theodor, Herzog von Sulzbach, bewilligte 1717 Georg Paulus aus Königstein hier den Bau einer Mühle, weil die Mühlen im Albachtal alle auf nürnbergischem Gebiet standen. Im Volksmund heißt sie heute noch „Neumühl“. Der Name „Kirchthal“ kommt durch die 1368 erstmals erwähnte Wallfahrtskapelle „zum Heiligen Brunnen“, die weiter südlich im Tal stand.
Auf der wenig befahrenen Straße, das Tal zur Linken und rechts den steilen Waldhang mit viel Strauchwerk, wandern wir jetzt auf die beiden Fachwerkgiebel der Klaramühle zu. „Zwischen der Clarnmühl, da die Waßerbech zusammenfließen“ so beschrieb Paul Pfinzing den Grenzverlauf an der Claramühle, für seine 1596 erstellte Karte. Das Kirchtal hieß damals noch „Leütenthal“ und die Regelsmühle, „Ragatsmühl“.




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