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28.06.11 17:10 Uhr

Interviewer warten auf ihr Geld

Von: Alex Blinten

Mit diesem Foto warb das Landesamt für Statistik für die Volkszählung, deren Daten von freiwilligen Mitarbeitern erhoben wurden. Einige warten immer noch auf ihr Honorar - obwohl sie ihre Unterlagen bereits im Mai abgeliefert haben.
Mit diesem Foto warb das Landesamt für Statistik für die Volkszählung, deren Daten von freiwilligen Mitarbeitern erhoben wurden. Einige warten immer noch auf ihr Honorar - obwohl sie ihre Unterlagen bereits im Mai abgeliefert haben.

NÜRNBERGER LAND – Die Volkszählung 2011 ist fast abgeschlossen. Interviewer haben landauf-landab Daten in einzelnen Haushalten erhoben und bei ihren Landratsämtern und Stadtverwaltungen in den jeweiligen Erhebungsstellen abgeliefert, so auch im Landkreis Nürnberger Land. Die Daten müssen nun ausgewertet werden, sie sind fast komplett. Nicht komplett ist die Bezahlung einiger freiwilliger Mitarbeiter, die für den Zensus die Interviews führten.

Es gibt Interviewer, die bereits Mitte Mai ihre Unterlagen in der Erhebungsstelle abgaben und immer noch auf ihr Geld warten. „Ich weiß nicht, ob ich mich darauf eingelassen hätte, wenn man mir das vorher gesagt hätte“, erzählt uns eine Betroffene, die im Nürnberger Land insgesamt 100 Haushalte besuchte, nachdem sie sich im Frühjahr auf eine Stellenanzeige des Landratsamts gemeldet und anschließend eine Schulung als Zensus-Mitarbeiterin gemacht hatte.

Die Kosten für die Schulung musste Petra S. (Name von der Redaktion geändert) zunächst selbst übernehmen. Eigentlich hatte Frau S. sich darauf gefreut, mit den zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 700 Euro - soviel gibt es für 100 Interviews - die Urlaubskasse der Familie füllen zu können. Als sie sich dann im Landratsamt kundig machte, wann man ihr das Geld denn überweisen werde, dachte sie zunächst, sie hätte sich verhört. Bis September, so erfuhr sie, könne es schon noch dauern.

Kann das sein? Über drei Monate sollen die Freiwilligen warten, bis sie das Geld für ihre Interviews erhalten?  Zwischenzeitlich ist zwar ein Teil des Honorars auf dem Konto von Petra S. eingegangen. Es fehlen aber immer noch 300 Euro. „Bei mir ist das nicht tragisch, ich ärgere mich nur“, sagt uns die Zensus-Mitarbeiterin. „Es gibt aber bestimmt Leute, die sich für die Interviews meldeten, weil sie das Geld bitter nötig haben.“

Das weiß man auch im Landratsamt in Lauf, wo man über die zeitliche Verzögerung bei der Honorarauszahlung alles andere als glücklich ist. Verantwortlich für die Panne sei aber das Landesamt für Statistik in München, teilt man uns mit. „Da hat es anfangs Probleme gegeben, so dass die ersten Auszahlungen sechs Wochen nach Abgabe der Interviews erfolgten“, sagt uns der in Lauf für den Zensus mit zuständige Thomas Kotalla. Die noch ausstehenden Gelder sollen jetzt aber schnellstmöglich fließen. Anton Schmid ist im Landesamt für Statistik in München Leiter des Teams, das die Erhebungsstellen bayernweit unterstützt. Er kann nicht bestätigen, dass Probleme beim Landesamt zu einer verzögerten Auszahlung der Interviewer-Honorare geführt hätten. Im Gegenteil: Wenn die Datensätze der Interviewer von den Erhebungsstellen übermittelt seien, würde umgehend gezahlt. Nach maximal zehn Tagen habe der Mitarbeiter das Geld auf dem Konto.

Dass manch einer sein Honorar erst sechs Wochen nach Abgabe der Fragebögen erhielt, mancher gar bis heute noch kein Geld hat, kann sich Schmid nur damit erklären, dass die Erhebungsstellen die Daten der Interviewer nicht zeitnah nach München übermittelten. „Ich muss deren Mitarbeiter aber auch in Schutz nehmen“, so Schmid. „Die haben derzeit wirklich alle Hände voll zu tun.“ Nur so viel noch: Bis September brauche bestimmt niemand auf das Geld zu warten.

Petra S. hat man zwischenzeitlich gefragt, ob sie sich vorstellen kann, bei einer künftigen Befragung noch einmal als Interviewerin zu arbeiten: Mit dieser Erfahrung? Ja, aber nur gegen Vorkasse!“ so Petra S.    




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