Rund um das 1000-jährige Vorra
Vorra feiert sein 1000-jähriges Bestehen vom 2. bis 5.6. mit einem großen Festwochende. Der passende Rahmen für eine Wanderung.




VORRA – Diese Route lässt jedes Wandererherz höher schlagen. Dem etwas eintönigen Aufstieg folgt erholsames Wandern auf stillen Waldwegen und verschlungenen Pfaden zur geheimnisvollen Felsgruppe „Am alten Schloss“. Danach führen Feld-, Wiesen- und Waldwege zum versteckten Pavillon auf der Birg, hoch über Vorra. Mit herrlichen Ausblicken geht es dann weiter bis Artelshofen und auf Waldwegen jenseits der Pegnitz zurück.
Start: in Alfalter
Parken: neben dem Friedhof
Weg und Zeit: ca. 12 km, 3 ½ Stunden
Einkehrmöglichkeiten: in Artelshofen, Vorra und Alfalter
Wir folgen der Hauptstraße in Alfalter abwärts, beim Brunnen kommt Gelbpunkt von Eschenbach und an der nächsten Abzweigung gehen wir mit Gelbpunkt und Ziffer rechts die nächste Straße hoch, an der Schreinerei vorbei. Auf halber Höhe, beim Brunnen und der Sitzgruppe, verlassen wir den gelben Punkt (zuviel Asphalt) und gehen links mit 1 durch die Felder allmählich aufwärts.
Am Wald biegt die 1 nach Großviehberg ab und wir steigen auf dem steilen Weg ohne Zeichen weiter. Oben folgen wir dem asphaltierten Weg rechts noch leicht aufwärts zu den alten Eichen, wo MD-Weg, Fränkischer Gebirgsweg und Gelbstrich links von Kleedorf kommen und sich nach wenigen Schritten trennen.
Wir wandern jetzt mit Gelbstrich rechts kurz am Wald entlang, dann folgt gemütlich ein Weg durch dichten stillen Wald. Außer einem Traktor in der Ferne oder dem Summen eines hoch über uns kreuzenden Flugzeugs hören wir hier nur noch unsere gefiederten Freunde. Dem von rechts kommenden Fahrweg folgen wir links, dann rechts an einer Schonung entlang. Bei der folgenden Kreuzung aufpassen: Nur wenige Schritte rechts in Richtung Alfalter und dann in gewohnter Weise weiter gehen. Es geht etwas abwärts und nach ca. 60 m zeigt unser Zeichen links in die Sträucher.
Im wieder dichten Wald steigt der Pfad steil an. Nach dem zweiten Steinwall wird es leichter und dann folgen wir dem Fahrweg in die Rechtskurve. Bald kommt uns aus Alfalter Gelbpunkt entgegen und mit beiden Zeichen geht es links auf reizvollem Pfad durch den Wald mit viel Unterholz und plötzlich stehen wir schon vor der Felsengruppe „Am alten Schloss“, mitten in der Waldeseinsamkeit.
Mit etwas Phantasie glaubt man hier Reste einer Burganlage zu erkennen. Nach mündlicher Überlieferung soll die Burg der Herren von Alfalter hier gestanden haben.
Weiter geht es zwischen den großen Felsen durch aufwärts und dann etwas links steil wieder abwärts. Der holperige schmale Pfad führt im Unterholz etwas links an die Ackerlichtung, bleibt aber im Wald. Bei der Wegetafel verlassen wir dann Gelbstrich und steigen mit Gelbpunkt rechts ab. Der Pfad schlängelt sich durch den Wald etwas links herum abwärts und nach einer lichten Stelle stehen wir vor den Düsselbacher Feldern. In der großen Baumgruppe gehen wir rechts und dann fast geradeaus, mit Blick auf den Pfarrerberg und den langen Rücken des Altenbergs durch die Feldflur und an Feldscheunen vorbei in die Senke.
An der Wegkreuzung, vor dem Wald oberhalb von Düsselbach, verlassen wir den gelben Punkt, der auf geteerter Straße abwärts führt. Uns führt jetzt die Ziffer 3 links aufwärts und auf der Geländewelle, wo rechts der Acker endet, geht es rechts ab auf grasigem Weg zum Jagdanstand am Wald.
Dann kurz in den Wald und gleich wieder links am Waldrand entlang weiter leicht abwärts. An der tiefsten Stelle, etwa 300 m vor der Feldscheune, biegen wir rechts auf den zweiten Weg ab. Es geht am Wald entlang, rechts der breite Brennnessel- und Pfefferminzstreifen und bei der nächsten Weggabel mit dem rechten Weg in den dichten Wald. Etwa 600 m wandern wir jetzt auf dem breiten ebenen Weg, dessen steiniger Grund von Moos und Gras überwachsen ist. Vermutlich fuhren hier die Herrschaften des Vorraer Schlosses in der Kutsche zu ihrem Sommerhaus auf der Birg.
Plötzlich stehen wir im Hochwald vor einem achteckigen steinernen Pavillon mit den Jahreszahlen: 1858 — 1927 und 1910 — 1979.Von hier haben wir einen tollen Ausblick hinunter ins Pegnitztal zwischen Düsselbach und Alfalter mit dem Lochfelsen und der Düsselbacher Wand bis zum Viehberg mit dem Umsetzer.
Pfarrer Theodor Drechsel schreibt in der „Chronik des Dorfes Vorra“, dass Freiherr von Soden, der hier oben sein Sommerhaus hatte, hier seine letzte Ruhestätte fand. Er hat zwischen 1889 und 1891 das neue Schloss errichten lassen, war Konsul in Algier und Havanna, deutscher Gouverneur in Kamerun und Deutsch-Ostafrika, und später auch Kabinettchef des Königs von Württemberg.
Bitte die Kinder hier nicht tollen lassen! Hinter dem Pavillon droht der Abgrund und im lichten grasigen Wald gegenüber befindet sich ein Graben, der in einem tiefen Felsschacht endet. Es könnte sich um einen Wasserschlinger handeln, der sein Wasser vielleicht nahe der Bachmühle ausspuckt, weshalb auch erzählt wird, dass es einen Geheimgang zwischen der Birg und der Mühle gab.
Den Pavillion zur Rechten beginnt der Abstieg, es geht links herum durch die Felsen und dann in Serpentinen steil abwärts. Unterhalb der Felsen gehen wir links zu den Wasserhäusern, kreuzen dann den mit Blaukreuz markierten Wanderweg und gehen über den Bach zur Stöppacher Straße. Hier kommt der Paul-Pfinzing-Weg (PP auf Gelb) von Vorra dazu und wir gehen nur kurz aufwärts und dann scharf rechts die Hangstraße am Wald hoch. Oben bei dem runden Wasserhaus, schöner Blick rechts hinunter nach Vorra. Vorsicht Steilabfall! Wir bleiben noch am Wald, durchstreifen ein Waldstück, gehen leicht abwärts und zurück in den Wald.
Vorsicht! Unser Weiterweg verläuft im Wald in respektvollem Abstand oberhalb des aufgelassenen Steinbruchs entlang mit schönen Ausblicken ins Pegnitztal. Dann geht es links in den dichten Jungwald und bald steil abwärts zu einem asphaltierten Fahrweg, der uns in Kurven abwärts, am Friedhof vorbei, nach Artelshofen führt. Unten geht es rechts unter der Bahn durch und an der Schlossmauer entlang zur Pegnitz und dann mit mehreren Zeichen rechts um den Rundturm in Richtung Bahnhof.
Artelshofen wird schon 976 als Besitz des Klosters Bergen erwähnt. Der einstige Nürnberger Herrensitz steht in einer Parkanlage, die sich hinter einer hohen Mauer versteckt. Markant sind die runden Ecktürme des einstigen Wasserschlosses.
Etwas versteckt liegt die kleine ehemalige Schlosskirche hinter einem Wohnhaus. Der Nürnberger Mundartdichter Konrad Grübel musste 1775 das Turmdach neu decken und hat hier eines seiner Gedichte verfasst, es beginnt mit den Zeilen: „Die Wärti, döi tät nu passöirn su weit, der Wirt oba, der is blouß halmi su gscheit“.
Jetzt geht es in Richtung Bahnhof, das Mühlenwehr zur Linken, bis links der Weg zum Pegnitzsteg abzweigt. Hier gehen wir über die Pegnitz, kreuzen vorsichtig die Straße und steigen dann zwischen den Häusern hoch zum Wald. Im Wald kommt Grünstrich vom Windloch her und mit ihm geht es rechts oberhalb des letzten Hauses auf gemütlichem Weg im Waldmantel, an mehreren Ruhebänken, Bäumen mit Namenschildern und lustigen Sprüchen vorbei, bis zur Kirche in Vorra.
Vorra ist ein beliebtes Wanderziel im Pegnitztal mit gleich zwei Schlössern, dem einstigen Tetzelschen Gutshof und dem von Freiherr von Soden errichteten Neuen Schloss. Beide Schlösser und der große Park sind heute Schullandheim. Die Kirche birgt, hinter dem Altar, eine dreifach gekuppelte romanische Rundbogenblende.
Vom Brunnen bei der Linde gehen wir mit Grünstrich geradeaus. Zunächst orientieren wir uns noch auf der Wegekarte an der südlichen Schlossmauer, folgen dann der Mauer und dem Parkrand. Nach dem Kindergarten geht es links den Pfarrweg hinan, rechts in den Eschenbacher Weg und am Wendehammer etwas links hoch und rechts zum Wald. Bevor wir im Wald verschwinden genießen wir noch die Aussicht. Aus dem Wald auf der Birg spitzt das Dach des Pavillons aus dem Wald und rückwärts grüßt der Artelshofer Wachtfels. Dann betreten wir altes Bergwerksgelände: Anfang des 20. Jh. wurde hier Eisenerz geschürft. Und es folgt gemütliches Wandern auf halber Höhe durch überwiegend aus Buchen bestehenden Laubwald, mal auf und mal ab. Nach einem kleinen Graben führt Rotring links hoch zum Lochfelsen und wir umgehen mit Grünstrich und 3 die Felshäufungen unterhalb.
Bald biegt auch die 3 rechts ab nach Düsselbach und wir nähern uns der Düsselbacher Wand. Mit etwas Glück können wir hier Kletterer beobachten. Wenig später kommt ein mit 2 markierter Weg von Düsselbach herauf, wir wandern mit beiden Zeichen in der eingeschlagenen Richtung weiter an einer einst schön gefassten Quelle vorbei. Dann trennen sich die Markierungen und die 2 führt rechts abwärts nach Alfalter. Hier folgen wir noch kurz der Grünstrichmarkierung aufwärts und gehen auf einem Pfad links hinüber um die Rifflerfelsen zu betrachten.
Dieses dreitürmige über vierzig Meter hohe Dolomitriff ist ein beliebter Kletterfels, der aber auch schon Opfer forderte. Die Tafeln am Fuß, nahe dem Kamin, erinnern an hier abgestürzte Bergkameraden.
Dann müssen wir die 150 m zurück und mit der 2 links abwärts gehen. Unten folgen wir dem Weg oberhalb der Bahnlinie und gehen dann rechts über die Bahn und wandern auf die neue Pegnitzbrücke zu. Vor der Pegnitz folgen wir noch kurz rechts dem Radweg und queren dann auf den Holzstegen die Pegnitz und den von ihr abgeleiteten Mühlbach, der heute noch für die Energiegewinnung tätig ist. Im Mühlengarten steht noch die uralte eigenartig gewachsene einst nur zweistämmigen Linde.
Variante: Vom Wander-Parkplatz Düsselbach geht es neben den Häusern hoch, vor dem Bahnkörper rechts und dann links über die Bahnbrücke. Rechts unten das vom DAV zum Wanderheim umfunktionierte Bahnwärterhaus. Drüben mit allen Zeichen auf dem zweiten Weg rechts an der Fichtenzeile entlang und dann links hoch zum Wald. Dort mit Ziffer 2 rechts am Waldrand, dann links in Wald im Bogen steil aufwärts bis Grünstrich quert.
Das Festprogramm
Nicht nur Schnaittach und Ittling feiern in diesem Jahr ihr 1000-jähriges Bestehen, auch Vorra wurde 1011 erstmals urkundlich erwähnt. Das große Festwochenende steigt von 2. bis 5. Juni. Sofern nicht anders vermerkt, finden alle Veranstaltungen im 2000-Mann-Festzelt auf der „Sauerbreywiese“ an der Staatsstraße statt.
Donnerstag, 2. Juni: Gottesdienst mit Regionalbischof Ark Nitsche in der Marienkirche um 9.30 Uhr; am Abend spielen die „Dorfrocker“ im Festzelt.
Freitag, 3. Juni: Ein Abend mit Kultmoderator Matthias „Matuschke“ Matuschik und „Discoflair“im Festzelt.
Samstag, 4. Juni: Sommerkabarett mit Bernd Regenauer, Lizzy Aumeier, Klaus Karl-Kraus, Andrea Lipka und den Pegnitzer Buam.
Sonntag, 5. Juni: ab 10.30 Uhr Frühschoppen mit der Eschenbacher Blaskapelle – Mittagstisch im Zelt.
14 Uhr – Themenfestzug mit Vereinen aus Vorra und den umliegenden Gemeinden.
Rahmenprogramm am Festplatz: Auf einer historischen Münzpresse kann jeder seine „Vorra-Münze“ aus Metall selbst herstellen; der Verein „Luginsland“ Nürnberg stellt an den vier Festtagen das Leben im Mittelalter vor.



Der Melbers Fritz von Vorra,jetzt in Hessen und fast 40 Jahre Lehrer in seinem jetzigen Wohnort
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