„Nein“ der Stadt zum Windrad ist rechtswidrig
LAUF/NEUNHOF (fi) — Die Argumente der Stadt Lauf gegen ein geplantes 150 Meter hohes Windrad zwischen Bullach und Neunhof überzeugen die Juristen im Landratsamt nicht. Im Gegenteil, die Ablehnung durch die Stadt sei sogar rechtswidrig. Nicht einer der fünf Punkte, mit denen der Laufer Bauausschuss im Februar „das gemeindliche Einvernehmen für die Planungen versagte“, wie es im Amtsdeutsch heißt, sei stichhaltig und könnte die Anlage verhindern, wie das Landratsamtes in einem zehnseitigen Schreiben ausführlich begründet . Bis zum 3. Juni muss die Stadt sich nun erneut mit dem Thema befassen, sonst erteilt das Landratsamt von sich aus die „immissionsschutzrechtliche Genehmigung“ zum Bau des Windrades.
In einer Anfrage am Ende der Laufer Stadtratssitzung am Donnerstag hatte CSU-Stadtrat Felßner das Windradthema wieder öffentlich gemacht. Bürgermeister Bisping musste bestätigen, dass das Landratsamt tatsächlich schon mitgeteilt habe, dass man die Begründungen der Stadt gegen ein Windrad nicht akzeptiere. Eine komplette Stellungnahme der Genehmigungsbehörde liege allerdings nicht vor. Dennoch verabredete der Bürgermeister noch nach der Sitzung mit den Fraktionssprechern einen Termin am Montagabend, um mit ihnen die Ablehnung der Ablehnung durch das Landratsamt und das weitere Vorgehen der Stadt zu beraten.
Eine kurze Pressemeldung aus dem Rathaus bestätigte gestern diesen Sachstand. Anschließend wolle man die Öffentlichkeit über die nächsten Schritte informieren, hieß es darin zum Schluss. CSU-Sprecher Mayer kündigte gegenüber der PZ jedenfalls schon einmal an, dass seine Fraktion die Stellungnahme des Amtes nicht akzeptieren werde und man wenn notwendig auch den Klageweg beschreiten wolle.
Offiziell ging die Stellungnahme mit Begründung erst gestern an die Stadt Lauf. Und auf Nachfrage beim Landratsamt erhielt gestern auch die PZ eine Kopie dieses Schreibens.In fünf Punkten hatte die Stadt Anfang des Jahres dargelegt, warum man das Windrad der Firma Bürgerwind Lauf GmbH mit Sitz in Billerbeck auf dem Galgenberg zwischen Bullach und Neunhof nicht akzeptieren könne. Bereits vorher hatte der Investor die zuerst geplante fast 200 Meter hohe Windkraftanlage verkleinert, um die gesetzlichen Abstandsflächen zur Wohnbebauung in den beiden Laufer Ortsteilen einhalten zu können.
Zum Punkt 1, der Erschließung des Grundstückes, ist das Landratsamt, anders als die Stadt, überzeugt, dass diese durch einen öffentlichen Feldweg gesichert sei. Nicht entscheidend seien nämlich die Anforderungen an Wege während der Bauphase, wenn man viele breitere und festere Wege braucht. Dies sei allein Sache des Grundeigentümers oder Investors, der entscheiden muss, ob sich ein Ausbauaufwand nur für die Errichtung auch rechne. Während des Betriebes eines Windrades würden dann nur noch geringe Anforderungen an die Zufahrt gestellt.
Auch der Punkt 2, der wirtschaftliche Nutzen eines Windrad, sei am Ende Sache des Grundeigeners oder Investors und nicht der Genehmigungsbehörde, wiederspricht das Amt der Stadt. Diese hatte kritisiert, dass bei der zu erwartenden geringen Windstärke keine Wirtschaftlichkeit gegeben sei und man deswegen die Nachteile für die Allgemeinheit nicht hinnehmen dürfe. Das Landratsamt argumentiert nun unter anderem damit, dass ja die Stadt selbst das Bullacher Areal vor Jahren als Windkraftvorbehaltsfläche im Regional- und im Flächennutzungsplan ausgewiesen habe, weil man wohl davon ausging, dass unter anderem mit höheren moderneren Windrädern auch am Galgenberg Windstrom wirtschaftlich erzeugt werden könnte. Weder reguliere das öffentliche Baurecht, ob ein Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll sei, noch wäre es wohl mit dem Grundgesetz vereinbar, ohne Rechtsgrundlage die Kontrolle über wirtschaftliche Vernunft zu übernehmen, so die Juristen im Landratsamt.
Auch hinsichtlich der Beeinträchtigung für die Tierwelt bei Bullach sieht die Behörde, anders als die Stadt, „kein nennenswertes Konfliktpotential“. Und beruft sich dabei auf ein Gutachten und eine artenschutzrechtliche Prüfung die der Windinvestor in Auftrag gegeben hat. Lediglich beim Mäusebussard könne ein gewisses Kollisionsrisiko nicht ausgeschlossen werden, beim Weißstorch dagegen sehe man keine Probleme. Eine Auffassung, die auch untere und obere Naturschutzbehörde teilen.
Dass es auch kein Konfliktpotential mit den Fledermäusen gebe, die nachts definitiv auf dem Galgenberg unterwegs sind, dies sehen die Naturschützer allerdings nicht so. Trotzdem könnte das Windrad gebaut werden. Stellt sich nach konkreten Messungen später heraus, dass in Rotorhöhe zu viele Fledermäuse umherflattern, sollte die Windmühle in der entsprechenden Zeit abgeschaltet werden.
Die Zerstörung des Landschaftsbildes rund um Bullach, die Beeinträchtigung der Kulturlandschaft und des denkmalgeschützten Ortsbildes von Neunhof, stehe ebenfalls einem Windrad entgegen, ist man bei der Stadt wie in den Ortsteilen überzeugt. Doch auch diese Argumente lässt das Landratsamt nicht gelten, zumal Windkraftanlagen inzwischen „zur üblichen Möblierung des Außenbereichs zählen“ wie das Bundesverwaltungsgericht festgestellt habe. Weil man nun durch die Ausweisung der Vorbehaltsgebiete, wie eben am Galgenberg, an anderen Stellen Windräder bewusst ausschließe, um damit dem Schutz der Menschen, der Natur, von Siedlungen, der Landschaft oder den Tieren einen höheren Stellenwert als der Energiegewinnung einräume, bedeute dies im Umkehrschluss, dass man der Landschaft im Gebiet WK 23 (Galgenberg) eben keinen erhöhten Stellenwert beimesse. Außerdem mache die Stadt Lauf deutlich, dass sie selbst mehr Strom aus erneuerbaren Energie erzeugen wolle und dabei auch bedacht habe, dass neben den Vorteilen der alternativen Energiegewinnung auch negative Auswirkungen entstehen können.
Privilegiertes Bauvorhaben
Die Natur-und Umweltschutzbehörden jedenfalls halten den Bau des Windrades bei Neuhof für akzeptabel. Zwar würden Orts- und Landschaftbild beeinträchtigt, wie die Behörde einräumt, „von einer Verunstaltung oder erheblichen Beeinträchtigung allerdings kann nicht ausgegangen werden“. Außerdem, so formuliert es das Landratsamt, zeichne sich ein priviligiertes Vorhaben, wie es ein Windrad nun mal ist, gerade durch ein gesteigertes Durchsetzungsvermögen gegenüber öffentlichen Belangen aus. Es werde noch zugelassen, wenn sonstige Vorhaben unter gleichen Bedingungen bereits unzulässig sind.




Die für die Aufstellung der Windräder ausgewiesenen Flächen im Laufer Stadtgebiet wurden nicht vom jetzigen Bürgermeister, sondern von seinem Vorgänger, Herrn Pompl, ausgewiesen. Diese Beschlüsse sind jetzt rechtskräftig und bindend. Wer heute die Errichtung eines Windrades in Neunhof/ Bullach ablehnt, der sollte sich besser an die eigene Nase fassen, weil er es ver¬säumt hat, gegen die Ausweisung der entsprechenden Vorbehaltsfächen im Jahre 2003 zu widersprechen!
Eine Stadtratsmehrheit hat der BI Unterstützung zugesichert. Es gibt aber bisher keine konkreten Ergebnisse, die sich verändernd auf die bisherige Entscheidungsgrundlage auswirken. Alle vorge-brachten rechtlichen Einwendungen sind durch das Landratsamt widerlegt worden. Neue Argumente wurden nicht vorgetragen.
So hat das Landratsamt mitgeteilt, dass die Versagung des Einvernehmens durch die Stadtratsmehrheit nach Auffassung des Landratsamtes rechtswidrig ist. Auch die bisher zu Grunde gelegten Mindestabstände von Wohngebieten wurden von den Ministerien schriftlich bestätigt. Das Windrad ist also seitens der Stadt nicht zu verhindern.
Die Zuständigkeit für die Genehmigung zur Errichtung einer Windkraftanlage liegt nicht bei der Stadt Lauf, sondern beim Landratsamt Nürnberger Land.
Und wenn sich der Antragsteller an die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der gesetzlich vorgegebenen Abstandsflächen hält, so muss das Landratsamt dem Bau an diesem, von der CSU-Mehrheit im Stadtrat im Jahre 2003 ausgewählten Standort zustimmen! In der öffentlichen Diskussion wird größtenteils außer Acht gelassen, dass ein Ausbau der regenerativen Energie in Lauf die Wertschöpfung vor Ort steigert und für zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Lauf sorgt. Nur mal so als Beispiel.
Gerade stehen bei der Firma Faun mehrere Kräne im Hof welche z.B. für die Aufstellung von Windrädern benutzt werden. Dies sicher hunderte von Arbeitsplätzen bei uns hier in der Region.
Daher bitte BI kämpft nicht gegen das Windrad in Neunhof sondern beteiligt euch den die Genehmigung ist quasi unterwegs! Die von der CSU angestrebte Klage gegen die Baugenehmigung wird daran nichts ändern sondern der Stadt Lauf nur Geld kosten was besser eingesetzt werden könnte wie z.B. für Kindergärten Schulen Altenheime Straßen usw.
Wer Öffentlich seine Meinung äußert sollte dann nicht so Feige sein und sich hinter irgendwelchen Fassaden verstecken und auch noch fälschlich behaupten er wäre ein Grüner.
Im Übrigen bin ich davon überzeugt dass der Schreiber vom 04.06.2011 20:31 kein Grünes Mitglied ist sondern lediglich provozieren will. dbz. sollten die PZ solche Beiträge auch nicht veröffentlichen.
Der oder die Schreiberlinge müssen wissen dass Sie jederzeit ausfindig gemacht werden können und bei weiteren Beleidigungen und Veröffentlichung von Unwahrheiten mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.
Ich habe überhaupt nichts gegen Bullach oder Neunhof letztendlich weil sowohl meine Eltern als auch Schwiegereltern und Verwanden dort leben und ich selbst hier Besitz habe und über 20 Jahre in Neunhof lebte.
Da wir immer schon immer für ein Bürgerwindrad waren und sind kann ich nur jeden Bürger Laufs empfehlen sich hier an den Windrad zwischen Neunhof und Bullach zu beteiligen.
Letztendlich geht es um unsere Zukunft und auf Strom will wohl keiner verzichten oder?
Da quer über alle Parteien hinweg nun endlich die Energiewende von statten geht sollten gerade die Windradgegener sich besinnen und sich damit abfinden dass diese energetische Revolution durch nichts aufzuhalten ist.
Vielleicht sollten Bullacher und Neunhöfer gemeinsam ein Windrad errichten und somit ihren eigenen Strom direkt vor ihrer Haustür erzeugen und sich somit unabhängig von anderen Stromerzeugern machen.
Danke all denen die hier in diesem Forum sich sachlich artikulieren und auch ansonsten fair sind.
als grünes Mitglied schäme ich mich für die Kommentare meiner Parteifreunde. Ich wage aus Angst vor gewissen Parteifreunden nicht mal unter meinem richtigen Namen zu schreiben !
Hr. Bisping, was haben Sie aus Lauf und unserer Partei nur gemacht? Bevor Sie BM wurden, waren Sie ein geradliniger und ehrlicher Mensch. Was Macht aus einem Menschen machen kann...
Sie umgeben sich mit Menschen wie Hr. Schneider aus Günthersbühl, der offenbar nur Hass für die Bullacher und Neunhöfer empfindet.
Was soll dieses Windrat denn ?
Hr. Bisping, Sie haben sich und die Partei für die Parteispenden der Windlobbyisten verraten und verkauft !
Oder haben Sie Charakter und rudern zurück ?
Ein ehemaliger Wähler und Noch-Mitglied.
ich möchte hier mal einige Namen dieser illustren "Diskussionsrunde" festhalten:
Huber, Schneider, Kern, Weidner, Vogel
Leider muss ich feststellen das sich hier ein Teil der Grünen des OV Lauf peinlichst an dieser niveaulosen Runde beteiligen.
Diese grüne pseudo Polemik gepaart mit Bauernschläue sowie lächerlichen "Richtigstellungen" sprechen für die Qualität der Grünen hier speziell eben in diesem Ortsverband Lauf.
Fehlt nur noch das Wort des amtierenden Bürgermeisters sowie seiner lustigen Stadtratstruppe und die absolute "Hirn-Furz-Pampe" ist fertig!
Auf der anderen Seite verbissene Bürger die blind mit nichts in der Hand, auswegslos und letztendlich zu Recht ohne Erfolg sein werden.
Windkraft wird und muss kommen, erst Recht an einem für Windenergie optimal geschaffenem Ort wie er auf Eurem Galgenberg vorzufinden ist.
Bürger von Neunhof und Bullach! Seid Stolz auf diese tolle Chance eine saubere Energiequelle direkt vor der Tür zu haben. Erfindet Euch und Eure Heimat neu! Seht es als gemeinsames Objekt/Projekt und pflegt es in Eure sensationelle Heimat, gespickt mit wunderschönen Wäldern und Wiesen, ein! Beteiligt Euch und macht was daraus! Nutzt die Gelegheit und macht Euch mit diesem genialen Bauvorhaben unsterblich indem Ihr saubere Energie für Eure Nachkommen erzeugt! Saubere, naturnahe Energie aus dem Naherholungsgebiet um Nürnberg, Euer Zuhause (!), - einfach schick und beneidenswert! Seid froh das Ihr diese Möglichkeit habt Windkraft zu nutzen; stellt euch nur mal vor dieser Herr Seehofer und seine schwarzen Gefährten kommen mit der Idee mal eben in Eurer Heimat Atommüll für etwa 5000 Jahre "zwischenzulagern"!?
http://www.focus.de/politik/deutschland/atomausstieg/gorleben-alternative-seehofer-fuer-neustart-in-endlagerfrage_aid_632430.html
Sperrt am besten die Grünen aus: sonst wird sich Eure nachfolgende Generation beim Anblick des Windrades nicht an Euch erinnern sondern an Leute wie diesen Schneider, Kern oder Vogel. Wollt Ihr das? Sicher nicht:
Also
- lieber ein selbst mitfinanziertes und gewolltes Windrad vor der Tür statt selbsternannte Superstars in grün die nur eigene Interessen verfolgen sowie menschlich auf ganzer Linie versagen und teils ihren Wahlauftrag nicht verstanden haben bzw erfüllen
-lieber ein modernes Bauwerk am Galgenberg anstelle dieser gelben strahlenden Fässer irgendwo in Eurer tollen Landschft vergraben.
naturverbundene Grüße aus der Innenstadt Nürnbergs wo man leider keine Diskussion über einen Windkraft-Standort führen kann.
also macht endlich was daraus!!!
ich habe mich im Ton leicht vergriffen, aber nichts falsches geschrieben.
Sie fahren doch einen Touareg-Geländewagen oder etwa nicht ?
Wie viel Land ist denn die Grundlage ihres Bio-Bauernhofes ?
Ihre grünen Parteifreunde und Fans erwarten Antworten von ihnen und keine Vorwürfe.
P.S. ich bin einer von euch !
Wir bitten Sie deshalb noch einmal in aller Deutlichkeit, von persönlichen Angriffen und Beleidigungen Abstand zu nehmen. Bitte bleiben Sie sachlich.
Die Redaktion
löschen Sie bitte den Beitrag von Herrn Huber Franz da dieser Beitrag nichts mit dem Windrad zutun hat und ferner nur Unwahrheiten enthält.
Ferner sollten solche Schreiberlinge generell ausgeschlossen werden. Der Bürgerinitiative würde ich empfehlen sich ihre Mitglieder genauer anzusehen da solche wie Herr Huber nur schaden können.
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