Wirbel um ,Fehlinformation‘
NÜRNBERGER LAND — Im mittelfränkischen Planungsverband fiel zwar – wie berichtet – noch keine Entscheidung über mögliche Windradstandorte im Nürnberger Land, dennoch herrschte nach der Sitzung einige Aufregung unter den Gegnern der Alternativkraftwerke. Anlass dazu lieferte ihnen der Geschäftsführer des Regionalverbandes, Thomas Maurer, dem sie eine bewusste Beeinflussung des Gremiums unterstellen.
Der Rechtsdirektor, dessen Aufgabe es ist, den Verbandsvorsitzenden von Verwaltungsseite zu unterstützen, wies in der Sitzung auf die vielen Briefe von Bürgern hin, die er erhalten habe. Besonders hob er ein Schreiben von Schnaittachs Bürgermeister Georg Brandmüller hervor. Nach Darstellung der Windradgegner, von denen unter anderem Andrea Nüßlein aus Hormersdorf und Peter Kraus aus Osternohe in Nürnberg vor Ort waren, verfälschte Maurer den Sinn so, dass die letztendlichen Entscheidungsträger falsch informiert worden seien.
Tatsächlich bittet Bürgermeister Brandmüller die Mitglieder des Verbandsgremiums um Verständnis für die Ängste und Sorgen der Anwohner. Diese müssten bei der Entscheidung über die beiden möglichen Standorte am Hienberg (wir berichteten) ernst genommen werden. Er lud den Ausschuss zu einem Besichtigungstermin ein, weil „die Menschen in den Orten befürchten, dass ihre berechtigten Sorgen nicht gewürdigt werden, da die Mitglieder des Ausschusses ihre Nöte nicht verstehen, die örtlichen Verhältnisse nicht kennen und weit genug entfernt von den Vorranggebieten leben“.
Doch Maurer habe den Inhalt des Briefes völlig falsch dargestellt, bis hin zur Aussage, aus Schnaittach würden zwei neue Vorranggebiete vorgeschlagen, „obwohl davon kein Wort in dem Brief steht“. Die vereinten Bürgerinitiativen Nördliche Frankenalb, Ottensoos, Osternohe/Simmelsdorf, Schönberg/Weigenhofen, Neunhof und Weißenbrunn argwöhnen in ihrem gestern verschickten offenen (Protest-)Brief sogar, dass der vollständige Text Brandmüllers dem Gremium zu diesem Zeitpunkt gar nicht vorlag, obwohl er an die Mitglieder weitergegeben werden sollte. Eine Interpretation in die Richtung, Schnaittach biete an, zwei neue Vorranggebiete zu besichtigen, sei damit zumindest billigend in Kauf genommen worden.
Darauf angesprochen von der PZ, sagte Maurer gestern, dass da etwas „grundlegend falsch verstanden worden sein muss“. Es gebe eindeutig keine neuen Gebiete, das sei überhaupt kein Thema, was nicht nur für die Sitzung gelte. Er habe nur über den Brief berichtet. „Das kam aber anders rüber“, erwiderte Nüßlein gestern gegenüber der PZ. Und mit dieser Meinung stehe sie auch nicht alleine da.
Derweil warten alle Beteiligten noch immer mit Spannung auf eine Antwort aus München bezüglich eventuell größerer Mindestabstände der Masten zu Wohngebieten. Am 14. März um 10 Uhr im großen Sitzungssaal des Nürnberger Rathauses müsste sie vorliegen. Denn dann soll der Ausschuss die grundlegende Entscheidung treffen, ob auf eine Regionalplanung Windkraft komplett verzichtet, der Entwurf lediglich überarbeitet oder abgewandelt wird. Letztere Version würde sogenannte ungeplante Bereiche aussparen.
Dieser neuere Vorschlag gefällt den Windradgegnern nicht. Sie verstehen dies als „Ausweitung der festgelegten Vorranggebiete“. Die Bürgerinitiativen fragen sich zudem: „Ist eine Aufstufung von Vorbehaltsflächen zu Vorranggebieten noch notwendig? Wie viele Flächen müssen im Nürnberger Land und in den einzelnen Gemeinden überhaupt als Vorrangflächen ausgewiesen werden? Dazu habe sich der Planungsverband bisher nicht geäußert. Allerdings hätten sich viele Ausschussmitglieder gemeldet, die nicht gegen die Bürger vor Ort entscheiden wollen.



trennen wir doch mal sachlich welche Fahrzeuge ich fahre und die Angelegenheit Windrad. Von den Ölmultis wird man dadurch unabhängig, je weniger dieser Energie die jene produzieren und vertreiben, verbraucht und zwar in allen Bereichen. Die neue Generation Windräder sind auch für unsere Region rentabel. Die einzelnen Standorte wurden dbz. ausgewählt von den Stadträten die vor einigen Jahren an der "Macht" waren und Bullach bzw. Neunhof usw. ausgewählt haben. Im Übrigen solltest du als mein Neffe wissen dass ich sowohl in Bullach als auch Neuhof Grundstücke besitze also auch betroffen bin, dennoch bin ich für diese Windräder da ich es für notwendig erachte der nächsten Generation eine saubere Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen.
Wenn wir es nicht schaffen uns unabhängig zu machen wird es deine Generation sein die dafür mal teuer bezahlen muss.
Im Übrigen freut es mich dass du für alternative Energie bist.
Gruß dein Onkel
um auf ihren ersten Kommentar vom 3.2.11 zurückzukommen, wollte ich sie einmal fragen, wie man mit einem Windrad von den "Ölmultis" unabhängig werden will? Soweit ich weiß, tankt man nicht mit Windenergie... Apropos tanken, was tanken sie denn mit ihrem Touareg? E10, als Umweltbewusster Laufer Bürger?
Um wieder auf das Windrad zurückzukommen, ich bin 16 Jahre alt und ich bin grundsätzlich pro Windkraft, sollte es sich rentieren.. Da dies am Standort Bullach- Neunhof aber nicht garantiert werden kann, dass dies so ist, wäre ich lieber dafür, unsere Gelder für rentablere und bessere Windkraftstandorte zu investieren..
Wenn sie, Herr Schneider, einen rentablen Standort finden, anders als Bullach- Neunhof, wo ich auch wohne, wäre ich sehr gerne bereit sie dabei zu unterstützen, dass dieses Windrad gebaut werden kann.
Dies soll kein persönlicher angriff gegen Sie sein, aber da Sie sich sehr aktiv an diesen Diskussionen Beteiligen, denke ich Sie sind der "richtige" Ansprechpartner..
mit freundlichen Grüßen,
an alle Windradbefürworter- und Gegner
ich bin erstaunt dass Sie sich Sorge machen um die Investoren in Bezug auf Wirtschaftlichkeit.
Da manche Leserbriefe sehr persönlich und unsachlich sind sollten sie lieber in ihren Reihen sich Gedanken machen wo dies noch hinläuft. Fakt ist dass vor Jahren die Weichen hierfür gestellt wurden und letztendlich die Bauordnung gilt. Und nach dieser BayBo. erfüllt der Bauantragsteller nun alle Kriterien weswegen er hier eine Genehmigung für ein Windrad erhalten wird. Im Übrigen werde ich mich nicht an persönlichen Angriffen weder gegen Befürworter noch Gegner beteiligen.
Die für Neunhof geplante Anlage Enercon E82 E2 schaltet erst bei Wind oberhalb 2,5m/s ein, das ist richtig. Bei 2m/s würde sie nur 3 kW Leistung produzieren, also etwas mehr als man benötigt, um zwei Staubsauger zu betreiben. Wichtig ist aber ein anderer Wert: Das EEG verlangt für jeden Anlagentyp spezifisch einen Energie-Referenzwert von mindestens 60%, der erreicht werden muss, um einen Förderanspruch zu haben. Anlagen die das nicht schaffen (z.B. weil nicht genügend Wind vorkommt) werden nach EEG als unwirtschaftlich eingestuft. Um diese 60% zu erreichen, müsste am Galgenberg in Neunhof eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von mindestens 6m/s in einer Höhe von 100m vorliegen. Wohlgemerkt: für 60%. Die Anlage wäre dann nach EEG erst einmal „mäßig wirtschaftlich“. Die Anlage soll eine Nabenhöhe von 108m haben, dort gibt es nach standortspezifischem Gutachten der Stadt Lauf nur einen durchschnittlichen Wind von 4,5 bis 5m/s. Im Vergleich zum produzierten Strom ist die Anlage unverhältnismäßig groß und meilenweit von einer wirtschaftlichen Lösung entfernt. Selbst wenn die Nabe auf 150m angehoben würde (was wegen einzuhaltender Abstände nicht geht) würde die Anlage nur 35% des Referenzwertes erzielen. Sie ist weder Förderungswürdig nach EEG noch dürfte sie nach Sinn und Geist des Gesetzes privilegiert errichtet werden.
Neue Windkrafträder funktionieren - anders als frühere Windmühlen - nach dem Auftriebsprinzip: Beim Vorbeiströmen an den Flügeln der Anlage erzeugt der Wind einen Auftrieb - ähnlich wie bei einem Flugzeug. Dadurch rotieren die Flügel und nutzen damit bis zu 60 Prozent der Energie des Windes. Bereits bei einer Windgeschwindigkeit ab ca. 2,55 m/s (diese entspricht ca Windstärke 2, also einer leichten Brise") beginnt die Anlage zu arbeiten. Interessant dabei: Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, verachtfacht sich die Leistung. Die Höchstleistung des Windrades hängt dabei von der durchströmten Rotorfläche und nicht von der Anzahl der Flügel ab.
Das Windrad fängt bei 4 m/s Wind an sich zu drehen.
In unserer Gegend gibt es lt. Gutachten der Stadt Lauf eine Winderwartung in 100 m Höhe vom weniger als 5 m/s.
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