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Lokales PZ
18.10.10 14:49 Uhr

Windkraftinfo in Neunhof

Von: Clemens Fischer

NEUNHOF — Nach dem Bericht in der Pegnitz-Zeitung vor einer Woche und nach einer Info-Veranstaltung der CSU in dem Laufer Ortsteil hat sich nun auch in Neunhof spontan eine Bürgerinitiative gegen das geplante Windrad auf dem Galgenberg gegründet.

Der Sprecher der Initiative, Peter Weidner, überreichte gestern Bürgermeister Bisping (mit gleicher Post an die Fraktionssprecher) einen von 56 Bürgern unterzeichneten Brief, in dem unter anderem eine Sonderbürgerversammlung zum geplanten Windrad gefordert wird. Noch gestern reagierte die Stadt und kündigte in einer Pressemitteilung diese Versammlung für den 15. November an.

Bei der Übergabe des Antrags konnte Bürgermeister Bisping dem BI-Sprecher eine solche Zusage oder einen konkreten Termin noch nicht nennen. Der Rathauschef wies allerdings darauf hin, dass die Stadt hier nicht nur wenig tun könne, sondern im Falle einer Ablehnung der Anlage möglicherweise auch für entstehende Verluste haften müsse. Im Brief kritisiert Peter Weidner indes, dass „sie es als gewählte Vertreter nicht für notwendig erachten, die Bevölkerung zeitnah von dieser Wende in dem heiß diskutierten Sachverhalt zu informieren.“ Schließlich sei der neue Antrag des Windkraftinvestors schon seit fünf Wochen bei der Stadt und bei einigen Stadträten bekannt, so schreibt Weidner. Und verweist in diesem Zusammenhang auch auf ein Gespräch mit Stadtrat Kern, wo der diesen Umstand einräumte. Weil er damit aber nichts zu tun habe, so laut Weidner die Antwort von Hans Kern, habe er die Bevölkerung auch nicht sofort informiert. „Wir sind als Bürger mehr als sauer über diese neuerliche Informationspolitik der Rathaus-Allianz“, so Peter Weidner in einem Brief an die PZ. Und weiter: „Wie abgehoben sind eigentlich unsere Volksvertreter hier?“

Weil die verbliebene Windkraftanlage (die erste Anlage wird es nicht geben, weil auf städtischen Grund keine mehr erlaubt ist) nahe an Neunhof liegt, befürchtet die Bürgerinitiative, dass die Bevölkerung durch Lärm noch mehr als die Bullacher beeinträchtigt werden könnte, da im näher am Windrad liegenden Mischgebiet ein Pegel von 45 Dezibel zulässig sei – zehn mehr als im Bullacher Wohngebiet.

Neben der Forderung einer zeitnahen Aufklärungsveranstaltung, „die noch vor einer entscheidenden Bauausschusssitzung stattfinden muss“, enthält der Antrag der BI noch eine Reihe von Forderungen: so eine Prüfung der Schallimissionen, eine Prüfung der Naturschutzbelange, Informationen über mögliche juristische Schritte sowie Antworten auf Fragen zur Gesundheitsbeeinträchtigung durch Windräder.

In der Pressemeldung der Stadt nach dem BI-Antrag wird auf die kritischen Anmerkungen nicht eingegangen. Die Entwicklung hin zur Bürgerversammlung liest sich hier ganz anders. Auf Nachfrage der Stadt sei nun vom Landratsamt mitgeteilt worden, dass die Stadt in Kürze zum Antragsverfahren um Stellungnahme gebeten werde. „Damit ist nun endlich der Weg frei für den zugesagten weiteren Bürgerdialog“, schreibt das Stadtoberhaupt.

Auch habe das Landratsamt auf Nachfrage der Stadt die Abstände der Bebauung zum Windrad konkretisiert: Nicht 700 Meter, wie in der PZ berichtet, sei das Windrad von Neunhof entfernt, sondern über 800 Meter vom Mischgebiet und über 1000 Meter von der ersten reinen Wohnbebauung.




Kommentare

Konrad Martin Rubein, 91207 Lauf an der Pegnitz, 19.10.2010 08:30:
Alle sind für Ökostrom ... nur nicht in meiner nähe!!!

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