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Sport DB
29.07.10 18:14 Uhr

„Homogenes Team mit Leuten aus unteren Klassen“

Von: Der Bote

Die aktuelle Mannschaft des SC Feucht, rechts der Trainer-Neuzugang Klaus Mösle und Dino-Spielleiter Richard Kitschke.Foto: Götz.
Die aktuelle Mannschaft des SC Feucht, rechts der Trainer-Neuzugang Klaus Mösle und Dino-Spielleiter Richard Kitschke.Foto: Götz.

FEUCHT – Für die Bezirksoberliga-Fußballer des SC Feucht beginnt am Samstag die neue Saison wie die vergangene aufgehört hat: Mit dem Kreisderby gegen den ASV Neumarkt II. Damit hat es sich aber schon mit den Gemeinsamkeiten. In der eigenen Mannschaft und bei den Konkurrenten hat sich so viel verändert, dass die Karten völlig neu gemischt sind. Der Situation angemessen werden die Neumarkter diesmal tatsächlich mit der zweiten Mannschaft antreten, im Mai hatten sie noch weitgehend die erste Garnitur zwecks Klassenerhalt ins Rennen geschickt, was mit dem 1:1 am letzten Spieltag gegen den SC dann auch Erfolg hatte.
Für die anstehende BOL-Saison hatte der Abstieg des SV 73 Süd aus der Landesliga einige Auswirkungen. Nicht nur, dass die Nürnberger jetzt Konkurrent sind, die bisherige Mannschaft hat sich in alle Winde zerstreut, Ex-Trainer (bis zur Winterpause) Klaus Mösle hat beim SC Feucht angeheuert, zwei Spieler und einen A-Jugendlichen mitgebracht.
Mösle bekommt es an seiner neuen Wirkungsstätte mit einem Team zu tun, das nach dem Weggang von Robert Ziegler nach Ammerthal hauptsächlich in der Abwehr erhalten blieb, aber mit 13 Zugängen auf einen Kader von 22 Mann aufgestockt wurde. Dass die Verteidigung, das Prunkstück der vergangenen Saison, mit der Ausnahme von Kuntuala (ebenfalls nach Ammerthal) zusammen blieb, freut den Coach ganz besonders. Kevin Kühnlein (20 Jahre) und Andreas Förster (21) haben sich ebenso gut entwickelt wie Torwart Marcus Kredel (22), in dessen Ausbildung der ehemalige Torwart Mösle besonderen Ehrgeiz stecken will. Als Ersatzkeeper holte er von den Südern den A-Jugendlichen Marco Berger, der als Beigabe vorige Woche auch noch seinen Bruder Patrick mitbrachte, der eigentlich beim ASV Neumarkt anheuern wollte.
Klaus Mösle ist der fünfte Trainer in fünf Jahren beim SC seit dem Abstieg aus der Regionalliga. Mit dem Kommentar „endlich“ deutete er an, dass er damit seinen Wunschverein gefunden hat. Auf welchen Zeitraum er sein Wirken in Feucht einschätzt, antwortete er zunftgemäß: „Das ist in irgendeiner Form erfolgsabhängig.“ Der „Erfolg“ ist moderat definiert. Das von seinem Vorgänger Robert Ziegler leicht ironisch formulierte Saisonziel „Platz 1 bis 13“ wurde offiziell übernommen, bedeutet im Umkehrschluss „nur nicht absteigen“ und ist heuer auch so gemeint.
Mösles Mission beginnt damit, „ein homogenes Team zu gestalten mit Leuten aus unteren Klassen“. Mit Kapitän Kolja Eigl (29), Verteidiger Sadic Dugan (27) und Stürmer Andreas Endlein (27) steht ihm dabei eine kleine Achse mit Erfahrung zur Verfügung, die das Durchschnittsalter auf 22 Jahre hebt. Die Leute, die in der Lernphase sind, sollen so schnell wie möglich auf ein Niveau gebracht werden, dass sie einsetzbar sind, wenn sie gebraucht werden. Mit einem Kader von 20 Spielern und zwei Torwarten sollen Spielbetrieb und Ausbildung gleichzeitig machbar sein.
Dass vier davon aus der eigenen A-Jugend kommen und einige von anderen Verein zurückgeholt wurden, war in den vergangenen Jahren mehr die Ausnahme als selbstverständlich. Mösle denkt da auch ökonomisch: „Die A-Jugend ist die einzige Mannschaft bei uns, die Landesliga spielt, das muss man fördern. Und für die Jugendlichen ist es eine Motivation, wenn sie sehen, dass sie gebraucht werden.“
Froh ist der neue Trainer, dass es gelungen ist, den im vorigen Jahr verletzten Franz Feßmann zu halten. Er wird ab Mitte August zur Verfügung stehen und soll die Schaltstation im Mittelfeld werden – wobei nach Mösles Philosophie jeder auf dem Platz ein Spielgestalter ist.
Etwa Ende August, denkt der Coach, ist es absehbar, wo sich der SC leistungsmässig einordnen lässt. Seiner Beoachtung nach ließ sich die Bezirksoberliga bislang in zwei Klassen einteilen. Von Platz 1 bis 10 die spielstarken Mannschaften, dahinter diejenigen, die mit unorthodoxen Mitteln versuchen, die Klasse zu halten.
Der Auftaktgegner ASV Neumarkt schaffte das in der vergangenen Saison auf den letzten Drücker. Die Oberpfälzer befinden sich nach vielen personellen Änderungen in Abteilungsleitung und Mannschaft in einer Orientierungsphase. Die Reserve bekam dabei mit 14 Mann einen kleinen Kader zugeordnet. Verstärkung an diesem Samstag aus der ersten Garnitur ist eher unwahrscheinlich, da die Landesliga-Elf des ASV fast gleichzeitig ihr Heimspiel gegen Ammer­thal bestreitet.P. G.




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