Mit Sommerschnitt auf die Wachstumsbremse treten

NÜRNBERGER LAND (lra) – Einem Obstbaum im Sommer mit der Schere zu Leibe zu rücken, ist sicherlich für viele ein unvorstellbarer Gedanke. Die meisten sind es gewohnt, ihre Bäume im Spätwinter zurecht zu stutzen. Die Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege des Landratsamtes Nürnberger Land hatte zu einem Schnittkurs im Kreislehrgarten Ezelsdorf eingeladen. Etwa 30 Obstbaubegeisterte erfuhren dort, dass ein Sommerschnitt viele Vorteile hat und in manchen Fällen einem Schnitt in der vegetationslosen Zeit vorzuziehen ist.
Kreisfachberater Peter Renner erklärte den Kursteilnehmern, dass vor allem die Wundverheilung in den Sommermonaten wesentlich schneller vonstatten geht als bei Schnittverletzungen, die den Gehölzen im Winter zugefügt werden. Die Bäume sind deshalb wesentlich weniger durch Fäulniserreger gefährdet.
Zudem führt ein Rückschnitt im Sommer im Zeitraum von Anfang Juli bis Ende August zu einem gebremsten Neuaustrieb im Folgejahr. Bäume, die eine starke Triebbildung aufweisen, können auf diese Weise im Wachstum beruhigt werden und setzen eher Fruchtknospen an. Die Kronen lassen sich kleiner und kompakter halten.
Die Hobbygärtner erfuhren, dass auch die Fruchtqualität und Fruchtausfärbung durch die sommerlichen Schnittmaßnahmen verbessert werden kann. Hierzu gehört auch die Ausdünnung von überschüssigen Früchten per Hand.
Die Demonstration von sommerlichen Schnittmaßnahmen an Beerensträuchern, die hauptsächlich zur Vermeidung und Eindämmung von Pilzkrankheiten dienen, bildeten den Abschluss der Veranstaltung im Lehrgarten.


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