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12.05.10 18:56 Uhr

Gerhard Burkhardt kennt die Strecke wie seine Westentasche

Von: Julia Ziegler

Nur mit einem Computer und seinem untrüglichen Orientierungssinn: Gerhard Burkhardt hat die Strecke geplant. Foto: Ziegler

OTTENSOOS — Neunmal schon hat er den Landkreislauf als Aktiver miterlebt, in diesem Jahr ist er zum zweiten Mal verantwortlich für die Streckenführung: Gerhard Burkhardt aus Ottensoos. Im „normalen“ Leben ist der 56-Jährige Versicherungsberater, aber er hat ein besonderes Talent, das ihm zugute kommt. Er hat einen untrüglichen Orientierungssinn und kennt die Pfade und Wege des Landkreises wie wohl kaum ein Zweiter. „Dieses Jahr war es viel einfacher als letztes Jahr“, sagt Gerhard Burkhardt. 2009 hat er zusammen mit seinem Vereinskollegen Werner Greisel vom FC Ottensoos zum ersten Mal die Aufgabe übernommen, die Strecke für den Landkreislauf zu planen und zu beschildern.

„Sie machen sich ja keine Vorstellung, auf was man alles achten muss“, sagt er. „Letztes Jahr war unsere Strecke eigentlich fertig, doch dann kamen das Umweltamt, die Polizei, die Feuerwehr … Dieses Jahr wusste ich deswegen schon sehr genau, worauf ich achten muss. Letztes Jahr wollte ich durch ein wunderschönes Waldstück – und dann brütet da irgendein Vogel. Heuer frage ich da vorher nach, das erspart mir viel Zeit.“ Vorgegeben war ihm von Seiten des Landratsamtes nur der Zielpunkt, nämlich Freiröttenbach. Nachdem sich die Firma Excella in Feucht als Startpunkt angeboten hatte, „war mir eigentlich gleich klar, wie die Strecke grob verlaufen würde“, so Burkhardt. Die B14 ist ein Problem Mit Hilfe eines Computerprogramms arbeitete er dann die Details aus. Dabei half ihm, dass einzelne Abschnitte der Strecke schon einmal Teil des Landkreislaufs gewesen waren.

Einige neuralgische Punkte gab es aber auch bei der Planung. Ein Problem ist immer die B 14. „Man kann die Bundesstraße schon einmal kurz sperren, aber eben nur möglichst direkt nach dem Start einer Etappe. Sonst hat sich das Läuferfeld schon so auseinandergezogen, dass man den Übergang lange offen halten müsste“, weiß Burkhardt nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr. Mit seiner Erfahrung, seiner Ortskenntnis und dem richtigen Computerprogramm kann Burkhardt viel von zu Hause arbeiten. Dennoch ist es ihm wichtig, auf der Strecke präsent zu sein. „Ich laufe und fahre alle Abschnitte vorher ab. Vor Ort sieht man eben doch manchmal noch mehr“, sagt er und erzählt von einer Begebenheit, bei der ein sehr freundlicher Bauer ihm nicht nur den Weg mitten durch sein Grundstück zur Verfügung stellte, sondern sogar noch anbot, mit seinem Traktor eventuell gestrandete Autos aus dem Schlamm zu ziehen, falls es regnen sollte. Auch die Erstellung eines einheitlichen Höhenprofils für die Strecke ist auf Burkhardts „Mist“ gewachsen.

Bis vor zwei Jahren waren nur Profile von den einzelnen Abschnitten verfügbar, die aber in unterschiedlichen Maßstäben erstellt und damit kaum vergleichbar waren. Seit seiner „Amtszeit“ kann im Internet ein Höhenprofil für alle einzelnen Abschnitte, aber auch für die Gesamtstrecke eingesehen werden. „Das hilft den Läufern ungemein, sich die Etappen nach den individuellen Stärken einzuteilen.“ Nur zehn Etappen Ebenfalls in Burkhardts Zuständigkeitsbereich fällt der Zeitplan für die einzelnen Etappen. „Auch das war dieses Jahr viel leichter“, sagt er. Und das nicht nur, weil er auf seine Erfahrung von 2009 zurückgreifen kann, sondern auch, weil die Zahl der Etappen von bisher zwölf auf zehn gesenkt wurde. „Das entzerrt den Zeitplan ungemein“, sagt er. Eine neue Herausforderung kam aber auch für ihn dazu:

Zum ersten Mal werden bekanntlich Nordic Walker am Landkreislauf teilnehmen. Sie in den Ablauf zu integrieren, war nicht ganz einfach, ist aber am Ende doch gelungen. Die diesjährige Strecke von Feucht nach Freiröttenbach stuft Burkhardt als recht einfach ein. „Ich habe schon von manchen Läufern gehört, dass sie ihnen zu einfach ist. Die hätten gern mehr und steilere Berge drin gehabt. So was solls auch geben“, sagt er lachend. Entsprechend dürfte von schnellen Zielzeiten auszugehen sein. Wie alles läuft, wird Gerhard Burkhardt diesmal nicht als Läufer erleben – obwohl er schon mit der ersten Etappe geliebäugelt hatte. „Ich werde im Führungsfahrzeug mitfahren und von dort aus alles überwachen“, sagt er.




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