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12.03.10 19:09 Uhr

Eckenhaider Eierweiber mögen's bunt

Von: Julia Ziegler

Viele Eier werden normalerweise nicht geklaut in Eckenhaid. Die mit dem FCN-Logo sind allerdings heiß begehrt. Foto: Ziegler

ECKENHAID - Zwei kleine Löcher in die weiße oder hellbraune Schale gestochen und dann nach Kräften gepustet: So geht er, der erste Schritt auf dem Weg zum prachtvollen Osterbrunnen. Seit Monaten pusten, lackieren, malen und verzieren die Eckenhaider Landfrauen bereits die Eier, die alljährlich den dortigen Osterbrunnen schmücken.
Fast 3000 Eier hängen am Eckenhaider Osterbrunnen. Und alle sind echt. Hühnereier, Wachteleier, sogar Gänseeier: Die Eckenhaider Landfrauen rund um ihre »Chefin» und gute Seele Marianne Britting bemalen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Dazu treffen sie sich über die vorösterlichen Monate hinweg jeden Montag im Eckenhaider Feuerwehrhaus.
Bei diesen Treffen ist der »Rohstoff», also die fertig ausgeblasenen Eier, natürlich längst in ausreichender Menge vorhanden. »Das meiste entsteht bei der Weihnachtsbäckerei. Da werden eben nur Plätzchen gebacken, für die man die Eier nicht trennen muss», erklärt »Eierweib» Inge Enzmann. Und dann kommen eben Rühreier, Omelette und Spiegelei auf den Tisch.
»Gott sei Dank werden bei uns nicht so viele Eier kaputt gemacht oder geklaut», sagt Marianne Britting. So müssen beispielsweise dieses Jahr »nur» etwa 150 Eier neu bemalt werden. »Aber letztes Jahr haben wir unsere Krone neu gestaltet, da mussten wir dann insgesamt 300 Eier machen», sagt Britting. Das bedeutete dann Heimarbeit für alle Ehrenamtlichen, denn das war selbst an langen, winterlichen Montagabenden nicht zu schaffen.
Für die Eckenhaider Landfrauen haben die Treffen auch einen gesellschaftlichen Aspekt. »Da bringt immer eine andere ein kleines Gutzerle mit und dann wird kräftig geratscht beim Malen», erzählt Inge Enzmann. Bereits im achten Jahr zeichnen die Landfrauen für den Eckenhaider Osterbrunnen verantwortlich. Früher hatten die Kirchweihburschen diese Aufgabe in ihrer Obhut. Als Marianne Britting sich ihnen als Helferin anbot, hatte sie die Verantwortung schnell gänzlich in der Hand.
Aus einem runden Dutzend besteht der harte Kern. Wesentlich mehr Leute werden aber an dem Tag benötigt, an dem es ans Binden der Girlanden und Kränze sowie ans Schmücken des Brunnens geht. Das ist immer der Samstag in der Woche vor Palmsonntag. »Da werden dann die Männer mit eingespannt und alle, die man so kriegen kann», sagt Marianne Britting. »Letztes Jahr waren wir an dem Tag fast 30 Leute.»
3000 Eier, 26 Meter selbst gebundene Girlanden, ein eigens aufgebauter Holzzaun: Der Eckenhaider Osterbrunnen ist ein aufwändiges Unterfangen. Durch seine Bauweise lädt der historische Ziehbrunnen geradezu dazu ein, geschmückt zu werden. Um den eigentlichen Trog herum ist ein Häuschen aus Sandstein gemauert. Unter sein Dach hängen die Eierfrauen jedes Jahr den Mittelpunkt des Brunnens, eine eiergeschmückte Krone. Außerdem gibt es ein Osternest mit selbst geschreinerten Osterhasen und einen Korb mit einem Ei für jeden Eckentaler Ortsteil.
»Wir versuchen, uns eben jedes Jahr ein bisschen etwas Neues einfallen zu lassen», sagt Marianne Britting. »Und das möglichst ohne Kitsch, den mögen wir gar nicht», fügt Inge Enzmann hinzu. 




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