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Lokales PZ
30.08.11 17:16 Uhr

Landratsamt genehmigt Windrad bei Neunhof

Von: Andreas Sichelstiel

Die nicht maßstabsgetreue Fotomontage zeigt, wie ein Windrad auf dem Galgenberg über Neunhof aussehen könnte. Das Landratsamt hat den Bau jetzt genehmigt, die Stadt Lauf klagt. Foto: Privat
Die nicht maßstabsgetreue Fotomontage zeigt, wie ein Windrad auf dem Galgenberg über Neunhof aussehen könnte. Das Landratsamt hat den Bau jetzt genehmigt, die Stadt Lauf klagt. Foto: Privat

NEUNHOF — Das Landratsamt hat den Bau eines knapp 150 Meter hohen Windrads auf dem Galgenberg bei Neunhof genehmigt. Die Stadt Lauf wird, so sieht es ein im Juli gefasster Beschluss vor, gegen diese Entscheidung vor Gericht ziehen.

Die Laufer Stadträte hatten mit der Genehmigung im August gerechnet und deshalb „auf Vorrat“ den Weg vor das Verwaltungsgericht geebnet, um während der Sommerferien keine Frist zu verpassen. Am Dienstag dann erhielt die Stadt den Bescheid. Dieser sieht den sofortigen Vollzug vor. Das heißt: Theoretisch könnte der Investor mit dem Bau der Anlage des Typs Enercon E-82 E2 beginnen, die eine Nabenhöhe von 108,38 Metern und einen Rotordurchmesser von 82 Metern hat.

Allerdings wird Lauf vor dem Ansbacher Verwaltungsgericht im Eilverfahren die Aussetzung des sofortigen Vollzugs beantragen. Experten rechnen deshalb nicht damit, dass die Bürgerwind Lauf GmbH, die ihren Sitz im niedersächsischen Billerbeck hat, irgendwelche Schritte vor einer Entscheidung des Gerichts unternimmt. Lässt der Investor unverzüglich die Bagger rollen, so geschieht dies nämlich auf eigenes finanzielles Risiko. Keinesfalls werde das Windrad „in einer Nacht-und-Nebel-Aktion“ gebaut, so Peter Gronau, der als Leiter des Sachgebiets Immissions- und Bodenschutz im Landratsamt Nürnberger Land die Genehmigung erteilt hat.

Das Gericht wird im Eilverfahren, das wohl ein Vierteljahr dauert, auch beurteilen, ob eine Klage im Hauptverfahren überhaupt Aussicht auf Erfolg hätte. Unabhängig von dieser Einschätzung werde man nicht nur gegen den sofortigen Vollzug, sondern auch gegen die Genehmigung selbst vorgehen, sagt Udo Taubmann, der Laufer Hauptamtsleiter. Dazu verpflichtet die Verwaltung der Vorratsbeschluss des Bauausschusses.

Bereits im Mai hatte das Landratsamt erklärt, dass das ursprüngliche Nein der Stadt zu dem Vorhaben rechtswidrig war. Fünf Punkte, die die Laufer gegen das Windrad vorbrachten, von der Beeinträchtigung der Landschaft bis zur angeblich mangelhaften Erschließung des Grundstücks auf dem Galgenberg, konnten Gronau und seine Mitarbeiter nicht überzeugen. „Wir müssen nach den rechtlichen Fakten entscheiden“, sagt er. Die Wirkung des 150-Meter-Bauwerks auf die umgebende Landschaft beurteilte das Landratsamt etwa als „nicht verunstaltend“.

Mitunter sei seine Arbeit auch „eine Sache der Abwägung“, gibt der Fachmann zu. „Und ob unsere Abwägung falsch war, werden jetzt die Gerichte entscheiden.“ Leicht hat es sich Gronau nicht gemacht: Die Genehmigung enthält auf 15 Seiten Auflagen und Vorbehalte für den Betrieb des Windrads. So muss der Betreiber zwei Jahre lang eine „Horchbox“ an dem Mast anbringen, die die Aktivität von Fledermäusen aufzeichnet. Je nach Resultat behält sich das Landratsamt vor, eine zeitweise Abschaltung der Anlage anzuordnen. In Sachen Naturschutz hätten die Fachbehörden ansonsten keine Einwände vorgebracht, sagt Gronau.

Die Sprecher der Bürgerinitiativen aus Bullach und Neunhof waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen – aber mit weiteren Protesten ist wohl zu rechnen. Zuletzt waren Unterstützer mit Traktoren vor das Laufer Rathaus gezogen. Die Genehmigung des Landratsamts wird am Freitag, 9. September, im Amtsblatt, das in der Pegnitz-Zeitung erscheint, veröffentlicht. Vom 12. bis zum 26. September kann sie jeder im Landratsamt in der Laufer Waldluststraße und im Rathaus in Lauf einsehen.




Kommentare

Franziska Huber, Lauf, 09.11.2011 23:56:
@Marc Hofmann:
Es wäre doch mal nett, wenn sie ihre obszönen Behauptungen mit fundierten Argumenten untermauern würden.
Noch eine Information am Rande: Nicht nur erneuerbare Energien, auch Kohle wird hier in Dtl subventioniert.
Hofmann Marc, Neunkirchen, 09.11.2011 09:29:
Windräder haben nichts mehr mit Natur- und Umwelschutz zu tun. Windräder sind nur was für Subventionsabzocker. Dieser Mühlen werden keine bedeutende Stütze der zukünftigen Stromversorgung sein. Europa wird uns weiterhin mit Strom aus Kohle,Uran und Gas versorgen. Diese Mühle sind nur was für gierige kurzfristige Renditejäger. Die "erneubare Energieblase" wird mit Kürzung der staatlichen Subventionen immer mehr zum Platzen gebracht. Das geschieht bereits in den nächsten 5 Jahren und das war es dann. Der Bürger vor Ort bleibt auf den Kosten, auf den Streitigkeiten und der Entsorgung dieser Mühlen sitzen. Windmühlen sind was für Subventionsabgreifer. Wirschtlich auf eigenen Beinen können die NIE stehen.
Franziska Huber, Lauf, 30.10.2011 23:09:
@Matthias:
Scheint so, als ob Bio nicht mehr wäre, sonst wäre wohl "Bio" bei Biorindfleisch nicht mit "Top" überklebt worden.
Matthias Lang, Lauf, 26.10.2011 19:30:
Hallo hr. Schneider,
haben Sie ihre schöpferische Pause beendet ?
Ich hatte schon befürchtet, Ihre grüne Parteiführung aus Lauf hätte ihnen Rede/Schreibverbot verpasst.
Das würde aber zu einer demokratischen Partei auch gar nicht passen.

Was macht denn Ihr Kleinst-Ökobauernhof ?
thomas schneider, Lauf, 17.09.2011 20:26:
Es ist nun vorbei die Genehmigung ist erteilt und das Gericht wird dies bestätigen wie in allen anderen Fällen auch.
Deswegen sollte man nun nach vorne blicken und sich nicht noch mehr anfeinden.
Thomas Müller, Lauf, 09.09.2011 17:30:
o wurden aus Landrat Kroder und Bisping doch noch echte Männerfreunde, und gemeinsam wollen sie Bispings Traum erfüllen.
Sehr schwache Leistung Hr. Kroder.
Und Hr. Bisping: noch ist nichts erreicht, Ihre Art von Politik ist beschämend !
Schorsch Huber, Lauf, 09.09.2011 13:49:
Liebe Margit hallo,
wenn man sein Geschick ein bischen einschaltet kann man schon ein biserl autark leben.
Ein wenig handwerkliche Kenntniss und es funktioniert. Habe es selbst nicht geglaubt. Nur eins zur Info: Es regnet dies auffangen in einem Behältnis aus Alu auf dem Hausdach. Funktioniert den ganzen Sommer. Ist schön warm. Zum Duschen reicht es. Jetz erst im September schalte ich meine Warmwasserheizung wieder an. Bin aber kein Öko Verückter.Für die Ersparnis dreh ich mit der Harley paar Runden in Südtirol.
Franziska Huber, Lauf, 06.09.2011 20:39:
vier Buchstaben
Franziska Huber, Lauf, 06.09.2011 20:38:
Objektive Berichterstattung gibt es bei der PZ leider seit langen nicht mehr. Das fällt schon auf, wenn man das Bild zu diesem Bericht anschaut: Ein übermäßig groß dimensioniertes Windrad vor der Siluette von Neunhof. Und erst klein drunter im Text, dass die Fotomontage nicht maßstabsgetreu ist.
Man kann langsam glauben, der PZ ist es nur wichtig, möglichst viel Skandal zu bekommen, ohne dabei eine klare Linie erkennen zu können. Da fehlt nicht mehr viel zum Niveau der großen deutschen Zeitung mit viel Buchstaben...wirklich schade!
Michael Spannring, Lauf, 06.09.2011 08:47:
Und wiedermal hat es die Pegnitzzeitung geschafft alle Stadträte über einen Kamm zu scheren! Was ist das bitte für eine Berichterstattung, wenn es den Mitarbeitern der Pegnitzzeitung wiederholt nicht gelint zwischen den einzelnen Stadträten zu differenzieren?

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