RSS-FeedsAnzeigenIhre ZeitungGemeindenKontaktImpressumSitemap
Lokales HZ
12.08.11 19:22 Uhr

Gemeinsam für die Windkraft

lokales(at)hersbrucker-zeitung.de

HERSBRUCKER SCHWEIZ (gz/ ebo) - Können sich Hersbruck und Reichenschwand schon in wenigen Jahren fast zur Hälfte mit eigenem Strom versorgen? Und die Bürger verdienen als Kapitalanleger daran? Die Vision ist nicht aus der Luft gegriffen, aber aus dem Wind - falls er ausreichend weht. Das soll im nächsten Halbjahr bei Großviehberg und am Seeanger (hinter Leuzenberg) gemessen werden.

Der Anstoß, im Raum Hersbruck erneut und intensiv nach möglichen Standorten für Windräder zu suchen, kam vom neuen Hewa-Chef Harald Kiesel. Bei dieser Voruntersuchung schied ein Standort am Ortseingang von Happurg (von der B 14 kommend) aus optischen Gründen aus. Blieben für Reichenschwand der Seeanger, eine Anhöhe nordöstlich von Leuzenberg hinterm Großen Hansgörgl, sowie für Hersbruck die Fläche zwischen Kleedorf, Großviehberg und Alfalter. Gemessen wird nun ab Oktober mindestens ein halbes Jahr lang von der renommierten Umwelttechnikfirma BBB aus Weiden (www.bbb-umwelt.com). Erst dann lässt sich ersthaft planen — oder das Ganze vergessen.

Der Hewa-Chef sowie die Bürgermeister Robert Ilg (Hersbruck) und Bruno Schmidt (Reichenschwand) sind allerdings hoffnungsfroh. Denn sollte sich eine der beiden Flächen für insgesamt drei Windräder eignen, so würde man mit 15 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr etwa 40 Prozent des Jahresbedarfs von beiden Gemeinden decken. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, so Ilg, bestehe nur ein kurzes Zeitfenster, sich auf regenerative und lokale Energiequellen umzustellen. Zugleich, assistiert Bruno Schmidt, sei das die Chance, das Energiegeschäft wieder in die Hände der Bürger und Kommunen zu bekommen. Denn das Modell Bürger-Windkraft, das den Bürgermeistern in Kooperation mit der Hewa vorschwebt, würde auswärtige Investoren außen vor lassen. Mit einer Summe von bis zu 15 Millionen Euro rechnet man für die drei Windräder.

„Ich bekomme etliche Nachfragen von Bürgern, wie vor Ort die Chancen stehen und ob man sich finanziell beteiligen kann“, berichtet Schmidt, der schon bei einer Bürgerversammlung im März das Thema auf die Tagesordnung setzte — mit positiven Rückmeldungen. Anrufe von Unternehmen aus Hamburg oder sonst woher, die bei ihm nach Möglichkeiten zum Windkraftwerksbau nachfragten, seien ihm weniger willkommen: „Wir müssen das Pferd selber reiten, wir brauchen keine Eon.“ Auch beim Thema Wasser arbeite Reichenschwand schon erfolgversprechend mit der Hewa zusammen.

Auch in Hersbruck will man die Wende in der Energiepolitik nur mit den Bürgern gehen. Deshalb lud Ilg am Donnerstag die Großviehberger zu einer ersten Versammlung, auf der er mit Hewa-Chef Kiesel und Stadtbaumeister Lothar Grimm Rede und Antwort stand. Nach zweistündiger intensiver Diskussion sei die Grundstimmung sehr positiv gewesen.

Mögliche Beeinträchtigungen und ökologische Bedenken sollten frühzeitig diskutiert werden. Aber erst einmal, so Ilg, „müssen wir exakte Messdaten haben“. Ilg: „Die Energiewende werden nicht Land und Bund schaffen, sondern nur die Kommunen gemeinsam mit den Bürgern.“

Die Hewa als Partner in einem solchen Projekt übernimmt zunächst den Hersbrucker Anteil der Kosten der Messungen von insgesamt 60 000 Euro, Reichenschwand stellt seinen Anteil in den Haushalt 2012 ein. Zum Netz der Hewa wären es von beiden Standorten aus sehr überschaubare Leitungswege.

Der finanzielle Ertrag einer lokalen Windkraftanlage stehe nicht im Vordergrund, sondern die Sicherheit der Versorgung zu kalkulierbaren Preisen sowie das Image als lokales und zukunftsorientiertes Unternehmen, so Kiesel. Die Gewinne würden somit durchaus an diejenigen Bürger gehen, die in die Anlage privat investieren.

Weil der mögliche Standort nördlich von Großviehberg auch die Anwohner von Kleedorf und Alfalter tangieren würde, wurden auch die Gemeinden Kirchensittenbach und Vorra frühzeitig angesprochen. In Alfalter ist eine Bürgerversammlung zum Ende der Ferien geplant. Auch da steht Harald Kiesel zur fachkundigen Auskunft bereit. Dazu gehört zum Beispiel, dass der früher befürchtete „Disco-Effekt“, die Spiegelung der Sonne an den Rotorblättern, bei neuen Windrädern aufgrund einer speziellen Beschichtung nicht mehr auftritt. Oder dass schon bei der Planung des genauen Standorts Beeinträchtigungen für Mensch und Tier minimiert werden. Im Einzelfall könnten Anlagen auch zeitweise abgeschaltet werden, wenn sie geschützte Vogelarten bei deren Durchflug bedrohten. Immerhin haben die Kraftwerke eine Nabenhöhe von 140 und eine Rotorenhöhe von 185 Metern.

In Kleedorf lud Bürgermeister Peter Stief am Mittwochabend zu einem Gespräch, allerdings ohne Fachleute. Dabei wurden keine großartigen Einwände laut. Der Abstand vom Dorf müsse halt nochmal überprüft werden, um eventuelle Lärmbelästigungen auszuschließen, meinte ein Bürger. Eine weitere Bürgerin warnte vor gesundheitlichen Gefahren. Aber grundsätzlich äußerten sich die rund 40 Teilnehmer der Versammlung nicht generell abgeneigt.

Stief selbst zeigte eher Wehmut: „Der Preis ist sehr hoch, wir geben unsere schöne Landschaft für so eine Sache frei.“ An eine Beteiligung von Kirchensittenbach an den teuren Anlagen denkt er vorerst nicht. „Die Gemeinde will da noch abwarten. Wir haben nicht das Geld dazu.“ Die Reaktionen im Gemeinderat und auch aus Kleedorf zu lokalen Windkraftanlagen sind aber eher aufgeschlossen als ablehnend.




Kommentare

Ulf Karl, H., 15.09.2011 22:32:
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Liebe Mitstereiter,
lasst euch von der schwankenden Hersbrucker Politkerlobby nicht die Schneid abkaufen, sagt "Nein" zum Judaslohn, denn die künftigen Generationen werden es euch danken. Mit dem Post dieses Verweises solidarisiere ich mich mit den Kollegen aus Ottensoos:
http://www.ottensoos-gegen-windkraftpark.de/
Herzliche Grüße an alle, falls uns das Ungemach droht (P.S. Die angegebene Größe der Windräder in Hersbruck stellte biher bayernweit alles dargewesene in den Schatten, Beweis: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Windkraftanlagen_in_Bayern )

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ulf Karl, H., 12.09.2011 22:43:
"Aufgrund der Beobachtungen für die nächtliche Magnetfeldexposition kann unsere Studie als Hinweis
auf eine statistische Assoziation zwischen magnetischen Feldern und Leukämien im Kindesalter gewertet
werden." Zitat aus der EMF II-Studie der Bundesregierung aus dem Jahr 2000
Anmerkung: Herr Rensle, Sie unterstellen dem unbekannten Leser sehr viel das dieser gar nicht so wiedergegeben hat, z. B. unterscheidet er gar nicht zwischen Strom gleichweder Art und weist nur auf die Gefahren des Freileitungsbaus(s. o.) hin, der im Zuge der Neuerrichtung von Energieversorungseinrichtungen (gleich welcher Art) notwendig würde (und dazu zählt eben auch eine Windkraftanlage). Ich halte das für sehr unfair von Ihnen und finde auch Ihre Argumentation nicht für schlüssig. Sie widerlegen den Leser ja nicht, sondern flüchten sich nur in Gegenbehauptungen von denen Sie erwarten, dass man sie mühsam wiederlegt; eine typische Haltung vieler Alt-68er, die Gramsci kennen. Nach der Lektüre der bisherigen Leserbrife sagen: Nur
getroffene Hunde bellen und anscheinend haben Sie jemanden gefunden, der es spielend mit Ihnen aufnehmen kann, dass sie gleich sowas von bellen (...).
Der Bekenner, HEB, 28.08.2011 19:13:
Lauf hat seinen Thomas Schneider und Speikern seinen Matze Rensle. Solche Männer braucht das Land und das nicht nur an der Spitze der Grünen.
Matze Rensle, Speikern, 19.08.2011 23:18:
Sorry für den Doppelpost. Der Text wurde nicht angezeigt!
Matze Rensle, Speikern, 19.08.2011 23:17:
@Unbekannter Leser:
Was wollen sie eigentlich? Sie stellen meinen Beitrag als Polemik und Unkenntnis hin, ohne auch nur eine meiner Aussagen inhaltlich zu widerlegen.
Ich habe niemandem hier unterstellt, per se gegen Windkraft zu sein, auch wenn sie es hier so hervorheben.
Genauso bei ihren Feldern. Sie erzählen die Felder(egal welche) entstehen durch die Stromleitungen. Und dieses Argument nutzen sie als Argument gegen Windkraft. Ich kann nur noch einmal hervorheben, dass es für das entstehende Feld egal ist ob Wind, Kohle oder Atomstrom durch die Leitung fließt. Die Leitungen sind bereits da und es fließt bereits Strom durch. Daran ändert sich auch nix, wenn hier ein, zwei Windräder gebaut werden.
Zu meiner Angeblichen Unwissenheit im Bezung auf Maxwell:
Können sie mir ein Zitat von mir geben, wo ich leugne, dass es Magnetische Felder gibt? Wohl kaum!
Eine Gleichung wäre zB das "Erweiterte Amperesche Gesetz" Wie sie richtig behaupten sagt das aus, dass Elektrische Ströme ein magnetisches Wirbelfeld erzeugen. Also genau das auf dem sie herumreiten. Jetzt gehen wir doch mal in die Praxis. Eine Stromleitung verursacht vereinfacht gesagt ein Magnetfeld. Wie kann man einfach ein Magnetfeld erkennen? Klar, weiß jedes Kind, mit einem Kompass. So dann schnappen sie sich mal eine Kompass, Herr Unbekannter Leser, und stellen sich in eine realistische Entfernung einer Überlandleitung(zB in der nähe der letzten Wohnbebauung) und schauen sie, was sie sehen....Richtig, sie sehen eine Kompassnadel, die wie üblich nach Norden zeigt, egal in welcher Richtung die Überlandleitung ist. Was schließt man daraus? Das allgegenwärtige Erdmagnetfeld ist immer noch stärker als das, was von der Leitung ausgeht. Sie können dann auch gleich mal näher an die Leiung rangehen und testen, aber welchem Abstand man denn eine Änderung der Nadel sieht.
Weil ihnen die Maxwellsche Lehre ja so zusagt, noch eine Anwendung einer Maxwellgleichung, dem Faradyschen Induktionsgesetz: "Die Änderung des magnet. Flusses zb. durch eine Leiterschleife induziert in dieser eine Spannung. Nach diesem Prinzip arbeitet ein jeder Generator zB. auch der im Windrad.
Es wäre schön, wenn sie jetzt auf sachlicher Ebene weiter diskutieren könnten.
M. Rensle
Matze Rensle, Speikern, 19.08.2011 21:56:
@Unbekannter Leser:
Was wollen sie eigentlich? Sie stellen meinen Beitrag als Polemik und Unkenntnis hin, ohne auch nur eine meiner Aussagen inhaltlich zu widerlegen.
Ich habe niemandem hier unterstellt, per se gegen Windkraft zu sein, auch wenn sie es hier so hervorheben.
Genauso bei ihren Feldern. Sie erzählen die Felder(egal welche) entstehen durch die Stromleitungen. Und dieses Argument nutzen sie als Argument gegen Windkraft. Ich kann nur noch einmal hervorheben, dass es für das entstehende Feld egal ist ob Wind, Kohle oder Atomstrom durch die Leitung fließt. Die Leitungen sind bereits da und es fließt bereits Strom durch. Daran ändert sich auch nix, wenn hier ein, zwei Windräder gebaut werden.
Zu meiner Angeblichen Unwissenheit im Bezung auf Maxwell:
Können sie mir ein Zitat von mir geben, wo ich leugne, dass es Magnetische Felder gibt? Wohl kaum!
Eine Gleichung wäre zB das "Erweiterte Amperesche Gesetz" Wie sie richtig behaupten sagt das aus, dass Elektrische Ströme ein magnetisches Wirbelfeld erzeugen. Also genau das auf dem sie herumreiten. Jetzt gehen wir doch mal in die Praxis. Eine Stromleitung verursacht vereinfacht gesagt ein Magnetfeld. Wie kann man einfach ein Magnetfeld erkennen? Klar, weiß jedes Kind, mit einem Kompass. So dann schnappen sie sich mal eine Kompass, Herr Unbekannter Leser, und stellen sich in eine realistische Entfernung einer Überlandleitung(zB in der nähe der letzten Wohnbebauung) und schauen sie, was sie sehen....Richtig, sie sehen eine Kompassnadel, die wie üblich nach Norden zeigt, egal in welcher Richtung die Überlandleitung ist. Was schließt man daraus? Das allgegenwärtige Erdmagnetfeld ist immer noch stärker als das, was von der Leitung ausgeht. Sie können dann auch gleich mal näher an die Leiung rangehen und testen, aber welchem Abstand man denn eine Änderung der Nadel sieht.
Weil ihnen die Maxwellsche Lehre ja so zusagt, noch eine Anwendung einer Maxwellgleichung, dem Faradyschen Induktionsgesetz: "Die Änderung des magnet. Flusses zb. durch eine Leiterschleife induziert in dieser eine Spannung. Nach diesem Prinzip arbeitet ein jeder Generator zB. auch der im Windrad.
Es wäre schön, wenn sie jetzt auf sachlicher Ebene weiter diskutieren könnten.
M. Rensle
Unbekannter Leser, Hersbruck, 17.08.2011 17:11:
ad "Matze Rensle": Herr Rensle, Ihre Polemik und Ihre unfassbare Unkenntnis der Materie können Sie sich wirklich sparen. Sie sehen doch, dass der Großteil der Leser vielleicht nicht gegen Windkraft per se, jedenfalls aber gegen Windkraft ohne Rücksicht auf die "Nachbarschaft" (im Sinne des Bau- bzw. Immissionsschutzrechts) ist. Zur Ihrer Einlassung kurz Folgendes: Sie haben wirklich keinen blassen Schimmer von der Lehre Maxwells, sonst wüssten Sie, dass es neben elektrischen auch magnetsiche Felder/Strahlung gibt. Sie sollten sich schämen, die Leser hier mit Ihrer getarnten und daher unsachlichen Parteinahme beeinflussen zu wollen.
Meier G., Hersbruck, 17.08.2011 01:14:
Ich bin dafür, daß man dann das neue Wahrzeichen von Hersbruck dirket auf die Michelsberggaststätte setzt. Da sieht die Fortschrittlichkeit unseres Bürgermeisters wenigstens ein jeder. Rotorblätter natürlich in Schneckenform und mit grünem Schleim beschichtet.
Andreas Kraus, Tegernheim, 16.08.2011 22:10:
Sehr geehrte Frau Walter,
als langjähriger Bewohner des Altlandkreises nehme ich mir das Recht heraus, hier mitzudiskutieren. Wenn Sie die zulässigen Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung in Deutschland und der Schweiz kennen, haben Sie mir hier tatsächlich etwas voraus. Wenn Sie auch noch einen Königsweg für die Deckung des Energiebedarfs haben, dann bitte ich doch um diese Info. Ausreichende Energieerzeugung ohne Beeinträchtigung der Umwelt und der Mitmenschen, in Betrieb oder Herstellung, wird es nach heutigem Stand der Technik nicht geben. Die Alternative dazu wäre, den PC auszuschalten und auf etlichen anderen Luxus des täglichen Gebrauchs zu verzichten.
Wolfgang Meier, Hersbruck, 15.08.2011 19:11:
@ Herr Schröpfer: Meine Zustimmung für ein Bürgerbegehren gegen eine Bevormundung der Stadt in diesem Fall hätten Sie. Ich denke, wir sollten uns nicht mehr alles gefallen lassen.

Aber mal sehen, vielleicht lenkt man ja "bürgerfreundlich" ein. Die Hoffnung nie aufgeben.

Anmerkung hinzufügen

* - Pflichtangabe

Hinweis: Hinweis: Die Redaktionen behalten sich vor, Kommentare auch als Leserbriefe in den drei Heimatzeitungen zu veröffentlichen. Beleidigende oder anstößige Kommentare werden gelöscht. (Anm. d. Redaktion).

*
*


*
*


EM-Tippspiel
Diepersdorf vs. Schwaig

twitter Stream

NAchrichten aus Nürnberg & Franken

Link zur Startseite Der Bote Link zur Startseite Pegnitz-Zeitung Link zur Startseite Hersbrucker Zeitung Link zur Homepage N-land.de