Als Ensemble ganz stark
EZELSDORF – Wie vielseitig Folkmusik klingen kann, das zeigten MistleToe & Ivy bei ihrem Konzert im rappelvollen Musiksaal der Ezelsdorfer Grundschule. Das Trio überzeugte als Kollektiv mit viel Gefühl für die volkstümliche Musik aus dem englischsprachigen Raum.
Bereits 2008 hatten die Musiker, die sich aus ihrer gemeinsamen Studienzeit in Regensburg kennen, bei den Folk-Liebhabern in Ezelsdorf einen positiven Eindruck hinterlassen, weshalb der Kulturkreis der Gemeinde Burgthann sie jetzt erneut eingeladen hatte.
Das Repertoire von MistleToe & Ivy (Mistelzweig und Efeu) reicht von traditionellen schottischen und irischen Melodien über amerikanischen Folk im Stile von Simon and Garfunkel bis hin zu einigen deutschsprachigen Liedermacher-Stücken. Einfache Harmonien und verspielte Melodien dominieren das Programm. Diese werden von Franz Nagler, Robert Hasleder und Stephan Huber gefühlvoll und abwechslungsreich interpretiert.
Alle drei Bandmitglieder sind Multiinstrumentalisten, weshalb man im Musiksaal nicht nur Gitarren hörte, sondern auch ein Banjo, eine Mandoline, ein Akkordeon und eine Bodhrán, ein traditionelles irisches Schlaginstrument. Durch die abwechslungsreiche Instrumentalisierung bekamen die Zuhörerinnen und Zuhörer einen tiefen Einblick in die Vielfalt dieses Musikgenres. Die ausgefeilten Arrangements klingen mal melancholisch und tragend wie bei „If You Could Read my Mind“, einem tragischen Liebeslied des kanadischen Songwriters Gordon Lightfoot, mal rasant und virtuos wie bei der traditionellen irischen Melodie „Mason’s Apron“. Dabei steht selten ein Solokünstler im Mittelpunkt, die Stärke von MistleToe & Ivy liegt vielmehr im Zusammenspiel als Ensemble. Das gilt insbesondere für den Gesang, wo die Drei in den mehrstimmigen Parts – namentlich beim A-Capella-Stück „Sound of Singing“ – perfekt harmonieren. Vollständig unplugged, also ohne elektrische Verstärker, sorgte das Trio so für einen gefühlvollen, markanten Sound.
Zwischen den Stücken führten die Musiker mit Anekdoten zur Bandgeschichte und zu den einzelnen Songs mit Humor durchs Programm. Für das hymnische „Feel so near“ konnten sie das Publikum sogar als Background-Chor gewinnen. Wer dabei die Augen schloss, konnte sich lebhaft einen Abend bei Whisky oder einem Pint Bier in einem Pub irgendwo auf der grünen Insel ausmalen.



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