Eine Entscheidung soll im April fallen
LEINBURG/WEISSENBRUNN – Schneller und komfortabler im Internet surfen, Daten übertragen und bekommen – was in den meisten Gebieten Bayerns eine Selbstverständlichkeit ist, gestaltet sich in Weißenbrunn sehr problematisch. Die Gemeinde Leinburg will diesen „weißen Fleck“ auf der Versorgungskarte beseitigen, wie 1. Bürgermeister Joachim Lang in der Gemeinderatssitzung feststellte. Dazu ließ sie eine Machbarkeitsstudie im Rahmen der bayernweiten Breitband-Initiative erstellen, deren Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden.
José Banderas stellte zunächst seine Firma t.i.c. vor. Sie kümmert sich um die Planung von Breitband-Netzwerklösungen und Projektlösungen in DSL-Infrastruktur schwachen Regionen, führt Machbarkeitsuntersuchungen für Kommunen durch und kümmert sich um Beratung, Planung, Projektierung und Ausschreibungen. In mehreren Bundesländern ist das Unternehmen tätig.
Banderas wohnt in Gersdorf und kennt daher die örtlichen Verhältnisse sehr genau: Die Gemeinde Leinburg umfasst 13 Ortsteile und hat insgesamt drei Vorwahlgebiete. Die DSL-Versorgung im Hauptort ist gut, Mobilfunkverbindungen in den Ortsteilen funktionieren eher schlecht, für Funk ist das Gemeindegebiet topographisch ungünstig, fasste der Fachmann zusammen.
Er erläuterte die Alternativen für schnelle Internetzugänge, von denen die meisten für Weißenbrunn aber aufgrund technischer Voraussetzungen nicht praktikabel sind. Möglich wäre Funktechnik, die aber bei schlechter Sichtverbindung störungsempfindlich ist. Ein Lösungsvorschlag von t.i.c. ist eine Richtfunkstrecke nach Weißenbrunn über Oberhaidelbach. Über Relais könnte die weitere Verteilung im Ort erfolgen. „Aufgrund der hügeligen Lage dies aber nur sehr aufwändig zu realisieren“, stellte Banderas fest.
Sechs Anbieter reichten Lösungsvorschläge für Weißenbrunn ein, von denen aber nur zwei wirklich in Frage kommen. Die Deutsche Telekom legte ein ortsteilbezogenes Konzept mit Glasfaserkabel vor. Hierfür müssten aus Richtung Altdorf etwa ab dem Gewerbegebiet Unterwellitzleithen im Tiefbau auf 1631 Metern Leerrohre verlegt werden, davon 225 Meter in Weißenbrunn. 6060 Meter Glasfaserkabel würden dann eingezogen werden. „Mit einem überaus guten Kosten-Nutzen-Verhältnis ist der bestmögliche Versorgungsgrad für Weißenbrunn gewährleistet“, so Bandereas‘ Fazit.
Ähnlich sein Urteil über das Angebot der Firma Voxacom. Sie würde bei ihrem Konzept mit Kabellösung die SHDSL-IFC-Technik verwenden, mit der die Reichweite von DSL-Systemen um bis zu 50 Prozent erhöht werden kann. Hierfür müsste der Hauptverteiler in Altdorf ausgebaut werden.
Für die Gemeinde Leinburg würde sich eine Lösung in Kooperation mit der Stadt Altdorf anbieten, die allerdings gerade erst die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat. Bis man dort so weit ist wie die Leinburger, wird also noch Zeit vergehen. Eine Verbesserung der Internetversorgung für Weißenbrunn würde sich dann weiter verzö-
gern.
Egal für welchen Weg sich die Gemeinde Leinburg entscheidet: Sie bekommt über die Breitband-Initiative 70 Prozent an Zuschüssen. Beim Angebot der Telekom winkt ihr eine Förderung von 95.000 Euro. Die Kosten für den Ausbau nach dem Konzept von Voxacom im gesamten Vorwahlbereich 09187 (Altdorf und Weißenbrunn) würde insgesamt 94.000 Euro kosten. Kooperiert man mit der Stadt Altdorf, würden auf die Gemeinde Leinburg 48.700 Euro zukommen, 70 Prozent erstattet der Freistaat als Zuschuss.
Die Fraktionen werden über diese Varianten beraten. In der nächsten Sitzung am 19. April soll dann eine Entscheidung getroffen werden.
Banderas appellierte an die Gemeinde, bei eigenen Bauprojekten stets an die passive Technik zu denken. So sollten zum Beispiel beim Radwegebau ausreichend Leerrohre verlegt werden. Damit könne man später Tiefbaukosten sparen, wenn Glasfaserkabel nachgerüstet werden sollen.



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