Thank you for the Music: Abba lebt in Röthenbach

RÖTHENBACH (ko) - Die Legende lebt: Abba in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle! Für rund zwei Stunden entführte «A4u – Die Abba Revival Show» am Samstagabend ein überwiegend gesetzteres Publikum in die Pop-Welt der 70er Jahre.
Die schwedische Supergruppe Abba, die 1974 mit dem Titel «Waterloo» beim Grand Prix de la Chanson im englischen Brighton einen triumphalen Sieg feierte, hat Musikgeschichte geschrieben. Ihre Hits – darunter Ohrwürmer wie «S.O.S.», «Gimme Gimme Gimme», «Super Trouper» und «Dancing Queen» – begeisterten Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Und obwohl das Popquartett sich 1982 nach nur rund zehn Jahren auflöste, lebt seine Musik auch heute noch – wie in Röthenbach zu spüren war.
«Das Lebensgefühl der Siebziger» wollen sie mit ihrer Show «Abba The Best» vermitteln, versprach Anni-Frid. Die brünette Sängerin heißt in Wirklichkeit Simone, ihre blonde Kollegin Agnetha hört auf den Namen Ute, Gitarrist Björn auf Lutz, Keyboarder Benny auf Frank. Es sind vier Musikprofis, die mit der «A4u – Abba-Revival-Show» durch Europa touren und schon viele Auszeichnungen einheimsten. So wurde ihnen unter anderem in Luxemburg von RTL der «Revival Award» für «Die beste Oldie Show der letzten 10 Jahre» verliehen.
Ältere Semester
Die Röthenbacher Halle hätte bei der Show einige Besucher mehr vertragen. Schon der erste Blick in die Stuhlreihen zeigte: Hier warten vor allem Männer und Frauen, deren Jugend schon länger zurückliegt, gespannt auf das Abba-Remake. Kann es etwas von der damaligen Atmosphäre rüberbringen?
Ganz klar: Mittfünfziger brauchen länger als Teenager, bis sie zur Musik wippen, von ihren Stühlen aufstehen, begeistert mitklatschen. So begann das Konzert als popmusikalischer Geschichtsunterricht. Die Musiker erläuterten die Stücke, spielten sie, das Publikum hörte aufmerksam zu. Als Anni-Frid über die Entwicklung des Geldes sprach und prophezeite, dass «der große Knall noch kommen wird», dachten wohl viele an die Finanz- und Wirtschaftskrise. Abbas Welthit «Money, money, money» endete mit einem Blitz und Donnerschlag. Alle wach!
Die Werbung hatte eine «bezaubernde Show mit aufwendiger Licht-, Effekt- und Pyrotechnik» versprochen, ein «temperamentvolles Feuerwerk der Emotionen». In authentischem Outfit präsentierte das Quartett knapp zwei Stunden lang Abbas faszinierende Vielseitigkeit, von verträumten Balladen bis zum Discokracher, Ohrwürmer zum Mitsingen und Vor-sich-Hinsummen. Nach dem Hit «The winner takes it all» kündigte Frida eine «kaum bekannte Kostbarkeit» an: The Piper. Mittelalterliche Klänge, kein Top-Hit, trotzdem erntete dieses Renaissancestück viel Applaus.
Renaissance bedeutet Wiedergeburt, Wiedererweckung einer untergegangenen Kultur. «A4u» ließ Abba auferstehen und sogar das gesetztere Publikum aufstehen. In der zweiten Konzerthälfte herrschte Partystimmung – bis es hieß: Thank you für the Music! Hasta Manana!


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