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07.05.10 18:11 Uhr

Mindestens Marathon

Von: Julia Ziegler

So sieht Joey Kelly nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern laufen aus. Foto: Ziegler

RÖTHENBACH — Er hasst Schnee und läuft trotzdem quer durch Alaska. Er hat alle sieben Ironman-Veranstaltungen in einem Jahr absolviert – als einziger Mensch überhaupt. Joey Kelly, Mitglied der irischen Rockband Kelly Familiy, lebt nach dem Motto „No Limits“. So heißt auch der Vortrag, den er am Freitag, 14. Mai, bei der Pasta-Party zum Landkreislauf in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle hält. Die Pegnitz-Zeitung hat mit ihm gesprochen.

Joey Kelly ist auch auf seinem Handy schwer zu erreichen. Kein Wunder, denkt man, er muss ja jede freie Minute mit Training verbringen. Mehrere DVDs hat er schon herausgebracht, in der ersten, „The Ironman“, sieht man, wie er quasi unvorbereitet die Quelle Challenge in Roth absolviert. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon laufen – und das nur wegen einer Wette mit der Schwester? Joey Kelly hat es getan.

Zu allem Überfluss hat er sich auf der Radstrecke die Schulter gebrochen und ist die 42 Kilometer mit dem Arm in einer Schlinge gelaufen. Das war 1997. Im Jahr darauf absolviert er alle Ironman-Wettbewerbe der Welt – und hält damit bis heute einen Rekord. Hubert Schwarz, selbst bekannter Extremsportler, sagt über seinen guten Freund Joey Kelly: „Er ist der verrückteste Mann, den ich kenne.“ Und dabei ist Ausdauersport nicht einmal Kellys einziger „Beruf“.

Sänger, Gitarrist, Konzertmanager, erfolgreicher Unternehmer – die Liste ließe sich noch verlängern. Nebenbei tritt er immer wieder bei Stefan Raab auf – er hat „den Raab geschlagen“, das „Perfekte Promi-Dinner“ ebenso für sich entschieden wie das „TV-Total Turmspringen“. Irgendwie kann er einfach alles.

Erreicht man ihn dann endlich auf seinem Handy, versteht man ihn kaum. Das liegt aber nicht an einem etwaigen irischen Akzent, denn er spricht perfekt Deutsch. Vielmehr hat er gerade eine Wurzelbehandlung hinter sich hat.

Das hält ihn aber nicht davon ab, am nächsten Tag in ein Flugzeug in Richtung Australien zu steigen, wo er einen Wüstenlauf – 50 Kilometer am Stück durch heißen Sand – zu laufen gedenkt. „Marathon aufwärts“ – mehr interessiert ihn nicht mehr. „Die Leute denken immer, ich trainiere jeden Tag acht bis zwölf Stunden, aber so viel laufe ich gerade einmal in der Woche“, sagt er. Umso beachtlicher seine mentale Leistung, etwa bei einem 100-Kilometer-Lauf. Den in Biel in der Schweiz ist er auch schon gelaufen.

Wie er zum Sport kam? „Das war eigentlich Zufall“, sagt er. Er wolle sich einfach wohlfühlen, und wohl fühle er sich nur, wenn er bei einem Wettkampf ganz vorne liege. Seine Strategie wendet er nicht nur auf den Sport, sondern auch auf das Privatleben an – und er gibt sie weiter.

Man darf also gespannt sein, was er den Landkreisläufern und dem übrigen Publikum am Freitag in der Karl-Diehl-Halle zu sagen hat.Ermöglicht hat diese Veranstaltung der Schwaiger Unternehmer Konrad Weßner, der mit Joey Kelly befreundet ist. Der Eintritt kostet 5,50 Euro, inbegriffen ist – für die Läufer und alle anderen – eine Portion Pasta. Karten können per Mail an landkreislauf(at)nuernberger-land.de bestellt werden.




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