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Lokales PZ
07.04.10 16:36 Uhr

Festjahr soll lange nachwirken

Von: Michael Scholz

Das Logo des tausendjährigen Schnaittach im Jubeljahr. Es stammt von Kathrin Britting (18). Foto: Grafik: Britting

SCHNAITTACH - 2011 feiert Schnaittach seine Ersterwähnung vor 1000 Jahren in einer Schenkungsurkunde Heinrich II. Abgesehen vom Festwochenende vom 15. bis 17. Juli soll der Hauptort der Marktgemeinde die ganzen zwölf Monate richtig aufleben und sich bestmöglich präsentieren. Die wichtigsten größeren und kleineren Veranstaltungen hat der federführende Kulturausschuss bereits beschlossen. Auch das Motto, das schlicht »1000 Jahre Schnaittach» heißen wird.

Der Veranstaltungskalender für das große Festjahr steht bereits weitgehend, mitsamt den wichtigsten Eckdaten: Das Jahr beginnt mit dem Silvesterball im »Tausendschön». Parallel steigt am Marktplatz eine große Party unter Beteiligung der Musikinitiative Nürnberger Land und des Museums- und Geschichtsvereins, der historische Bilder an eine Hauswand projizieren möchte.

Höhepunkt soll natürlich das Festwochenende Mitte Juli mit dem großen historischen Umzug sein. Der Kulturausschuss hatte länger über das Konzert am Samstagabend, 16. Juli, beraten. Letztlich verließ er sich auf die Experten der Musikinitiative, die die in der Region bekannte Rock-Cover-Band »Number Nine» empfahlen, weil sie die breite Masse anspreche.

Die größte Herausforderung ist der historische Umzug. Vereine und Institutionen sollen die wichtigsten geschichtlichen Etappen und Ereignisse in Schnaittachs Geschichte darstellen. Die detaillierte Grundlage mit Vorschlägen stammt von der einheimischen Kunsthistorikerin Ina Schönwald, die zurzeit zusammen mit dem Ottensooser Martin Schieber auch an der offiziellen Chronik der Marktgemeinde arbeitet.

Den Umzug mit passenden Kostümen und eventuell auch mit rollenden Kulissen – ähnlich wie bereits 2003 Ottensoos und 2009 Henfenfeld – konkret auf die Beine zu stellen, erweist sich für das zuständige Vereinskartell als gar nicht so einfache Aufgabe. Wobei die Vereine durchaus begeistert sind, wie Bürgermeister Georg Brandmüller gegenüber der PZ sagt. 

Abgesehen von diesen Eckdaten gibt es weitere Highlights im Laufe des Jahres, unter anderem folgende: Am 12. Februar sponsert die Sparkasse einen Auftritt des Windsbacher Knabenchors in St. Kunigund, am 12. März hält Peter Hahne an gleicher Stelle einen Festvortrag, am 16. April feiern die Schnaittacher Vereine ihren Tag mit einem bunten Programm, am 5. Juni feiern die evangelische und die katholische Gemeinde in der Christuskirche ein ökumenisches Kirchenfest, am 2. Juli findet im »Tausendschön» der Festkommers der Marktgemeinde mit geladenen Gästen statt, am 3. Juli hält Erzbischof Ludwig Schick den Festgottesdienst und am 9. Juli ist die Schnaittacher Kirchweih Endstation des Landkreislaufs Nürnberger Land. 

Sehr aktiv ist auch der Museums- und Geschichtsverein, der gleich drei Ausstellungen vorbereitet. Die Themen: Wintersport, wichtige Urkunden sowie Handel und Handwerk. Geplant sind außerdem mehrere Geschichtsvorträge, unter anderem mit der Altnürnberger Landschaft, drei Kellerführungen unter dem Marktplatz und drei Ortsführungen. Dies auch nach dem Jubiläumsjahr anzubieten, ist momentan laut Vereinsvorsitzendem Norbert Weber nicht geplant, bleiben soll aber eine weitere Neuerung: 2011 wird der historische Rundweg durch Schnaittach eröffnet, den der Museumsverein gerade erarbeitet. 

Bürgermeister Brandmüller rechnet zudem mit dem Rothenberg als Veranstaltungsort. Wobei im Festkalender bisher nur eine Ausstellung steht – von Mai bis Juni im Rathaus. Zu all dem kommen laut Bürgermeister Brandmüller fast täglich neue Vorschläge von Vereinen und sogar von den Bewohnern von Straßenzügen, »die was machen wollen». Und: Verschiedene Organisation sollen ihre Treffen in Schnaittach abhalten. Einige stehen schon fest: der Rat der Metropolregion zum Thema Menschenrechte im Mai, der Landesverband des Kneippvereins ebenfalls im Mai und das Kampfhubschrauberregiment 6 »Franken» hält im September sein öffentliches Gelöbnis am Marktplatz ab. 

Bürgermeister Brandmüller freut sich über das breite Spektrum. Schließlich sei 2011 aber auch ein »bedeutendes Jahr, das gebührend gefeiert gehört». Wenn am Ende »nachhaltig das Image gefördert, Sympathien geweckt wären und Gewerbetreibende profitiert hätten, dann wäre das Ziel erreicht». Einen kleinen Beitrag dazu leistet auch das offizielle Tausendjahr-Logo, das von der 18-jährigen Schnaittacherin Kathrin Britting stammt. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zusammenarbeit mit anderen Jubelgemeinden. So feiern auch Ittling (Festwochenende am 26. Juni), Oberkrumbach, Förrenbach, Vorra und Kirchrüsselbach nächstes Jahr ihr Tausendjähriges. Bei einem Treffen in Vorra, an dem der Museumsverein teilnahm, stimmten die Gemeinden ihre Festtermine ab. Angeregt wurde auch ein neuer »Pfalzenweg», der die Orte miteinander verbinden soll, die in Heinrichs Schenkungsurkunde neben »Sneitaha» erstmals erwähnt wurden.




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