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Sport DB
10.07.09 16:12 Uhr

Läuferhochburg Lindelburg

Von: Dorothée Krätzer

LINDELBURG — Wahrscheinlich liegt es an der Höhenlage, dass in Lindelburg so gute Läufer leben, mit 430 Metern über Normalnull wohnen die Lindelburger ja bedeutend höher als die Bürger der Hauptgemeinde Schwarzenbruck mit ihren 365 Metern. Oder am höhenbedingten anderen Klima und der guten, waldbegrenzten „Höhenluft“? Ist es etwa eine besondere Art von „Kartoffeldoping“, mit denen der Vize-Weltmeister über 800 Meter, Bauer Johann Schrödel, seine Teamkameraden auf die Läufe vorbereitet?

Woran es auch immer liegen mag, Fakt ist, es gibt sie, die Läufer aus und um den kleinen Schwarzenbrucker Ortsteil Lindelburg und mit ihrem Club „LC Marathon Lindelburg“ waren sie nicht erst in diesem Jahr erfolgreichste Mannschaft des Landkreislaufes. Frei nach dem Spruch „11 Freunde müsst ihr sein“ liefen die zwölf mit Joe Kranzer als Reservemann alle für einen und einer für alle. Das Resultat: Zwei Etappensiege und immer bei den vordersten Platzierungen, sprich durchschnittlich pro Lauf auf dem vierten Platz. 49 Punkte als Endergebnis belohnte diese durchgehend hervorragende Leistung, bedeuteten den ersten Platz und den Siegerpokal vor dem zweitplatzierten MTP Hersbruck mit 70 Punkten.

Insgesamt sei das Niveau sehr hoch gewesen, stellt Roland Fees fest, der seit fünf Jahren für die Organisation des LC Marathon verantwortlich ist. Vor rund 15 Jahren ließ er sich von einem Arbeitskollegen, damals noch in Fürth, zum „mal Mitlaufen“ überreden. Seitdem ist daraus eine richtige Leidenschaft geworden, eine, die ihn auch an vielen anderen Wettläufen teilnehmen lässt. Vor etwas über sechs Jahren zog er mit seiner Frau nach Lindelburg, wo es beim Trainingslauf im Wald zur schicksalhaften Begegnung mit Johann Schrödel kam – der Ausnahmeläufer warb ihn sofort für den LC Marathon. Seitdem ist auch Fees immer beim sonntäglichen Training dabei, wenn es heißt „wir treffen uns um 9.30 Uhr beim Johann“ dann wird gemeinsam gelaufen, sommers wie winters.

Für die Vorbereitung zum Landkreislauf hatten sich die zwölf neben individueller Vorbereitung ein Extratraining am alten Kanal verordnet. „Tempoläufe und Varianten“, erzählt Philipp Epple, Vorstand und Gründer des LC Marathon. „Drei Kilometer so schnell es geht, danach fünf Minuten Pause und anschließend die Strecke nochmals“, erklärt der begeisterte Triathlet, „dabei spornen wir uns gegenseitig an.“ Roth und seine Wettkämpfe kennt Epple gut, bereits sechsmal war er beim „Ironman“ dabei. Zuletzt startet er bei den Kurztriathlonmeisterschaften am Rothsee und belegte den 6. Platz in der Altersklasse M45. Es sei der Spaß am Sport, der ihn antreibt, verrät er auf die Frage, warum er sich diese Anstrengungen antut. Für die Schwimmdisziplin braucht er allerdings schon eine Extramotivation, gesteht er und wenn im Winter kein Wettkampf bevorsteht, fällt diese buchstäblich ins Wasser.

Individuell trainieren heißt: Jeder läuft seine ausgesuchte Trainingsstrecke in einer angepeilten Zeit. „Je länger man läuft, desto mehr entwickelt man ein Zeit-Tempo-Gefühl“, verdeutlicht Thomas Assel, jüngstes Teammitglieder beim LC Marathon. Ihn hatte sein Schwager Andreas Schmidt – ebenfalls im Team – so lange genervt, bis er ihn für den LC gewinnen konnte. Erst vor knapp zwei Jahren startete der von Lauf nach Lindelburg gezogene Assel mit dem regelmäßigen Lauftraining. „Sport habe ich aber schon immer gemacht“, stellt er klar. Ein Ziel setzen, eine Herausforderung und versuchen, es zu erreichen, so beschreibt er seine Motivation. Für ihn sei Sport und Laufen Spaß und Ausgleich, bestätigt auch Marcel Simon, „die Leistung kommt dann von selbst.“ So ganz ohne Training geht es aber nicht, räumt er ein, und dass auch er gelegentlich gegen den bekannten „inneren Schweinehund“ ankämpft. Für den vor seinem Teamkameraden Martin Pühler Zweitplatzierten des Altdorfer Wallenstein-Halbmarathons vor wenigen Tagen wie auch für Epple ist eine Mannschaftsleistung immer was Besonderes. Heuer hätten einige sehr schnelle junge Läufer aus anderen Teams teilgenommen, berichten sie. Nicht zu überbieten sei allerdings Mannschaftskamerad Thomas Messner, finden alle – fünf Mal startete er beim Landkreislauf und lief fünf Mal als Etappensieger durchs Ziel.




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