Marathonprogramm für die Fest-Organisatoren

Zuerst ein 125-jähriges Jubiläum, dann auch noch das Altstadtfest: Die Schönberger Feuerwehr – die das bevorstehende Wochenende organisiert hat – absolviert ein wahres Marathonprogramm. Dass die Feuerwehrleute aber arbeiten müssen, während andere feiern, stört sie nicht. Kurz vor dem Startschuss sind die Veranstalter in bester Laune.
„Jetzt kann man eh nichts mehr machen.“ Das ist die Antwort von Gerd Griebel auf die Frage, ob er denn schon nervös sei. Kein Zweifel: Der 70-Jährige weiß, wovon er spricht. Er hat das Altstadtfest schon oft organisiert – 1987 zum ersten Mal. Deshalb hat die Schönberger Feuerwehr auch keine Sekunde gezögert, sich den Mann vom FSV, also vom Nachbarverein, ins Boot zu holen. Als Berater. „Was der Gerd an Erfahrung gesammelt hat, ist Gold wert“, meint dazu Georg Prögel. Er ist der Kommandant der Schönberger. „Weil wir so viel um die Ohren haben, haben wir ihn uns geholt.“
Die Feuerwehr schuftet hart in ihrem Jubiläumsjahr. Im Mai hat sie das eigene Fest zum 125-jährigen Bestehen erfolgreich über die Bühne gebracht, jetzt steht das Altstadtfest an. Warum tut sich der Verein das an? „Die Zusage, dass wir das Altstadtfest organisieren dürfen, haben wir schon seit zehn Jahren“, sagt Prögel.
Und zunächst sollte das Jubiläum ja auch gar nicht groß gefeiert werden. Zunächst: 2007 entschieden sich die Schönberger dafür, beide Veranstaltungen zu stemmen.
Möglich ist das nur mit viel, viel Engagement der Mitglieder. „Alles Freiwillige“, so der Kommandant. Rund 200 werden während der drei Festtage im Einsatz sein. Sie müssen Getränke ausschenken, den Marktplatz saubermachen und dann auch noch Nachtwache schieben. „Der Zusammenhalt ist groß“, betont Hans Bauer, der Dritte im Team, zu dem auch noch Sebastian Brandl, der Vereinsvorsitzende, gehört.
Denn schließlich gibt es Momente, die für den ganzen Stress entschädigen: die Bierprobe bei Dreykorn etwa, bei der das diesjährige Festbier verkostet wurde. Die Brauerei hat es ganz nach den Vorstellungen der Feuerwehr entwickelt. Wenn Prögel das erzählt, muss er schmunzeln.
Mit der Planung haben die Schönberger bereits im letzten Jahr begonnen. „Man fragt die Budenbetreiber, ob sie wieder kommen wollen“, sagt Griebel. Bis Dezember muss über die Stände auf dem Marktplatz entschieden werden. Und im Frühjahr haben die Verantwortlichen die Bands und Kapellen gebucht, die auf den beiden Podien spielen werden.
Aber auch um die Sicherheit der Besucher macht sich die Feuerwehr ihre Gedanken. „Die ganzen Auflagen, die man beachten muss, sind enorm“, meint Griebel. So hat die Stadt kurzfristig von den Organisatoren gefordert, zehn zusätzliche Sicherheitskräfte einzustellen (die PZ berichtete ausführlich). Ein doppelschneidiges Schwert für die Schönberger: Sie freuen sich zwar über die Unterstützung, denken jedoch an die hohen Kosten. „Es sollte schon was übrig bleiben“, meint der Kommandant ganz pragmatisch. „Nicht, dass das Fest nur in Arbeit ausartet.“
Ansonsten aber ist die Stimmung bestens, denn selbst die Wetterprognosen für das Wochenende stimmen. Griebel: „Wenn das Altstadtfest genauso wie das Jubiläum wird, dann ist alles gut.“



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